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Wiedensahl Zwischen Freud’ und Frust
Schaumburg Niedernwöhren Wiedensahl Zwischen Freud’ und Frust
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09:59 22.02.2018
Die Zukunft des Comic-Marktes unter der Regie von Darjush Davar ist offen. Quelle: kil
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Wiedensahl

„Ziel war und ist, den Faden zwischen den Comics und Wiedensahl als Busch-Geburtsort nicht abreißen zu lassen“, sagte er. Er bekomme zwar eine Menge Unterstützung, die Resonanz aus der Bürgerschaft sei durchweg positiv. „In letzter Konsequenz ist es aber eine One-Man-Show.“ Das sei vor allem seit den Planungen im Vorfeld einer möglichen Wiederholung der Ausstellung der neuen Max-und-Moritz-Preisträger im vergangenen Jahr der Fall, so Davar.

Im Kern bemängelte er einmal mehr die angebliche Untätigkeit und fehlende Transparenz von Seiten der Museumslandschaft Wiedensahl, welche für die Museen in Pfarr- und Geburtshaus zuständig ist. Der Verein setzt sich aus dem Heimatbund, dem Förderkreis, der Gemeinde Wiedensahl, der Samtgemeinde Niedernwöhren und dem Landkreis Schaumburg zusammen. Als Reaktion darauf, dass er keine der beiden Örtlichkeiten habe nutzen dürfen, habe er beschlossen, mit der Ausstellung in den ehemaligen Markant-Markt an der Hauptstraße zu gehen, so Davar – seitdem sei er außen vor. Hinter der Comic-Initiative stehe aber kein Verein und beim Comic-Markt handele es sich nicht um ein Museum und nicht um eine Konkurrenz zu den beiden Museen, betonte er.

Ein Pionier des Comics

Dabei sei Wilhelm Busch unbestritten einer der wichtigen Pioniere der Kunstrichtung Comic. In Wiedensahl habe dieser seine berühmtesten Geschichten gezeichnet und seinen Lebensschwerpunkt gehabt, sagte Davar. Aus diesem Grund hatte das Busch-Geburtshaus auf seine Initiative hin schon zum 150. Geburtstag von Max und Moritz im Jahr 2014 den Max-und-Moritz-Preisträgern eine Ausstellung unter dem Titel „Endlich Comic“ gewidmet. „Ein Erfolg für Wiedensahl und Werbung für den Landkreis und den Flecken“, bilanzierte der Kurator.

 Und wie geht es im nächsten Jahr weiter bei der Comic-Initiative? „Jetzt gilt es, in die Zukunft zu blicken und klar darüber zu sprechen, wohin die Reise gehen soll“, sagte Davar. Er hoffe darauf, dass seine Arbeit als Bereicherung für den Ort und die Ausnutzung seines touristischen Potenzials gesehen werde. Zwischenzeitlich sei er an seine Kapazitätsgrenze gelangt, so Davar. In jedem Fall geht es aber weiter im Comic-Markt – schon mit Blick auf die Ausstellung der kommenden Max-und-Moritz-Preisträger, wie seine jüngsten Anträge im Gemeinderat zeigen (siehe Kasten).

Konflikt herunterfahren

„Warum redet man nicht miteinander?“, fragte sich Adolf Peeck, der Vorsitzender der örtlichen CDU-Ratsfraktion und des Heimatbundes ist und bei der Finissage ebenfalls vor Ort war. Die Museumslandschaft habe allein schon als Gesprächsplattform für die beteiligten Gruppen eine Daseinsberechtigung. Es gelte, den Konflikt herunterzufahren und zu „sehen, dass wir das harmonisch auf die Reihe kriegen“. Letztlich seien es rein persönliche Dinge, die dem bisher im Wege stünden. „Wilhelm Busch hätte seine wahre Freude an der Geschichte.“

 Die Vorsitzende der Museumslandschaft Anneliese Albrecht war für ein Statement bislang nicht zu erreichen.tro

500 Euro als Anerkennung

Über seine Comic-Markt-Initiative und den Max und Moritz-Preis, der alle zwei Jahre in Erlangen vergeben wird, hat Darjush Davar in der Sitzung des Wiedensahler Ortsrates berichtet.

 Er hoffte, für eine Wanderausstellung, in der die Max und Moritz-Preisträger 2018 präsentiert werden – und die Davar organisiert –, 2000 Euro aus der Gemeindekasse zu erhalten. Ausstellungsorte in Köln, Bremen und Schwarzenbach hätten bereits für die Wanderausstellung zugesagt. Wiedensahl sollte als vierter Ort und Kooperationspartner dazukommen. Davar hob den Aufmerksamkeitseffekt für den Wilhelm-Busch-Ort hervor, würde Wiedensahl doch an allen genannten Orten und auf Plakaten genannt. Davar: „Eine bessere Werbung kann man für Wiedensahl und den Landkreis überhaupt nicht haben.“

 Die gesamte Organisation der Wanderausstellung würde laut einer Kalkulation von Davar etwa 12.000 bis 13.000 Euro kosten. Das Geld müsse er nun einwerben. 2000 Euro Unterstützung von Wiedensahl wären da sehr willkommen gewesen.

 Letztlich bewilligte der Rat jedoch nur 500 Euro und zwar, so Gemeindedirektor Ralph Dunger, als Anerkennungsgebühr für Davars Arbeit in Wiedensahl.

 Keinesfalls solle mit dem Betrag ein Kooperationsvertrag in Bezug auf die Wanderausstellung angedacht sein, betonte Bürgermeisterin Anneliese Albrecht nach der Sitzung auf Nachfrage dieser Zeitung. Der Betrag gelte allein für das Engagement Davars in und für Wiedensahl. sk

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