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Stemmerin verliert gegen Energiekonzern e.on

Weiter unter Strom Stemmerin verliert gegen Energiekonzern e.on

Verena Niemann aus Stemmen hat den Prozess gegen e.on verloren. Nach dem Urteil des Landgerichtes Bückeburg muss sie mehr als 20 000 Euro an den Energieversorger zahlen und im Zweifelsfall auch einen Techniker des Unternehmens ins Haus lassen, der ihr den Strom abklemmt. Doch aufgeben will sie nicht.

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Der bereits ansehnliche Papierstapel wird weiter wachsen: Ekkehard Sebening und Verena Niemann klagen jetzt in München. 

Quelle: jcp

Stemmen (jcp). E.on-Vertreter werden wohl nicht mehr vor der Tür stehen, da Niemann inzwischen den Anbieter gewechselt hat. Kurios: Ihre Schlussrechnung von e.on weist einen Abschlag-Überschuss von gut 500 Euro aus, obwohl sie nach Ansicht des Unternehmens zwischen 2011 und 2013 Strom für zigtausende Euro verbraucht haben soll.
Für Niemann und Rechtsanwalt Ekkehard Sebening ein Argument mehr, weiterzumachen. Denn nach wie vor sind die beiden überzeugt: Niemanns angeblich so enormer Stromverbrauch hing mit einem kaputten Zähler zusammen. Das hatte e.on zwar seinerzeit nach einer Prüfung anerkannt – allerdings hat nach Darstellung des Energieversorgers der Defekt dafür gesorgt, dass der Zähler sogar zu Niemanns Gunsten arbeitete. Eigentlich habe die alleinerziehende Mutter dreier Kinder also sogar noch mehr Strom verbraucht.
Für Anwalt Sebening und seine Mandantin war das bereits vor zwei Jahren ein Argument zum Haare raufen. Ähnlich verhält es sich für den Juristen nun mit der Urteilsbegründung aus Bückeburg.
Die lautet im Prinzip: Ein Unternehmen wie e.on hält im Interesse der Allgemeinheit Preise gering. Daher, so heißt es im Urteil, müsse es „keine Verzögerungen bei der Zahlung seiner Leistung hinnehmen […], die auf Einwänden von Kunden beruhen“. Ob der Zähler nun kaputt war oder nicht, muss in einem gesonderten Prozess geklärt werden. Gedeckt ist dieser Beschluss durch die sogenannte „Stromgrundversorgungsverordnung“.
Sebening wird nun den Weg der besagten zweiten Instanz begehen. Juristen sprechen von einem Rückforderungsprozess. Der wird in München stattfinden, da der zuständige Teil e.ons dort seinen Sitz hat.
Seine Mandantin bewundere Sebening dafür, dass sie weitermacht. Immerhin bringe der Prozess ein nicht ungewisses Kostenrisiko mit sich, von der nervlichen Belastung einmal abgesehen. „Aber wir sind einfach beide überzeugt davon, dass es ungerecht ist, was hier passiert“, sagt der Stadthäger Anwalt.
Die Prozessdauer schätzt Sebening auf etwa ein Jahr. Für Niemann zwölf weitere Monate des Zusammenzuckens, jedes Mal, wenn es an der Tür klingelt. Auch wenn es der Stromabsteller nicht sein kann: Bis zur Entscheidung in München hat das Bückeburger Urteil bestand – und öffnet zumindest theoretisch dem Gerichtsvollzieher Tür und Tor.

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