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Vergebliche Suche nach alter Leiche

Helpsen / Polizei Vergebliche Suche nach alter Leiche

43 Jahre nach dem Verschwinden des damaligen Teenagers Angelika I. aus Helpsen ist überraschend Bewegung in den Fall gekommen. Auf Geheiß der Staatsanwaltschaft Bückeburg suchten Arbeiter an der Riepacker Straße nach dem Leichnam der Vermissten. Gefunden wurde nichts.

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Die Bagger schütten die beiden Löcher nach vergeblicher Suche wieder zu. © rg

Helpsen (gus). Bereits Montag (9. Mai) rückten Bagger und Polizeiautos an, um die Riepacker Straße an zwei Stellen nahe den Einmündungen An der Gehle und Am Ihlpohl aufzureißen. Die Löcher, die sie gruben, waren nicht sehr groß, etwa einen Meter breit und zwei Meter lang. Ein Hinweis hat die Staatsanwaltschaft Bückeburg nach Angaben von deren Pressesprecher, Klaus Jochen Schmidt, dazu bewegt, die Suche nach der Vermissten wieder aufzunehmen.

Es hat demnach auch eine Vernehmung eines Helpsers gegeben. Ergebnisse konnte Schmidt allerdings nicht präsentieren. Dass der Fall möglicherweise kurz vor der Aufklärung steht, verneinte der Oberstaatsanwalt ausdrücklich. Für die Ermittler handle es sich nach derzeitiger Aktenlage auch nicht um einen Mordfall, sondern um eine Vermisstensuche.

Was genau 1968 in Helpsen passiert ist, bleibt also weiter im Dunkeln. In der Nachbarschaft halten sich seit dem Verschwinden der 1952 geborenen Angelika I. hartnäckig Gerüchte. Weil damals Kanalrohre an der Riepacker Straße verlegt wurden, vermutete die Polizei bereits vor 43 Jahren, dass I.s Leiche in der Baugrube verscharrt worden war. Eine groß angelegte Suchaktion, die Schmidt bestätigte, ist seinerzeit erfolglos geblieben.

Nicht nur an der Riepacker Straße wurde nach Kenntnis dieser Zeitung gesucht. Die Feuerwehren durchkämmten mit der Polizei beispielsweise mehrere Waldstücke, unter anderem auch Teile des Schaumburger Walds. In der Gemeinde geht man dem Vernehmen nach davon aus, dass I. nicht mehr am Leben ist. Die späte Aufklärung der möglichen Mordtat hätte zumindest eine gewisse Erleichterung gebracht und für Ruhe gesorgt, sagten zwei Helpserinnen dieser Zeitung.

Denn immer wieder kamen unterschiedliche Versionen des vermeintlichen Verbrechens in Umlauf. Wie mehrere Quellen sagten, hat es auch konkrete Verdächtigungen gegeben. Besonders unter den älteren Helpsern blieb das Verschwinden Angelika I.s stets ein Thema. Schmidt zeigt Verständnis dafür, dass die Gerüchteküche schnell heiß lief. „Da fehlt jemand aus deren Mitte“, so Schmidt.

Die Gemeinde ist knapp über die geplanten Arbeiten an der Straße in Kenntnis gesetzt worden. Am Montag buddelten sich die Bagger ins Erdreich, am Dienstag (10. Mai) wurden die Löcher bereits wieder zugeschüttet. So lange blieb die Straße gesperrt.

Die Anwohner beobachteten das Szenario mit Interesse, zumal sich schnell herumgesprochen hatte, dass nach der vor 43 Jahren verschwundenen Helpserin gesucht wurde.

Von den Arbeitern erfuhren die Beobachter allerdings keine Einzelheiten. Den Männern war ein striktes Schweigegebot auferlegt worden.

Welcher Art der Hinweis war, den die Staatsanwaltschaft bekommen hat, wollte Pressesprecher Schmidt nicht preisgeben. Aus ermittlungstaktischen Gründen könne er dazu keine präzise Auskunft geben.

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