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Helpsen Wenn der Wind die Kassen klingeln lässt
Schaumburg Nienstädt Helpsen Wenn der Wind die Kassen klingeln lässt
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00:16 10.04.2016
Wollen dicke Bretter bohren: Manfred Görg (v.l.), Frank Tegtmeier, Eduard Hunker, Friedrich Deventer und Daniel Strathmann. Quelle: ber
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Helpsen

Damit Bürger selbst in die Windenergie investieren können, sei im Oktober 2015 die Genossenschaft aus dem Kreis des Vereins Bürgerenergiewende Schaumburg gegründet worden, erklärte Tegtmeier. „Bei uns geht es um die wirtschaftlichen Interessen der Energiewende.“

Derzeit verfüge die Genossenschaft über 120 000 Euro Kapital, 56 Mitglieder haben bereits Anteile gezeichnet. Ziel ist es, sich mit einer Anlage an dem geplanten Windpark Riepen/Beckedorf zu beteiligen – so er denn genehmigt wird. 20 Prozent der Kosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro müssten die Genossen dafür aufbringen, rechnete Tegtmeier vor. „Wir brauchen rund 650 000 Euro.“ Der Rest könne über Kredite finanziert werden.

Vorrang sollen dabei Bürger haben, die in unmittelbarer Nähe zum geplanten Windpark wohnen. „Es erhöht die Akzeptanz der Anlagen, wenn die Menschen selbst davon profitieren“, meinte Tegtmeier. Derzeit lägen die Energiekosten in Schaumburg pro Kopf bei mehr als 3000 Euro im Jahr. „Und nur fünf Prozent der Wertschöpfung bleibt in der Region.“

Heftige Widerstände

Doch an der Akzeptanz hapert es aus Sicht des stellvertretenden Vorsitzenden der Bürgerenergiewende noch. Manfred Görg beklagte die „heftigen Widerstände“ gegen den Windenergie-Ausbau. Insbesondere in Lindhorst sei die Kritik „sehr polemisch“ gewesen.

Dabei gibt es aus Sicht von Görg gar keine Alternative. Im Klimaschutzabkommen von Paris seien verbindliche Zielsetzungen zur CO2-Reduzierung vereinbart worden. Nach dem Klimaschutzkonzept des Bundes müssten bis 2030 mehr als 70 Prozent der Stromerzeugung aus Windenergie kommen.

Insbesondere den Flächenländern wie Niedersachsen komme dabei eine besondere Bedeutung zu, da dort Flächen für Windkraft zur Verfügung stünden. Um in Schaumburg das Ziel des Klimaschutzkonzeptes zu erreichen, würden 500 Hektar an Vorrangflächen für Windkraft benötigt. Zum Vergleich: Derzeit sind im Landkreis 29 706 Hektar als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen. „Das müsste verdammt nochmal möglich sein“, meinte Görg, der die Zurückhaltung des Landkreises, der Kommunen und der Politik in diesem Bereich kritisierte. Auch die Stadtwerke müssten sich mehr engagieren, forderte er.

Rendite muss stimmen

Der Geschäftsführer der Stadtwerke Schaumburg-Lippe erklärte grundsätzliche Bereitschaft, in die Windenergie zu investieren. „Allerdings muss für uns die Rendite stimmen“, schränkte Eduard Hunker ein. „Sonst können wir das gegenüber unseren Kunden nicht vertreten.“ ber

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