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Wochenmarkt vor dem Aus?

Nur noch wenige Marktbeschicker Wochenmarkt vor dem Aus?

Den Wochenmarkt in Wiedensahl gibt es seit Mai 2012 – doch möglicherweise ist damit bald Schluss. Aktuell machen sich jeden Freitag nur noch drei bis vier Anbieter auf den Weg, um ihre Waren auf dem Marktplatz anzubieten.

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Trübes Wetter, trübe Stimmung – auf dem Wochenmarkt kaufen nur noch wenige Kunden ein, das Angebot ist geschrumpft.

Quelle: lkl

WIEDENSAHL. „Wenn die Umsätze so bleiben, dann können wir alle einpacken“, sind sich Sandra Hemmann aus Minden und Senay Sivri aus Stolzenau einig.

 Hemmann bietet auf dem Markt Blumen an, Sivri verkauft Obst und Gemüse. Komplettiert wird das Angebot mit Putenfleisch aus Heddas Bauernladen und geflochtenen Einkaufskörben.

Zu Beginn waren es noch ein Dutzend Verkäufer

 Zu Beginn des Marktes gab es noch ein Dutzend Verkäufer. Das Angebot schrumpfte mit den Jahren. Tina-Maria Meyer, die den Markt als Mitglied der Wählergemeinschaft Wir für Wiedensahl (WWW) seinerzeit initiiert hatte, weiß um die schwierige Situation: „Wenn man ein größeres Angebot hat, kommen sicherlich auch wieder mehr Leute.“ Das Problem: Der Wochenmarkt in Wiedensahl sei für viele Anbieter nicht attraktiv genug, weil zu wenig Kunden kommen. Meyers Lösungsansatz ist es, beim Einkaufsverhalten der Kunden anzusetzen. Wie genau das funktionieren kann, weiß sie jedoch auch nicht. Ihr ursprünglicher Gedanke sei es gewesen, einen Markt für regionale und saisonale Produkte zu schaffen, doch das sei in Wiedensahl offenbar nicht sehr gefragt.

 Hemmann und Sivri sehen nicht nur das begrenzte Angebot als Grund für die ausbleibenden Kunden. Sie würden sich mehr Werbung für den Wochenmarkt wünschen, um ihn auch in den Nachbargemeinden bekannt zu machen. Zudem vermissen sie die Akzeptanz des Wochenmarktes in der Gemeinde. „Ich finde es bedenklich, wenn vom Gemeinderat und den örtlichen Vereinen niemand auf den Markt kommt“, merkt Hemmann an. Sie fühlt sich in Wiedensahl nicht gewollt.

Bürgermeisterin wünscht sich mehr Engagement

 Bürgermeisterin Anneliese Albrecht gibt an, sich von den übrigen Ratsmitgliedern, die nur teilweise hinter dem Wochenmarkt stünden, mehr Unterstützung für dessen Erhalt zu wünschen. Sie bemühe sich seit geraumer Zeit um die Vergrößerung des Angebotes, jedoch „kann ich mich auch nicht um alles persönlich kümmern“, meint Albrecht. Sie wünscht sich insbesondere von Meyer als Initiatorin ein stärkeres Engagement und wolle sich mit ihr kurzfristig über Möglichkeiten einer Fortführung des Marktes beraten. Andernfalls müsse man das Projekt Wochenmarkt beenden, sagt sie.

 Heddas Bauernladen ist von Beginn an in Wiedensahl dabei gewesen. Als besonders positiv beschreibt sie die unheimlich netten Kunden und die persönliche Atmosphäre. Ihrer Erfahrung nach kommen hauptsächlich ältere Kunden, die auf den Markt als Einkaufsmöglichkeit vor Ort angewiesen seien.

 Nahezu jede Woche besucht Regina Moede aus Volksdorf den Markt. Sie schätzt die hohe Qualität der Waren und ist bereit, dafür auch etwas mehr zu bezahlen, erzählt sie. Sie würde sich über einen Bäcker und mehr vegetarische Produkte freuen.

 Wochenmarkt ist freitags von 14.30 bis 17 Uhr.

Was an Nahversorgung bleibt

Die Nahversorgung im Dorf sicherzustellen, war ein wichtiger Faktor, der die Wählergemeinschaft dazu veranlasst hat, sich für den Wochenmarkt stark zu machen. Da viele Lebensmittelgeschäfte aus den Dörfern verschwinden, sollte der Wochenmarkt gerade älteren und weniger mobilen Menschen die Möglichkeit bieten, ihre Einkäufe vor Ort zu erledigen, hieß es damals. Auch aus den umliegenden Gemeinden ohne Supermarkt erhoffte sich die Gemeinde Besucher.
Nach der Schließung des Markant-Marktes im Frühjahr ist die Nahversorgungslücke größer geworden.

Was noch bleibt ist die Bäckerei Wilkening, der mobile Einkaufswagen und der Minimarkt von Hannelore Behrendt. Die Inhaberin wollte ihr Hauptgeschäft eigentlich zum 1. Oktober schließen und höchstens ein kleines Sortiment an Pflanzen und Geschenkartikeln behalten. Nun hat sie sich bereiterklärt, zusätzlich auch eine Palette an Lebensmitteln anzubieten, berichtet Adolf Peeck. Der Wiedensahler hatte anlässlich der Markant-Schließung die Idee eines Dorfladens angeregt. Dafür sieht er jetzt keine Notwendigkeit mehr. „Inzwischen habe jeder Bürger für sich organisiert, ob er sich die notwendigen Lebensmittel und Waren beim Edeka, außerhalb oder beim Mobilmarkt oder im Minimarkt beschafft,“ meint Peeck. kil

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