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Helpser gegen Ortsumgehung

Rat gibt Stellungnahme zum Bundesverkehrswegeplan ab Helpser gegen Ortsumgehung

Der Helpser Gemeinderat hat sich einstimmig gegen die B 65-Ortsumgehung ausgesprochen. Während die Samtgemeinde zusammen mit der Gemeinde Nienstädt die geplante Maßnahme im Bundesverkehrswegeplan 2030 befürwortet, ist die Stellungnahme der Helpser anders ausgefallen. Die Ratsmitglieder sehen mehr Nachteile als Vorteile in einer Umgehung.

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Die geplante Umgehungsstraße (rote Linie) würde in Stadthagen beginnen und bei der Aral-Tankstelle in Gelldorf wieder auf die B 65 führen.  Montage: HARMENING

Quelle: Montage: Harmening

Helpsen. Nach Angaben von Bürgermeister Manfred Kesselring (SPD) ist die Stellungnahme fristgerecht bis zum 2. Mai beim Verkehrsministerium eingereicht worden.
Der Helpser Ratsherr Friedrich Deventer (Grüne) bezweifelt das und wirft Kesselring und dem Gemeindedirektor Ditmar Köritz einen Alleingang vor. Er fordert im SN-Gespräch mehr Transparenz bei derartigen Verfahren.
Auch die CDU-Fraktionssprecherin Martina Lohmann äußerte sich kritisch zum Verlauf der Ratssitzung, die relativ kurzfristig – binnen einer Woche – einberufen worden war. Ihr Eindruck: Kesselring wollte gar nicht über die Ortsumgehung sprechen. Zwar habe das Thema Bundesverkehrswegeplan auf der Tagesordnung gestanden, in den Unterlagen und dem Beschlussvorschlag zur Sitzung ging es aber lediglich um den vierspurigen Ausbau der Bahntrasse zwischen Hannover und Bielefeld.

Drohende Lärmbelästigung an der Umgehung

 Lohmann gab an, sie habe den Bürgermeister rechtzeitig am Telefon gebeten, den Tagesordnungspunkt um die Umgehungsstraße zu erweitern. In der Sitzung sei dann aber keine Rede mehr davon gewesen, meint die Fraktionssprecherin. Erst nach einer „hitzigen Diskussion“ hätten schließlich alle eingewilligt, das Thema doch noch zu beraten – mit einem klaren Tenor gegen die Umgehung.
Lohmann begründet ihre Haltung in einer Pressemitteilung damit, dass die Anlieger der neuen Umgehung ebenfalls mit Lärmbelästigungen zu rechnen hätten. Die Umgehung würde unter anderem durch ein Kirchhorster Flurstück führen. Außerdem sei gar nicht gesagt, dass der Verkehr auf der Bundesstraße in Nienstädt dadurch erheblich reduziert werde. Denn es sei davon auszugehen, dass die vorhandene B 65 aus Kostengründen nicht zurückgebaut werde. Außerdem sagt sie: „Die vielen Gewerbeanlieger, die auf den Durchgangsverkehr angewiesen sind, werden geschädigt. Neue Gewerbeansiedlungen werden verhindert.“ Ihr Fazit: „Die CDU-Fraktion ist sich darüber einig, dass eine Ortsumgehung mehr schaden als nutzen wird.“ Ihrer Meinung nach sollte man stattdessen endlich für den Lärmschutz der Anlieger an der B 65 sorgen. Das sei günstiger und könne sofort umgesetzt werden.
Kesselring wehrt sich auf Anfrage der SN gegen die Vorwürfe eines Alleingangs. Die Stellungnahme der Gemeinde sei fristgerecht eingereicht worden.

Das Problem werde nur verlagert

Er habe in keinster Weise die Absicht, irgendetwas zu verheimlichen. Dass die Presse nicht eingeladen wurde, sei wohl „durchgerutscht“, aber keine Absicht gewesen, beteuert er und erklärt, dass auch er ein Interesse daran habe, dass Helpsen in Sachen Ortsumgehung Stellung bezieht. Seiner Meinung nach würde die neue Umgehung Helpsen durchaus berühren, wenn auch nur am Rande.
 Außerdem meint Kesselring, die Umgehung würde das Problem der Verkehrsbelastung und Lärmbelästigung nur verlagern. Er sei skeptisch, ob die B 65 durch eine Umgehung wirklich deutlich entlastet werden würde.
Warum das Thema trotzdem nicht auf der ursprünglichen Tagesordnung berücksichtigt worden war, beantwortet Kesselring so: Das Thema Bahntrasse tangiere die Gemeinde mit dem Bahnhof in Kirchhorsten nicht unerheblich. Daher sei es vorrangig.
Inhaltlich sei sich der Rat über den Bau der Bahntrasse einig gewesen. Im Beschlussvorschlag heißt es, dass von Lindhorst bis zur Abzweigung Echtorf ein trassennaher Ausbau des dritten und vierten Gleises unter Berücksichtigung von Lärmschutzmaßnahmen gefordert werde. Die Neubaustrecke ab der Abzweigung Echtorf solle ebenso trassennah unter Ausnutzung der vorhandenen Brückenbauwerke fortgeführt werden.

kil

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