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Nienstädt Aktionstag zum Verkehrsinfrastruktur
Schaumburg Nienstädt Nienstädt Aktionstag zum Verkehrsinfrastruktur
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00:17 11.06.2017
Etwa auf Höhe der Aral-Tankstelle soll die Umgehung wieder auf die B 65 führen. Quelle: kil
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Nienstädt

Termin ist am Mittwoch, 14. Juni, um 18 Uhr auf den Hof Gottschalk, Bahnhofstraße 1, in Kirchhorsten. Dort sind alle Bürger eingeladen, den Ausführungen von Eva von Löbbecke (Nabu Nienstädt), Wolfhard Müller (Förderverein Bückeburger Niederung) und Thomas Knickmeier (Verein Landschaftsschutz Schaumburg) zu folgen. Angefragt ist zudem Thomas Ripke von der Initiative Bigtab. Thematisiert werden soll die Verkehrsinfrastruktur in der Samtgemeinde Nienstädt und darüber hinaus auch im Landkreis.

Gegen einen trassenfernen Ausbau hat sich bereits der Samtgemeinderat ausgesprochen, in dieser Sache sind sich eigentlich alle einig. Anders sieht es bei der geplanten Umgehung aus, die im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans steht. Warum der Nabu den Bau der Umgehung ablehnt, erklären Landwirt und CDU-Politiker Hinrich Gottschalk, Grünen-Politiker Friedrich Deventer und Naturschützer Ulrich Tack vom Beirat der Nabu-Gruppe. Dabei schicken sie voraus: „Wir sind nicht grundsätzlich gegen den Bau von Straßen, die die Bürger entlasten“, so Deventer.

Gewaltiger Einschnitt in die Landschaft

Eine Umgehung wäre aber ein gewaltiger Einschnitt in die Landschaft, der – wenn überhaupt – zwar den Anwohnern der Bundesstraße Entlastung, dafür aber den Nachbarn, zum Beispiel in Gelldorf, eine stärkere Verkehrsbelastung bescheren würde. Damit wäre das Problem nur verlegt. Der Beirat glaubt, dass sich viele der Politiker in Nienstädt bloß nicht trauten, etwas gegen die Umgehung zu sagen. Tack: „Die Leute versprechen sich von einer Umgehung, dass man dann auf der B 65 Rollschuh laufen kann.“ Aber das sei ein Irrtum. Ein Großteil des Verkehrs – Schülertransport, Gewerbefahrzeuge – würden auch weiterhin die Bundesstraße nutzen. Dort sollte man nach Ansicht des Beirates weiter auf Geschwindigkeitsbegrenzungen und die längst überfällige Optimierung der Ampelschaltung setzen, Stichwort „Grüne Welle“.

Das Argument, der Bau der Umgehung dauere sowieso noch 20 Jahre, lässt Gottschalk nicht gelten: „Das Risiko ist trotzdem zu groß, um sich zurückzulehnen.“ Der Nabu-Beirat kritisiert außerdem das Gesamtsystem. Es sei absolut widersinnig, immer neue Straßen zu bauen, statt den Bestand an Infrastruktur zu erhalten, findet Deventer. kil

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