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Hespe will besseren Internetempfang

Unterschriftensammlung Hespe will besseren Internetempfang

„Der Hunger nach Bandbreite wächst stetig“, sagt die Pressestelle der Telekom. Und in Hespe ist er offenbar besonders groß: Andreas Länz hat die Nase voll.

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Andreas Länz hat eine Unterschriften-Sammlung gestartet, damit sich der Internetempfang in Hespe endlich verbessert.

Quelle: kil

Hespe/Stemmen. Seit Jahren wartet er darauf, dass er in seinem Haus an der Hesper Straße endlich einen vernünftigen Internetempfang bekommt – ohne Erfolg. Und er ist nicht der einzige in der Gemeinde, der unter miesen Transferraten leidet. Um Druck auszuüben, hat Länz jetzt eine Unterschriften-Sammlung in der Gemeinde gestartet. Damit hofft er, den Verantwortlichen endlich „auf die Sprünge helfen“ zu können.

 300 Einwohner haben sich bereits in die Liste für besseres Internet in Hespe, Stemmen und Teilen Seggebruchs eingetragen. Am Sonnabendvormittag will Länz vor dem Lidl in Stemmen weitersammeln.

 Dass Hespe zu den „unterversorgten Gebieten“ in Schaumburg gehört, bestätigt auch der Landkreis. Wie sich das im Alltag zeigt, schildert Länz: Die Verträge der Telekom sichern eine Datenübertragungsgeschwindigkeit bis 16 Megabits pro Sekunde zu. Die meiste Zeit des Tages kämen aber nur zwei bis drei Megabits an. „Oft sind es noch weniger“, klagt Länz, der schon mehrere Anbieter – 1&1, Vodafone, Telekom – ausprobiert hat. Mehrere Male hatte er einen Techniker zu Hause – auch das habe langfristig nichts genützt.

 Offenbar, meint Länz nach vielen Recherchen, liege das Problem an den Hauptleitungen oder den Verteilerkästen. Dass erst vor fünf Jahren die Leitungen ausgebaut wurden, kann sich Länz aufgrund der aktuellen Lage gar nicht mehr vorstellen. In einem ist er sich aber sicher: Er sieht vor allem die Kommune in der Pflicht. Statt viel Geld für einen neuen „Dorfmittelpunkt auszugeben, den keiner haben will“, sollte sich die Gemeinde lieber um die Internetversorgung kümmern, kritisiert er.

 Hespes Bürgermeister Werner Vehling schiebt die Verantwortung der Telekom zu. „Ich kann die Bürger verstehen“, sagt er. Man sei heute schließlich auf eine gute Internetverbindung angewiesen. Bereits im Oktober 2014 habe er das Hesper Problem der Telekom geschildert, auf sein Schreiben aber keine Rückmeldung erhalten. Daraufhin habe er vor einigen Tagen ein neues „gewaltiges Schreiben aufgesetzt“. Darin spricht er von einem seit „Wochen andauernden täglichen Einbruch der Transferrate bis zum Teil unter zwei Megabits pro Sekunde“. Da dieses Problem gemeindeweit auftrete, „möchten wir Sie um eine zügige Beseitigung dieses Mangels bitten“. Weiterhin fordert er, Hespe „vordringlich als eine der ersten Anschlussgebiete mindestens mit VDSL 5000 zu versorgen“ – man könne es ja mal versuchen, kommentiert Vehling diese Bitte. Vor fünf Jahren habe man die Kabelverteiler an der Hauptstraße, Dorfstraße und Leveser Straße ausgebaut, damit die Haushalte mit bis zu 16 Megabits versorgt werden könnten. Aber das funktioniere eben nicht immer.

 Die Telekom betont indessen auf Anfrage: Die Gemeinde Hespe sei mit bis zu 16 Megabits pro Sekunde „generell sehr gut ausgebaut“. „Das Netz ist nicht überlastet.“ Die Bandbreite, die bei einem Kunden ankomme, hänge immer davon ab, wie weit er vom Verteilerkasten entfernt sei. Das habe physikalische Gründe: „auf den letzten Metern – auch die letzte Meile genannt – laufen die Signale über Kupfer – und Kupfer dämmt. Aus diesem Grund geben wir auch die Geschwindigkeiten mit ,bis zu‘ an.“ Wer Probleme habe, sollte sich an den Kundenservice wenden, um den Anschluss prüfen zu lassen, heißt es. Und: „Die Bandbreite in Hespe ist nicht in Stein gemeißelt.“ Weil der besagte „Hunger nach Bandbreite“ wachse, arbeite die Telekom „permanent am Infrastrukturausbau und an der Optimierung der Netzqualität“. Aber: ein Infrastruktur-Ausbau sei auch teuer – jede Maßnahme müsse auch wirtschaftlich sein.

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