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Nienstädt Fusion eine Überlegung wert
Schaumburg Nienstädt Nienstädt Fusion eine Überlegung wert
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00:21 09.12.2018
Das Feuerwehrgerätehaus in Liekwegen ist zu klein. Eine Erweiterung am Standort wäre aufgrund der Enge und des abfallenden Geländes jedoch schwierig und kostspielig. Quelle: kil
Liekwegen

Im Feuerschutzausschuss äußerte Hein Zweifel daran, ob ein Anbau am Standort noch sinnvoll investiertes Geld sei oder man nicht vorausschauender über eine Zentrale an einem ganz anderen Ort nachdenken sollte. Der Grund: „Das Gelände in Liekwegen ist erschöpft.“

Zur Vorgeschichte: Die Feuerwehr Liekwegen hatte 2017 den Wunsch geäußert, das Feuerwehrhaus zu erweitern. Seinerzeit wurden die Kosten dafür mit 120.000 bis 200.000 Euro beziffert. Die Verwaltung bekam den Auftrag, Planungskosten in Höhe von 20.000 Euro im Etat 2018 bereitzustellen. Zwei mögliche Varianten eines Anbaus hat Hein jetzt im Feuerschutzausschuss vorgestellt.

Von der Norm abweichend

Die Kosten: zwischen 230.000 und 260.000 Euro. Die hohen Summen kommen Hein zufolge zustande, weil sich der Bau aufgrund des beengten Grundstücks und dem abfallenden Gelände als „schwierig“ gestalte. Schon der geplante Anbau der Kita Liekwegen, den Hein ebenfalls betreut, sei aufgrund der Enge und Topografie kompliziert. Voraussichtlicher Baustart ist erst 2020.

Beide Varianten für den Feuerwehranbau sehen einen Flachdachanbau hinter dem bestehenden Feuerwehrhaus vor, in dem Umkleiden, separate Duschen für Männer und Frauen sowie eine Werkstatt Platz fänden. Die kleinere Variante hält fünf Meter Abstand zur Kita, die größere grenzt teilweise an die Einrichtung an. Hein gab zu bedenken, dass die Normen bezüglich Größe der Duschen und Höhe der Decken bei beiden Varianten nicht eingehalten werden könnten, sodass eine Sondergenehmigung nötig wäre. Mehr gebe der Standort nicht her.

Lutz Enning, Ortsbrandmeister in Liekwegen, hält die größere Variante für die bessere, gab aber zu verstehen, dass man auch eine ganz andere Lösung in Betracht ziehen könnte. Nachdem die Feuerwehr von den hohen Kosten erfahren habe, seien kurzfristig Gespräche mit der Sülbecker Ortsfeuerwehr geführt worden. Dabei hätten die Feuerwehren über einen Zusammenschluss in einer gemeinsamen Feuerwache gesprochen.

Kein Sprint, sondern ein Marathon

Enning betonte aber, dass eine solche Entwicklung „kein Sprint, sondern ein Marathon“ wäre, den man nicht unterschätzen dürfe. Die Feuerwehren seien offen für Gespräche, wenn vonseiten der Verwaltung die entsprechende Diskussionsgrundlage geschaffen würde. Dann könnte man überlegen, „ob wir diesen Weg gehen wollen“. Was die Feuerwehren antreibe, darüber nachzudenken: fachlich und sachlich das Beste für die Brandschützer herauszuholen.

Karl Heinz Krämer (CDU) nahm die Anregung von Enning auf. Die Verwaltung sollte die Idee zusammen mit den Feuerwehren weiterverfolgen. Auch Friedrich Deventer (Grüne) sprach sich dafür aus, „Alternativen zu prüfen“, denn wenn die Kommune Geld in die Hand nehme, „muss das auch Hand und Fuß haben“.

Köritz hatte eine solche Entwicklung offenbar erwartet und den Beschlussvorschlag offen gelassen. Der Ausschuss einigte sich schließlich darauf, das Thema zurück in die Fraktionen zu geben. Dabei soll die Anregung der Feuerwehr berücksichtigt werden. Die für eine Erweiterung im Haushaltsentwurf 2019 eingestellten Baukosten von 247000 Euro sollen wieder rausgenommen werden. kil