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Wiedensahl feiert wieder Martinimarkt

Was das Herz begehrt Wiedensahl feiert wieder Martinimarkt

Wer einmal dort war, kommt wieder: Die Rede ist vom Martinimarkt in Wiedensahl, der am Donnerstag wieder die Besucher in Scharen angelockt hat. „Einige Bekannte trifft man nur einmal im Jahr – und zwar auf dem Martinimarkt in Wiedensahl“, finden die Besucher.

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Die Vorführung der Rohkostreiben, die lustige Muster in Obst und Gemüse schneiden, weckt reges Interesse bei den Marktbesuchern aus Nah und Fern.

Quelle: rg

Wiedensahl. Tolle Stimmung, tolle Stände: Der Martinimarkt in Wiedensahl „bietet alles, was das Herz begehrt“, hat Heinrich Beißner festgestellt. Der Rintelner war mit seiner Frau Bianca gestern zum ersten Mal auf dem Martinimarkt. Die Eheleute ließen sich von der guten Stimmung direkt mitreißen und werden im nächsten Jahr vermutlich wieder dort anzutreffen sein. So geht es wohl den meisten Marktbesuchern – wer einmal dort war, kommt wieder. Die Gründe dafür klingen bei vielen Besuchern ähnlich. Unterm Strich lässt sich sagen, dass die vielfältige Mischung aus über 300 verschiedenen Marktständen und die ausgelassene Jahrmarktstimmung bei den Leuten ankommt.

Von klein auf zum Martini-Markt

„Der Martinimarkt ist einmalig“, ist sich Familie Schwarze aus Rehburg einig, „Wiedensahl bekommt für diesen einen Tag ein ganz anderes Ortsbild“. Der Markt ist für die Besucher zudem ein besonderer Treffpunkt. „Einige Bekannte trifft man nur einmal im Jahr – und zwar auf dem Martinimarkt in Wiedensahl“, sagen die vier Freundinnen Claudia Liebrecht, Jennifer Heine, Carmen Nordmeyer und Claudia Korneck. Die vier Frauen besuchen den Martinimarkt schon von klein auf. „Und heute kaufen wir hier Putzsachen“, verrät Heine schmunzelnd.

Kauflaune freut die Händler

Monika und Gerhard Pörtner kommen schon seit mehr als zehn Jahren aus Vlotho extra für den Martinimarkt nach Schaumburg. Ihnen gefällt besonders die Vielfalt an Ständen, bei denen Mann und Frau gleichermaßen fündig werden. „Wir sind schon zweimal zum Auto gegangen um Tüten wegzubringen“, sagt Monika Pörtner bereits gegen Mittag. Die Kauflaune freut auch die Händler. Viele kommen jedes Jahr nach Wiedensahl.

„Ich war schon 1974 hier, da war der Markt aber noch viel kleiner“, sagt Hermann Niewöhner, der dort Blumenzwiebeln verkauft. „Der Markt ging nur bis zum Geburtshaus von Wilhelm Busch. Ich hab direkt vor dem Haus gestanden“, erinnert er sich. Jetzt ist er mit seinem Stand ein ganzes Stück Richtung Süden gewandert. Die Resonanz sei aber stark geblieben. „Es ist immer voll hier.“

Auch seit mehr als 40 Jahren ist Tischlermeister Hans Matthes aus Rehburg-Loccum mit seinem Stand in Wiedensahl vertreten. Der Senior-Chef, der seinen Betrieb inzwischen an den Sohn Hans-Joachim Matthes übergeben hat, betreibt auf dem Martinimarkt vorwiegend Kundenpflege. In diesem Jahr feiert er 40-jähriges Firmenbestehen. „Ich war vor der Selbstständigkeit schon hier.“ Der 75-Jährige erinnert sich noch, als Schweine, Rinder und Schafe zum Kauf angeboten wurden. „Hier waren überall so kleine Boxen“, erzählt er.

Seine Meriten erst verdienen muss sich Tobias Nette aus Hamburg, der bei „Bananen-Fred“ die Künste des Marktschreiers erlernen will. Seine Sache macht er gut, reihenweise Tüten voll Obst und Gemüse gehen über den Tisch. Und das alles in schöner Verpackung. bab, göt

„Alles geben“ für den Markt

Der Tag ist recht kurz“, sagte Bürgermeisterin Anneliese Albrecht, „wir müssen in wenigen Stunden alles geben“. Und genau das haben die Wiedensahler und die auswärtigen Besucher des 174. Martinimarktes gestern auch getan.

Der Markt mit seinen rund 330 Ständen auf einer Länge von 1,6 Kilometern ist bekannt als einer der größten Ein-Tages-Märkte – oder wie Landrat Jörg Farr sagte – als „die längste Fußgängerzone Schaumburgs“.

Schon beim Marktfrühstück wurde ausgelassen gefeiert. Dort stimmten sich der Marktausschuss, Bürgermeister der umliegenden Gemeinden sowie Vertreter von Vereinen auf den Martinimarkt ein.

Spontan den Fassanstich übernommen

Wilfried Schweer, der nach 26 Jahren die Federführung beim Martinimarkt in die Hände von Arend Oetker legte, wurde zum Ehrenmarktmeister ernannt. Der neue Marktmeister musste sich direkt der ersten Herausforderung stellen: Spontan übernahm er den Fassbieranstich. Der 47-Jährige ist mit dem Martinimarkt groß geworden. Als gebürtiger Wiedensahler sei es für ihn eine Ehre, diesen Posten zu übernehmen – obwohl er sich nicht darum gerissen habe. Bereits seit 17 Jahren ist Oetker für die Beschilderung in und um Wiedensahl zuständig.

Die Organisation der 330 Marktstände ist für ihn trotzdem ein neues Thema. „Ich habe in den Sitzungen aber viel aufgeschnappt“, sagt der Marktmeister. In den nächsten Jahren will er den Martinimarkt weiterentwickeln, „ich werde aber wohl keine Weltneuheiten anziehen“.
Ihm zur Seite stehen wird Ernst-Heinrich Köhler. Die beiden machten sich nach dem Frühstück auf zu einem kritischen Rundgang. Denn Ordnung muss sein: „In den vergangenen Jahren haben sich viele Händler zu weit auf die Straße ausgebreitet.“ göt

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