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22 Koi-Karpfen fressen sich zu Tode

Tödliche Völlerei 22 Koi-Karpfen fressen sich zu Tode

Kois gelten zwar als Könige der Teichfische, haben aber ein großes Problem. Sie sind total verfressen und kennen kein Maß. In der Samtgemeinde Nienstädt hat diese schlechte Angewohnheit 22 von ihnen das Leben gekostet.

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Nienstädt/Bückeburg (ly). Während ihr Vater im Urlaub war, sollte die Tochter eines Teichbesitzers dessen Kois füttern, wobei es zu einem folgenschweren Missgeschick kam: Die offene Dose fiel in den Teich, das Futter verteilte sich im Wasser, die Schuppentiere hauten rein. „Das ist ja wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten zusammen“, dachte die Frau, wobei sie zweifellos einen menschlichen Maßstab anlegte. Die Fische fraßen, bis sie platzten – jedenfalls innerlich. Nach dem Urlaub schickte der Hausherr einen toten Koi zur Untersuchung in die Tierärztliche Hochschule Hannover (THH). Ergebnis: Darmrisse durch Überfütterung. Tod durch Völlerei.
Vor dem Landgericht in Bückeburg kam ein Sachverständiger zu dem Schluss, dass der Fisch sich regelrecht „totgefressen“ habe. Dies sei „keine Seltenheit“, schließlich handele es sich bei Kois um „regelrechte Fressmaschinen“. Vielleicht hätte die Frau sich vorher schlaumachen sollen. „Der Koi-Karpfen ist ein Allesfresser, der jede Nahrung verschlingt, die er am Stück schlucken kann“, heißt es beispielsweise im Internet auf der Homepage einer großen Fachhandelskette für Tiernahrung. „Dabei haben die Tiere selbst kein Gefühl dafür, welche Nahrung am besten für sie ist und wann sie mit der Aufnahme aufhören sollten.“
Im Zivilprozess vor dem Landgericht geht es um Geld. Die Tochter hatte den Schaden der Versicherung gemeldet. Weil diese nicht zahlen will, muss der Vater auf Schadensersatz verklagen. Pro Fisch macht er 400 Euro geltend. Das wären unterm Strich 8800 Euro – plus weitere Kosten.
Der Mann hatte die Kois von einem befreundeten Schaumburger Züchter geschenkt bekommen. Damals waren sie kaum größer als ein Fingernagel. Der Teichbesitzer zog seine Kois mit Liebe groß, jeder bekam einen Namen. Vor ihrem Tod maßen die Farbkarpfen zwischen 35 und 60 Zentimetern.
Richterin Christiane Wilk hat den Parteien bereits einen Vergleich über die Hälfte der geforderten Summe vorgeschlagen. Darauf lässt sich die Versicherung jedoch nicht ein. Die Assekuranz bestreitet so ziemlich alles, was von der Gegenseite vorgetragen wird, zum Beispiel die Todesursache. Die Fische, so heißt es, könnten auch Parasiten gehabt haben. Oder der Darmschaden sei durch das Einfrieren des eingeschickten Karpfens entstanden.
Jetzt muss Christiane Wilk ein Gutachten einholen. Den Experten von der THH hatte der Teichbesitzer privat bezahlt. 

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