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Achterbahnfahrt

Familie Dulovi muss zurück Achterbahnfahrt

Die Geschichte der mazedonischen Flüchtlingsfamilie Dulovi hat in den vergangenen Wochen eine Welle der Hilfsbereitschaft in der Samtgemeinde Nienstädt ausgelöst. Das Bleiberecht der vierköpfigen Familie, die in einer Übergangswohnung in Helpsen wohnt, stand lange auf der Kippe. Mit aller Kraft, Spenden und tröstenden Worten haben Freunde, Vereine und andere Menschen versucht, den Mazedonen beim Erlangen eines Aufenthaltstitels zu helfen – letztlich ohne Erfolg.

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Dicke Freunde: Alexander Hesse, Fadil und Meliha Dulovi verstehen sich super. Dass der Aufenthalt der Familie Dulovi lange ungewiss war, haben die Eltern so gut es ging von den Kindern ferngehalten.

Quelle: kil

Helpsen. Da Mazedonien kein Kriegsgebiet mehr ist, haben die Dulovis keine Aussicht auf Asyl. Auch der Antrag bei der Härtefallkommission wurde abgelehnt. Den Grund für die Flucht im Februar erklärt der Familienvater Kadri Dulovi im Gespräch mit den SN: Als Albaner seien sie in ihrer Nachbarschaft massiv von den dort lebenden Mazedonen bedroht worden. Es fällt dem Vater schwer, Details zu schildern. Als seine Frau beinah vergewaltigt worden wäre, habe die Familie die Koffer gepackt und sei nach Deutschland geflüchtet, erzählt er. Die Stimmung im Wohnzimmer der Dulovis ist spürbar emotional. Kadris Frau Elvire ist den Tränen nah. Erst vor wenigen Tagen hat sie erfahren, dass sie schwanger ist. Seit ihrer Flucht haben die Eheleute Angst, in ihr altes Haus zurückzukehren. Geld für eine neue Bleibe haben sie nicht, schildert Kadri Dulovi.

 In Helpsen hat sich die Familie mittlerweile gut eingelebt. Seelische und tatkräftige Unterstützung auf ihrem Weg bekam sie unter anderem von Ana Hesse, der Vorsitzenden des Fördervereins der Grundschule Nienstädt. Ihr Sohn Alexander besucht dort dieselbe Schulklasse wie die neunjährige Meliha Dulovi, deren Bruder Fadil (6) in die Kita Bergkrug geht. „Die Familie hat sich so gut integriert und die Eltern würden so gerne eine Arbeit in Deutschland finden, um der Familie hier ein gutes Leben zu bieten“, sagt Hesse, die die Achterbahnfahrt der Gefühle miterlebt hat. „Sie sitzen ständig auf gepackten Koffern“, erzählte sie, als der Ausgang des Härtefallantrags noch offen war. Jetzt, wo die Abreise unumgänglich ist, ist sie enttäuscht: „Wir sind natürlich alle sehr traurig über die Entwicklung, vor allem, weil wir alles versucht haben.“

 Gemeinsam mit Bekannten, Freunden, Lehrern, Mitarbeitern der Kita und weiteren hilfsbereiten Menschen der Region hat sie die Familie bei Behördengängen und den übrigen bürokratischen Angelegenheiten unterstützt. Der Förderverein und die Kinder der Schule haben sogar Geld gesammelt, um die Anwaltskosten zu finanzieren. Und für den Fall, dass die Familie schließlich doch wieder zurück nach Mazedonien muss, hat Hesse mit dem Förderverein schon vor Wochen einen Spendenaufruf gestartet, damit die Dulovis nicht in ihr altes Haus zurück müssen, sondern sich eine neue Bleibe in einer anderen Gegend leisten können – dieser Einsatz war erfolgreich. Insgesamt sind 1000 Euro zusammengekommen. Damit können die Dulovis ihr altes Zuhause gegen ein Haus in einer anderen Region eintauschen. Dort, hoffen nun alle Unterstützer, können sie sich ein friedliches, neues Leben aufbauen. kil

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