Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Baupfusch kein Grund für Ausschluss

Hespe/Stemmen / Gemeinderat Baupfusch kein Grund für Ausschluss

Der Baupfusch-Fall von Stemmen hat auch im Hesper Gemeinderat für eine lebhafte Diskussion gesorgt. Auf die Frage eines Zuhörers, ob die Gemeinde auch weiterhin mit dem Architekten zusammenarbeiten würde, der mutmaßlich für die Einsturzgefahr eines Wohnhauses am Neuen Weg verantwortlich ist, antworteten die Politiker ein wenig zähneknirschend „Ja“.

Voriger Artikel
Eine 15-jährige Litauerin hakt nach
Nächster Artikel
Positiv überrascht von Texas

Kindergarten Hespe. © gus

Hespe/Stemmen (gus). Dass der Schaumburger Architekt bereits für die Gemeinde tätig gewesen ist, kam bei einer vorherigen Diskussion heraus. Zuhörerin Skadi Palutzki, deren Familie aus dem verpfuschten Haus in Stemmen ausziehen musste, hatte sich erkundigt, wer für die Fehler bei den Bauarbeiten am Kindergarten verantwortlich war, wer sie behoben beziehungsweise dafür bezahlt hat und ob der beschuldigte Architekt seine Finger im Spiel hatte.

Bürgermeister Werner Vehling (SPD) nannte den Namen eines anderen Unternehmens und erntete Palutzkis Zwischenruf, wonach der fragliche Architekt seinerzeit für eben jenes Unternehmen tätig war. „Das weiß ich doch nicht“, entgegnete Vehling. Herbert Presser (SPD) räumte halblaut ein, der Architekt der Palutzkis sei auch einer der Bauleiter bei den Arbeiten am Kindergarten gewesen.
Maximilian Schulz, der für eine Artikel in der Schülerzeitung des Ratsgymnasiums recherchiert, wollte wissen, ob die Gemeinde noch mit dem in Rede stehenden Architekten zusammenarbeiten würde. Mehrere Ratsherren versuchten darzulegen, dass die Gemeinde diesen nicht von öffentlichen Ausschreibungen für Bauvorhaben ausschließen darf.

Lauter wurde es im Sitzungszimmer, als Palutzki zu hören bekam, die Gemeinde Hespe sei mit der Arbeit des Mannes zufrieden gewesen. Auch Sätze wie: „So lange er nicht verurteilt ist, sollten auch wir nicht urteilen“, trugen keineswegs dazu bei, dass sich die Gemüter abkühlten. „Den ersten Prozess haben wir mit Pauken und Trompeten gewonnen“, sagte Palutzki. „Ist er noch Architekt? Na also, und so lange dürfen wir nicht Nein sagen und ihn nicht vorverurteilen“, so Vehling.

Klaus-Ulrich Schmidt (Grüne) zeigte Verständnis für Palutzkis Zorn, probierte abermals zu erläutern, dass der betreffende Architekt sogar beauftragt werden müsste, wenn er bei einer Ausschreibung das günstigste Angebot vorlegen würde. „Dass das Günstigste nicht immer das Beste ist, wissen wir auch. Aber da sind uns die Hände gebunden“, so Schmidt. Johannes Böse (CDU) fügte hinzu, dass der günstigste Anbieter die Gemeinde verklagen könnte, sollte diese sein Angebot ausschlagen.

Wer nun für die Bauschäden am Kindergarten gerade stehen musste, wurde letztlich nicht geklärt. Dort hatte es eine aus heutiger Sicht mangelhafte Dämmung zu beanstanden gegeben, wofür Vehling „andere Maßstäbe als heute“ verantwortlich machte.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg