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Das Wasser abgegraben

I-Punkt-Wohndesign Das Wasser abgegraben

Mit Päckchen und Briefen will Helmut Grote nichts mehr zu tun haben. Nachdem der I-Punkt-Wohndesign-Geschäftsführer knapp zwölf Jahre lang der Deutschen Post AG als Filialpartner im Gewerbegebiet zur Seite gestanden hat, wird die Post ab heute Annahme und Verkauf in Eigenregie als Mieter der selben Räumlichkeiten übernehmen (wir berichteten).

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Nach zwölf Jahren hat Helmut Grote den für ihn wenig erträglichen Postbetrieb satt.

Quelle: geb

NIENSTÄDT. Es war keine Trennung im Guten. „Die Post bezahlt Gehälter unter der Gürtellinie“, seufzt Grote. Die Filiale mit vier Minijobbern in seinen Geschäftsräumen weiter zu führen, rechne sich einfach nicht mehr. Aus rechtlichen Gründen will der Nienstädter die genauen Zahlen zu Umsatz und Provision nicht öffentlich machen. Das ursprünglich mit dem Konzern ausgehandelte Niveau sei nach unzähligen Vertragsänderungen in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken. „Basisgehalt und Provision werden kontinuierlich gedrückt“, sagt der Küchenausstatter.

Schlimmer noch: „Den Filialpartnern wird mit dem Geschäftsmodell der Post das Wasser abgegraben“, klagt Grote. Kaufe sich beispielsweise ein Unternehmen aus der direkten Nachbarschaft der Filiale 300 Paketmarken, müsse diese die Kundendaten an die Post weitergeben. „Die wiederum schreibt den Kunden dann direkt an und unterbreitet ihm, die gleiche Menge für einen geringeren Preis direkt bei der Post online zu bestellen. So billig dürfen wir hier aber gar nicht verkaufen“, erklärt Grote. Dabei schrecke der Konzern nicht einmal davor zurück, entsprechende Angebote an die Adresse von Grotes Hauptgeschäft zu versenden. Ihm sei nicht viel mehr geblieben, als das „Auffangbecken“ für die Pakete darzustellen, die die Versandkunden wieder zurückschicken wollen – kein einträgliches Geschäft. Den Postbank-Betrieb hatte der Konzern schon 2009 nach insgesamt vier Jahren vom Standort abgezogen, weil der Umsatz nicht ausgereicht habe. „Es kamen eher die Senioren, die mal etwas Geld für den Einkauf oder für ihre Enkel abgehoben haben. Große Verträge hat hier niemand abgeschlossen“, so Grote.

Mitarbeiter wollen nicht nicht bleiben

Im Januar 2017 wollte er schließlich selbst den Schlussstrich unter den fruchtlosen Nebenerwerb ziehen und kündigte den Vertrag per Einschreiben. „Es kam keine Antwort. Fünf Wochen habe ich der Bearbeitung hinterher telefoniert.“ Erst im März sei die Kündigung durch die Post bestätigt worden, die daraufhin erfolglos nach einem neuen Filialpartner in der Umgebung suchte. Letztlich blieb das Unternehmen auf den alten Standort angewiesen, musste ihn aber mit neuem Personal besetzen, weil keiner der früheren Mitarbeiter dort bei der Stange bleiben wolle, so Grote.

Post-Unternehmenssprecher Jens-Uwe Hogardt erklärt, der Betrieb werde ab heute wahrscheinlich mit einer einzigen Kraft und „hoffentlich dem gewohnten Service“ weiterlaufen. „Es ist eine Übergangslösung bis wir einen neuen Geschäftsmann gefunden haben, der bereit ist, die Filiale in seinen Betrieb zu integrieren“, so Hogardt. Dafür stehe das Unternehmen auch mit der Gemeinde in Kontakt. Dass die konzerneigene Internet-Konkurrenz das Filialgeschäft unterwandern soll, kann Hogardt nicht nachvollziehen: „Das System ist ja nicht neu. Es gibt immer noch eine Reihe von Menschen, die sich nicht mit der Online-Frankierung befassen wollen.“ Außerdem bezahle die Post jedem Filialpartner eine Pauschale für jedes abgegebene Paket – laut Grote nicht mehr als 20 bis 40 Cent.

  •  Die neuen Öffnungszeiten der Postfiliale am Schnatwinkel 5 sind montags bis freitags 15 bis 18 Uhr und sonnabends 10 bis 13 Uhr. geb
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