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B 65-Resolution erzeugt Aufregung

Nienstädt / Ratssitzung B 65-Resolution erzeugt Aufregung

Hin und wieder ist es etwas lauter geworden. Rund 30 Einwohner haben die Bürgerfragestunde während der Sitzung des Nienstädter Gemeinderates am Mittwochabend dazu genutzt, um sich zum Thema Ortsumgehung B 65 zu äußern.

Nienstädt (ssr). Auf der Tagesordnung der Ratssitzung stand eine Resolution. In dieser wird der niedersächsische Wirtschaftsminister Jörg Bode aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die vom Gemeinderat seit 20 Jahren geforderte nördliche Ortsumgehung im „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans verbleibt. Dieser wird vom Bund gerade für die Jahre 2015 bis 2030 fortgeschrieben.

Am Ende stimmten zehn Ratsmitglieder für die Resolution. Zwei Ratsherren, die zuvor aufgrund ihres Wohnstandortes „Befangenheit“ erklärt hatten, enthielten sich. Dagegen stimmte Eckhard Ilsemann (SPD), der sich gar nicht äußerte.

Zuvor war eine turbulente rund einstündige Debatte mit Bürgern aus dem nördlichen Teil Nienstädts vonstatten gegangen. „Ich bin gegen eine Umgehung, und damit stehe ich nicht alleine“, sagte etwa Irmgard Sievert. Etliche Einwohner taten kund, sie fürchteten persönliche Nachteile durch eine eventuelle Umgehungstrasse. Es war von „Wertverfall der Immobilien“, „rapidem Verlust der Lebensqualität“, von „Einkesselung“ und „Anspruch auf finanzielle Entschädigung“ sowie der „Gründung einer Bürgerinitiative“ die Rede.

Bürgermeister Gerd Widdel (SPD) sagte, entlang der jetzigen innerörtlichen B 65-Trasse wohnten viele Bürger, „die eine Umgehung sehnlichst wünschen“. Aus den Reihen der anwesenden Bürger wurde Widdel entgegengehalten, jene B 65-Anwohner hätten dort entweder immer schon gewohnt oder seien in Kenntnis der Verkehrsbelastung dort hingezogen. „Wir haben uns aber im Nordteil neu angesiedelt, um es ruhig zu haben.“ Dies ließ Kurt Schmidt (SPD) den Kamm schwellen. „Danke sehr“, rief er ironisch, „ich lade Sie herzlich zu mir ein, sich mal die 20 000 Autos pro Tag vor der Haustür und den dauernden Hubschrauberlärm in der Einflugschneise  B 65 anzuhören“, rief er. Laute Anwürfe flogen hin und her, bis Widdel eingriff.

Viele Bürger stellten die Frage, wieweit die Planungen denn schon seien. Gemeindedirektorin Sandra Wiechmann rückte klar, dass es noch gar keine Planungen gebe. Ob der Bundestag die beantragte Ortsumgehung im „vordringlichen Bedarf bis 2030“ lasse, sei völlig offen. Und selbst wenn sie diesen Status behalte, sei trotzdem völlig unklar, ob und wann der Bund mit Planungen beginne. Das Ergebnis eines früheren, rein theoretischen „Linienbestimmungsverfahrens“ sei in der Gemeindeverwaltung einzusehen.

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