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Hespe Polizei warnt vor Telefonbetrug
Schaumburg Nienstädt Hespe Polizei warnt vor Telefonbetrug
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19:55 10.12.2015
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Hespe/Bückeburg (kil)

Als der Hesper am Mittwochvormittag ans Telefon ging, hörte er eine Ansage vom Band: Angeblich sei am anderen Ende der Leitung die Vollzugsbehörde Hamburg, mit der Nachricht, dass ein Pfändungsbeschluss gegen den 56-Jährigen vorliege. Angesichts stetig steigender Personalkosten sparten nun auch betrügerisch vorgehende Callcenter aus Effizienzgründen Mitarbeiter ein und ließen den Computer bei möglichen Opfern anrufen, heißt es von einem Sprecher der Bückeburger Polizei.
Die mechanische Stimme forderte den Hesper auf, an seinem Telefon die Taste 1 zu drücken, um sofort zu bezahlen, oder die Taste 2 zu wählen, um mit einer Anwaltskanzlei verbunden zu werden. Der Anrufer habe das einzig Richtige getan und sofort aufgelegt. Die Polizei warnt, dass sich hinter diesen Anrufen Kostenfallen für die Angerufenen verbergen.
Weil viele Bürger neugierig seien, was sich hinter dem Anruf verbirgt, entschieden sie sich für eine Tastenwahl. Erst dann würden die Callcenteragenten auftreten und den Bürger künstlich in der Leitung halten – für Minutenkosten von 1,99 Euro oder pauschalen Unkosten von 10 Euro oder mehr, die automatisch von der nächsten Telefonrechnung abgebucht werden.
Ein weiterer Fall ereignete sich in der vergangenen Woche in Bückeburg. Ein 71-Jähriger erhielt per Telefon – angeblich von einem Hamburger Staatsanwalt – die Nachricht, dass seine Kontodaten ausgespäht wurden, die Täter aber festgenommen werden konnten und dem Bückeburger aus der Gesamtbeute von 2,7 Millionen Euro nun 45 000 Euro zustehen würden. Um das Geld zu erhalten, sollte der 71-Jährige vorab eine Bereitstellungsgebühr in Höhe von 6 500 Euro auf ein Konto der Postbank überweisen. Um die Seriosität des Anrufes zu untermauern, wurde dem Bückeburger für Rückfragen die Telefonnummer der Staatsanwaltschaft Hamburg genannt. Bei der Anwahl der 040-Telefonnummer in der Hansestadt meldete sich dann auch eine Frauenstimme, die eine Verbindung mit dem Staatsanwalt herstellen wollte. Zu einem weiteren Gespräch kam es aber nicht, weil der Bückeburger aus Argwohn das Telefonat beendete.
Zu Recht, sagt die Polizei. Denn die Nummer gehört gar nicht der Staatsanwaltschaft und eine solche Vorgehensweise werde von Ermittlungsbehörden auch gar nicht angewendet. Gleichlautende Anrufe habe es bereits im November im Raum Hannover und Bad Zwischenahn gegeben.

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