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Jörg Graf rollt mit seinem fahrenden Supermarkt durch die Dörfer

Verkaufen vor der Haustür Jörg Graf rollt mit seinem fahrenden Supermarkt durch die Dörfer

Seit mehr als 30 Jahren versorgt Jörg Graf aus Hespe mit seinem Lebensmittel-Mobil Haushalte und Heime auf mehreren Routen im Landkreis.

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Jörg Graf fährt seit vielen Jahren mit seinem Lebensmittel-Mobil durch den Landkreis. sk

Hespe. Stromkabel schlängeln sich in das Auto. An der Stemmer Straße 1 auf dem Bergkrug wird allerdings kein Elektromobil aufgeladen, sondern ein Kühlaggregat. Joghurt, Milch und Käse sollen frisch bleiben auf der Tagesfahrt.

Auf dem 15 Jahre alten Mercedes-Transporter steht werbewirksam „Der Graf“. Wenn Arbeit adelt, ist der Name auf jeden Fall berechtigt. Dienstags bis freitags von 11 bis 22 Uhr ist Graf mit seinem rollenden Supermarkt im Raum Bückeburg, im Auetal und rund um Bad Nenndorf unterwegs. Und am Wochenende organisiert und bestückt der 55-Jährige Flohmärkte in Hannover, Osnabrück, Bad Salzuflen, muss dafür mitten in der Nacht aus dem Bett. Auch auf den Flohmärkten verkauft er Lebensmittel, Sonderposten und Kosmetika. „Das ist mein Hobby“, betont der Hesper.

Während Graf mit dem Frische-Mobil unterwegs ist, managed Ehefrau Gabriele den kleinen Lebensmittelladen auf dem Bergkrug. Mutter Irmgard arbeitet dort ebenfalls noch mit, hat früher selbst das Frische-Mobil gefahren, ebenso wie ihr Mann.

Der inzwischen verstorbene Firmengründer Josef Graf, hatte den Lebensmitteltransport begonnen, mit Pferd und Wagen und zunächst einem einzigen Produkt: Sonntags fuhr Graf mit Milchkannen vor die Kirche und verteilte das nahrhafte Gut gegen Lebensmittelmarken. Das war Anfang der Fünfziger. Ein paar Jahre später begann die Motorisierung. Graf senior schaffte einen DKW-Laster mit Zweitaktmotor an und baute das Lebensmittelgeschäft am heutigen Standort.

Sohn Jörg lernte im Einzelhandel und übernahm sowohl das stationäre als auch das rollende Geschäft. In beiden ist der Kunde mehr als nur Käufer. Er kann eine persönliche Ansprache erwarten. Der Laden ist auch sonntags geöffnet und eine Poststelle ist dort ebenfalls eingerichtet. Hinzu kommt im Familienbetrieb das Mobil. „Wenn man da nicht für lebt...“, sagt Graf, lächelt und lässt den Satz unvollendet. Aber es ist klar: Ohne die Hingabe, ohne dass man wirklich gern tut, was man tut, und ohne Spaß am Umgang mit Menschen wäre die Kraftbatterie längst verbraucht. Das ist bei Jörg Graf ganz augenscheinlich nicht der Fall. Zehn bis 15 Jahre will er gern noch unterwegs sein mit seinem Supermarkt auf Rädern – und seine Flohmärkte betreiben.

Der Hesper hält mit seinem Mobil auf den Dörfern vor vielen Häusern, auf täglich unterschiedlichen Routen. So deckt er ein möglichst großes Gebiet ab. Dass er täglich noch so spät unterwegs sei, mache Sinn. Früher warteten die Hausfrauen morgens auf den Lebensmittelwagen. Heute seien die meisten Leute erst abends zu Hause. Das Interesse der erwerbstätigen Kunden zeigt aber auch, dass nicht nur Senioren oder immobile Menschen den rollenden Einkaufsladen nutzen.

Das wiederum liege am Sortiment, ist sich Graf sicher. Im Bereich Obst und Gemüse sei er zum Beispiel besser sortiert als in seinem Lebensmittelladen. Er bringe Besonderes mit, auf das die Leute warten, Schwarze Oliven zum Beispiel, die ohne Kerne. Außerdem Avocados oder kleine Honigtomaten. Und es gibt im Wagen Brot und Brötchen, viele Produkte des täglichen Bedarfs, Zeitungen, Säfte, Wasser. Für die Molkereiprodukte fährt er extra nach Asendorf. Dort produziert ein kleine Molkerei noch wie vor 30 Jahren zum Beispiel nicht homogenisierte Milch.

Graf ist Überzeugungstäter in seinem Beruf und man spürt seine Leidenschaft, etwas zum Wohl der Menschen zu tun. Graf sieht das gleichmütig: „Dazu ist der Mensch doch auf der Welt – oder?“        von Vera Skamira

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