Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
SPD-Kreistagsfraktion besucht Kreisaltenzentrum

Einschneidende Veränderungen SPD-Kreistagsfraktion besucht Kreisaltenzentrum

Früher war es eine Aufbewahrungsanstalt für alte Leute, heute ist es ein Seniorenheim mit modernen Strukturen. Diesen Wandel des Kreisaltenzentrums in Helpsen hat Geschäftsführerin Anette Ebeling der SPD-Kreistagsfraktion nähergebracht. Rund 30 Sozialdemokraten waren in die Einrichtung gekommen, um sich über Konzepte und Veränderungen zu informieren.

Voriger Artikel
Zeitungsausträger findet Geldbörse
Nächster Artikel
24-Stunden-Dienst für die Feuerzwerge

Anette Ebeling und Kerstin Lutter.

Quelle: kil

Helpsen/Landkreis. Ebeling schilderte „einschneidende Veränderungen“ und Fraktionsvorsitzender Eckhard Ilsemann, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Altenzentrums ist, erinnerte sich noch an die sechziger Jahre, in denen sein Vater noch Heimleiter war. Flüchtlinge, Alte und Behinderte seien dort „aufbewahrt worden“ worden, „abends wurden die Türen abgeschlossen“. Mit gesellschaftlicher Teilhabe habe das damals wenig zu tun gehabt.
Die Grundmauern des Gebäudes stammen aus den Zwanzigern, weiß Ebeling. Zuerst sei es ein Bergbau-Schacht gewesen. In Folge des Zweiten Weltkrieges sei das Haus für Vertriebene aus dem Ruhrgebiet und ehemaligen Ostgebieten umgenutzt worden. 1947 kaufte der Landkreis Bückeburg das Gebäude und machte daraus ein Alten- und Kinderheim.
Einschneidend sei die Einführung einer Pflegeversicherung 1996 gewesen. So konnten sich Senioren stationäre Pflegeplätze leisten und Pflegeheime wurden auch interessant für Privatanbieter. 2007 sei das Haus als gemeinnützige GmbH ausgegliedert worden, mit dem Landkreis Schaumburg als alleinigem Gesellschafter. In den Folgejahren habe sich eine Menge verändert, baulich und in der Pflege. In Helpsen habe man sich komplett für moderne Hausgemeinschaften entschieden. Pflegedienstleiterin Kerstin Lutter stellte das Konzept vor: Zwölf bis 13 Senioren leben in einer Hausgemeinschaft mit einer festen Präsenzkraft, die die Bewohner in hauswirtschaftliche Aktivitäten, wie Kochen und Wäsche machen einbindet. „Viel reales Alltagsleben“, so Lutter.
Eine vergleichbar einschneidende Veränderung wie 1996 sind Ebeling zufolge die neuen Pflegestärkungsgesetze. Zum einen ändere sich der Pflegebedürftigkeitsbegriff. Aus drei Pflegestufen werden fünf Pflegegrade. Dabei werde es für Demenzkranke leichter, einen höheren Grad zu bekommen, für körperlich Eingeschränkte eher schwieriger. Während sich für die ambulante Betreuung die finanziellen Zuwendungen fast verdoppelt, werden künftig in der stationären Betreuung alle den gleichen Anteil zahlen, unabhängig vom Pflegegrad. Das könnte Ebeling dazu führen, dass in den Seniorenheimen eher Menschen mit höherer Pflegebedürftigkeit wohnen werden und die fitteren Senioren eher auf ambulant betreute Wohnformen zugreifen. Hier sieht Ebeling die Kommunen in der Pflicht, die dafür nötigen Strukturen zu schaffen.

kil

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg