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Zeichen-Tricks vom Profi

Workshop Zeichen-Tricks vom Profi

Das Wochenende hat im Wilhelm-Busch-Dorf ganz im Zeichen des Comics gestanden. Im Rahmen der Ausstellung „Endlich Comic!“ zu „150 Jahre Max und Moritz“ konnte das Busch-Museum die Münchener Comic-Zeichnerin Barbara Yelin für eine Lesung und einen Workshop gewinnen.

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So manche Geschichte der Workshopteilnehmer bringt Barbara Yelin herzhaft zum Lachen.

Quelle: tbh

Wiedensahl. Drei Tage lang hatten ambitionierte Nachwuchscomiczeichner im Alten Pfarrhaus Gelegenheit, sich Tipps und Tricks von Yelin abzuschauen. Der Workshop war mit zwölf Teilnehmern aller Altersstufen gut besucht. Und die Ergebnisse konnten sich sehen lassen.
„Ich bin überrascht, dass so ein wunderbarer Comic dabei herausgekommen ist“, musste Carsten Thiele feststellen. Auch von Yelin erntete das Werk des 54-Jährigen lob. Bei Gerda Voigt (67) drehte sich alles um die lustigen Erlebnisse ihres Onkels. Die weiteste Anreise hatte Niklas Woywood. Der Elfjährige ist aus Berlin in den Geburtsort von Wilhelm Busch gekommen, um mithilfe des Profis an seinem Comic über die zwei außerirdischen Raufbolde Derry und Berry zu feilen. In die Fußstapfen seiner aus zahlreichen Fernsehproduktionen bekannten Schauspielereltern Marco Girnth und Katja Woywood will Niklas nicht treten. Er möchte seiner Leidenschaft fürs Zeichnen treu bleiben.
Im Stil von Wilhelm Busch eine Geschichte mit Bildern zu erzählen bedarf einiger Kreativität. „Es geht nicht darum, anatomisch richtig zu zeichnen“, erklärte Yelin. Die Kunst bestehe darin, Bilder und Texte so zu verbinden, dass die Geschichte dahinter gut erzählt werde.
Wie das geht, zeigte Yelin bei einer Comic-Lesung im Busch-Geburtshaus am Freitagabend. „Die Bilder haben mich so gefesselt, wie es andere Bücher nur mit Worten schaffen“ – Am Ende ihrer Lesung bekam die Künstlerin viel Lob aus dem Publikum. Die Illustratorin und Zeichnerin stellte ihren Comic-Roman „Irmina“ vor. Inspiriert von dem Nachlass ihrer Großmutter hat Yelin das Schicksal einer jungen Frau in Bilder und Worte gefasst, die zur Zeit des Nationalsozialismus um den gesellschaftlichen Aufstieg kämpft und dabei nicht immer im Sinne ihrer politischen Überzeugung handelt.
Während an der Wand zahlreiche Bilder ihres Comics zu sehen waren, las Yelin einzelne Sprechblasen vor und erläuterte zugleich, was sie mit welchen Bildsequenzen und Szenen ausdrücken wollte. „Es ist auch eine Geschichte über das Wegschauen“, erzählte sie. Die Ausgangsfrage, die sie sich zu Beginn gestellt habe: Wie kann es sein, dass eine junge Deutsche, die in den Dreißigern auf der Suche nach mehr Freiheit nach England geht, später wieder nach Deutschland zurückkehrt und einen aufstrebenden Naziarchitekten heiratet? Im Comic gehe es vor allem ums Wegschauen, um das kollektive Schweigen, um Mitläufer. Ein Thema, das auch einige Zuhörer am Ende der Lesung zu vielen Fragen und Anregungen aus der eigenen Familie anregte. tbh/kil

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