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Aus Liebe zum alten Gemäuer

Rittergut in Helpsen Aus Liebe zum alten Gemäuer

Wieviel Geld er über die Jahrzehnte in das alte Rittergut gesteckt hat, weiß Eckard von Oheimb nicht mehr so genau. Aber seit er das Anwesen 1962 von seinem Vater geerbt hatte, sind nicht nur private und öffentliche Summen, sondern auch ehrlicher Schweiß in das Gut aus dem 16. Jahrhundert geflossen.

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Familie von Oheimb (vordere Reihe) nimmt die Plakette von den Vertreterinnen von Landkreis und Land in Empfang.

Quelle: geb

Helpsen. „Mein Vater hat viel Mühe investiert. Er hat mir auch die Liebe zum alten Gemäuer vermittelt“, sagt die Tochter des derzeitigen Gutsherren, Frauke von Oheimb. Sie gehört zur 19. Generation der Familie und hat bereits selbst Kinder. Auch Franziska Böger, im Landkreis für den Denkmalschutz verantwortlich, lobt: „Familie von Oheimb hat die gesamte Anlage originalgetreu restauriert, ohne dass wir große Überzeugungsarbeit leisten mussten.“

Mit gerade einmal 23 Jahren übernahm Eckard von Oheimb damals die Verantwortung für das Erbgut. Mit der Unterstützung eines Verwalters hielt er den landwirtschaftlichen Betrieb aufrecht. Für den Diplomlandwirt waren die historischen Bauten aber nicht unbedingt ein Segen. „Die alte Scheune mit dem Balkenständerwerk war für mich eher ein Ärgernis, weil sie wirtschaftlich gar nicht nutzbar war. Die hätte ich damals lieber für eine freitragende Konstruktion abgerissen“, erinnert sich Oheimb.

13 Generationen haben das Gut bewirtschaftet. „Davor haben sich meine Vorfahren vielleicht als Raubritter verdient“, mutmaßt der Nachfahre lachend. 1975 machte er sich an die Sanierung des Hofes. Im selben Jahr gab der Beamte für Agrarstatistik die landwirtschaftlichen Flächen an einen Pächter weiter. Zehn Jahre später bekam die Scheune ein neues Äußeres. „900 Quadratmeter Dachfläche haben wir mit eigenen Mitteln und 20.000 Mark Förderung neu eingedeckt“, so Oheimb. Für eine neue Fassade gab es 30.000 Mark extra.

1996 machte sich die Familie an die Graftentschlammung am Herrenhaus. Neben 400 Kubikmeter Schlamm förderten die Oheimbs alte Scherben zutage – die einzige archäologische „Kostbarkeit“ war aber nur ein Wecker, der im Zorn aus dem Fenster geschleudert worden war.

Die Brücke über den Graben vor dem Herrenhaus ist allerdings eher zweckmäßige Klempnerkonstruktion als historische Nachbildung. Goldfische, Rotfedern und Karpfen tummeln sich darunter, ein Frosch thront auf den Seerosen.

30.000 Mark steuerte der Landkreis damals dafür bei. Mittlerweile speisen sich die Förderungen aus Gemeinde-, Landkreis-, Landes- und zu 20 Prozent aus EU-Mitteln, wie zuletzt bei der mit 12.000 Euro bezuschussten Sanierung der Hoffassade. „Ohne die enge Kooperation aller Beteiligten wäre die Instandhaltung überhaupt nicht möglich“, erklärt Böger.

Eine schmucke Metallplakette neben dem Haupteingang wird das Anwesen von nun an als Landesdenkmal ausweisen. Die erste Anerkennung für seinen Verdienst bekam der Gutsherr schon 1996 in Form einer steinernen Tafel mit seinen Initialen von seiner Frau Adelheid.

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