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Wer hat das Sagen?

Museumslandschaft Wiedensahl Wer hat das Sagen?

Die Museumslandschaft (ML) Wiedensahl ist jetzt offiziell Betreiber des Wilhelm-Busch-Museums in Wiedensahl. Dieser Satzungsänderung hat der Förderkreis Wilhelm Busch im zweiten Anlauf zugestimmt, wie Vorsitzender Carsten Dreyer bestätigt.

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Quelle: Archiv

WIEDENSAHL/LANDKREIS. Die Änderung sei aus steuerrechtlichen Gründen nötig gewesen, um die Gemeinnützigkeit der Museumslandschaft zu erhalten, erklärt Katharina Augath vom Landkreis, die Mitglied in der ML ist. Ihrer sowie Dreyers Aussage nach handelt es sich dabei aber nur um eine Formalie. „De facto“ sei das bereits seit der Gründung (2014) der Museumslandschaft so. Auch das Gerücht, das durch den Ort geistert, die Museumslandschaft sei pleite, dementiert Dreyer ausdrücklich.

Die Gemeinnützigkeit ist für die finanzielle Stabilität der Museumslandschaft sehr wichtig. Denn damit ist die Aussicht auf Fördermittel viel besser. Wie Augath erklärt, lebt die Museumslandschaft von Fördermitteln des Landkreises sowie Zuschüssen der Samtgemeinde Niedernwöhren und der Gemeinde Wiedensahl. Erst, wenn ein Minus in der Kasse der Landschaft entstehe, würden auch Förderkreis und Heimatbund zur Kasse gebeten, sagt sie.

Neues „Büchlein für die Handtasche“

Welche Aufgabe hat nun der Förderverein? Dreyer betont auf Nachfrage: Auch nach der Satzungsänderung behält der Förderkreis natürlich seine Berechtigung. Er könne immer noch mit eigenen Ressourcen – aus Mitgliederbeiträgen, Spenden und anderen Einnahmen – den Erhalt und die Verbreitung von Wilhelm Buschs Werken fördern. Als ein Beispiel nannte er die Produktion eines neuen „Büchleins für die Handtasche“ mit Bildern von „Der Virtuos“, das bald auf den Markt kommen soll und vom Förderkreis selbst auf die Beine gestellt worden sei.

Keine Dreiviertel-Mehrheit beim ersten Anlauf

Andere Mitglieder des Förderkreises sind skeptisch. Im ersten Anlauf im April hatte der Förderkreis bei seiner Versammlung der Satzungsänderung nicht zugestimmt – es gab keine Dreiviertel-Mehrheit, berichtet ein Mitglied. Offenbar befürchteten einige Mitglieder, dass der Förderkreis nach der Satzungsänderung gar keinen inhaltlichen Einfluss mehr auf die Geschäfte des Museums haben würde und nur noch dazu da sei, Beiträge einzusammeln und an die Museumslandschaft weiterzureichen.

Die Frage, ob es nicht auch ohne die Museumslandschaft weitergehen könnte, habe zwar auch im Raum gestanden, letztlich sei aber allen bewusst, dass die finanzielle Situation ohne den Verband weitaus schlechter aussehen würde.

Zudem fühlte sich ein Förderkreis-Mitglied geradezu von einem Vertreter aus dem Vorstand der Museumslandschaft „erpresst“. „Wenn Ihr der Satzungsänderung nicht zustimmt, gibt es keine Zahlungen mehr vom Landkreis“, soll es geheißen haben.

Augath und ihr Kollege Rolf Mahnert halten das für eine falsche Interpretation. Sie meinen: Es habe immer eine vertrauensvolle Zusammenarbeit innerhalb der Museumslandschaft gegeben . kil

Zur Historie

2002 hatte die Wilhelm Busch Gesellschaft Hannover nach 72 Jahren die Verantwortung der Gedenkstätte in die Hände des damals gegründeten Förderkreises Wilhelm Busch Wiedensahl übergeben. Die Museumslandschaft wurde 2014 gegründet. Sie vereint als Dachorganisation die beiden Busch-Häuser in Wiedensahl – das vom Heimatbund geführte Alte Pfarrhaus und das vom Förderkreis geführte Geburtshaus. Weiterhin sind Vertreter von Landkreis, Samtgemeinde und Gemeinde Mitglied im Förderkreis. Gegründet wurde die Museumslandschaft damals, als in Wiedensahl kritisch über den Kauf und Umbau des Klenkenhofes diskutiert wurde, der schließlich durch einen Bürgerentscheid verhindert worden war.

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