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Helpsen Nichts bewegt sich
Schaumburg Nienstädt Helpsen Nichts bewegt sich
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17:06 21.02.2018
Die Messtafeln am Ortseingang von Südhorsten sollen für eine Geschwindigkeitsreduzierung in der Ortsdurchfahrt sorgen. Quelle: kil
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SÜDHORSTEN

Zudem hatte Helpsen um Fahrradschutzstreifen an der Ortsdurchfahrt gebeten.  Wie eine Sprecherin des Kreises erklärt, stehen noch Termine mit der Verkehrskommission aus. Wie lange Helpsen noch auf eine Antwort warten muss, sei offen.

Martina Lohmann (CDU), die von Anfang an für den Kreisel gekämpft hat, sagt: „Nur weil sich etwas hinziehen könnte, muss man deshalb nicht auf die bessere Lösung verzichten.“ Ihrer Ansicht nach hätte schon 2015 alles geklärt werden können. Der Kostenrahmen sei überschaubar und der zeitliche Ablauf perfekt gewesen.

Vorschlag von der falschen Person?

Es habe eine Sitzung mit Vertretern des Landkreises und der Straßenbaubehörde gegeben, damit das Projekt 2016 hätte geplant werden können. „Leider haben die Vertreter der Mehrheitsfraktion damals die Notwendigkeit nicht gesehen.“ Parteikollege Hinrich Gottschalk habe es in einer Sitzung auf den Punkt gebracht: „Der Vorschlag kam wohl von der falschen Person. Das hat das Verfahren in die Länge gezogen.“

Lohmann hofft, dass die Zuständigen die Wichtigkeit der Maßnahme sehen. „Ansonsten wird uns nichts anderes übrig bleiben, als wieder einmal die Bürger zu mobilisieren.“ Es sei kein Ende in Sicht. Vielleicht sei das Taktik: abwarten, bis die Südhorster Bürger aufgeben. „Wir kämpfen weiter.“

Kerstin Reichau (SPD), die als einzige dagegen gestimmt hatte, einen Kreisel prüfen zu lassen, sagt: Die SPD-Fraktion hatte aufgrund der hohen Investitionskosten und der damaligen Einschätzung, ob ein Kreisel das geeignete Mittel sei, diese Maßnahme abgelehnt. Die Mehrheit ihrer Fraktion halte an dem jüngsten Beschluss fest.

Reichau hat es kommen sehen

Sie persönlich bleibt dabei, den Kreisel abzulehnen. Schon damals habe sie genau diese zeitliche Verzögerung vorhergesehen. So sei bei der Vorstellung des Gutachtens von Behördenseite aus von geringen Förderchancen gesprochen worden. Darum habe Reichau nur für Tempomessgeräte und Schutzstreifen gestimmt.

Die Messgeräte hält die Fraktion geschlossen für sinnvoll – „ein positiver Erfolg ist dadurch bereits an allen Aufstellorten erkennbar.“ Kolb liegen dazu noch keine Auswertungen vor. Dass die Schutzstreifen noch nicht aufgetragen wurden, bedauert Reichau, dafür könne die Gemeinde nichts.

Obwohl die SPD anfangs gegen einen Kreisel war, hatten sich die Sozialdemokraten vom Gutachten überzeugen lassen, welches den Kreisel als sicherste Variante auswies. Darum stimmten die meisten dafür.

Nur im finanziellen Rahmen

Dennoch: Ein Kreisel komme für die Mehrheit der SPD-Fraktion nur in Frage, wenn es entsprechende Förderungen gebe und die Gesamtinvestition nicht 250.000 Euro überschreitet“.

Friedrich Deventer (Grüne) meint: Die politischen Beschlüsse samt Kreisel-Planung seien „der größte politische Placebo, der je in Helpsen verabreicht wurde“. Und zwar ohne einen Plan B. Die vor Jahren ins Spiel gebrachten Querungshilfen vom Landreis könnten schon längst da sein.

Aufwand nicht gerechtfertigt

Deventer wünscht sich eine langfristige Finanzplanung. Zudem ist er der Meinung, der Südhorster Verkehrspunkt werde in der Gemeinde bevorzugt. Er wirft die provokante Frage auf: Liegt die Privilegierung Südhorstens daran, dass eine nicht unerhebliche Anzahl von Ratsmitgliedern aus Südhorsten kommt? Oder ist es „die Überforderung unseres Bürgermeisters“? Nach wie vor ist er der Ansicht, dass die Verkehrslage nicht den Aufwand eines Kreisels rechtfertigt. „Förderung hin Förderung her.“ kil

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