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Nienstädt Kommunen tauschen sich aus
Schaumburg Nienstädt Nienstädt Kommunen tauschen sich aus
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17:20 29.10.2018
Interkommunaler Austausch: Oliver Kamlage (von links), Kathrin Immermann, Daniela Kösters und Ditmar Köritz sind im Niedersächsischen Städte und Gemeindebund vertreten. Quelle: kil
Nienstädt

Dieses Mal hat der Verband, der sich als Sprachrohr der Kommunen sieht, in der Samtgemeinde Nienstädt getagt. Verwaltungschef Ditmar Köritz war damit nicht nur Mitglied des Ausschusses, sondern auch Gastgeber an diesem Tag. Besprochen wurde vieles, was den ländlichen Bereich und damit auch die Samtgemeinde Nienstädt betrifft, berichtete Köritz im Anschluss.

Hausärzte fehlen auf dem Land

„Wir nehmen mit großer Sorge wahr, dass die Kassenärztliche Vereinigung ihrem Versorgungsauftrag nicht nachkommt und auch nicht nachkommen kann“, sagte Daniela Kösters, Samtgemeindebürgermeisterin aus Emlichen und Mitglied des Ausschusses. „Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen.“ Der Hausärztenachwuchs fehle, besonders auf dem Land. Das spürt auch Nienstädt. Die Kommune hält bereits zwei Häuser vor, in denen sich Arztpraxen befinden, um den Landarztdienst attraktiver zu machen. Für die leerstehende Praxis am Bergkrug sei weiterhin kein Nachfolger in Sicht. „Das ist auch keine kommunale Aufgabe“, findet Kösters. Nur zehn Prozent der Medizinabsolventen würden sich für die Allgemeinmedizin entscheiden, zudem arbeiteten viele in Wirtschaft und Wissenschaft. „Der Trend in die Ballungszentrum ist ungebrochen“, ergänzt Oliver Kamlage vom Verband. Niedersachsen brauche auch eine Ärztequote, fordert er. „Wir hängen da hinter anderen Bundesländern zurück.“ Es sei nicht gut, erst einzugreifen, wenn bereits eine Unterversorgung vorhanden ist, stattdessen müsste man präventiv Maßnahmen ergreifen. Letztlich, meint Kösters, „gibt es kein Allheilmittel“, es müsste an vielen Schrauben gedreht werden.

„Das ist nicht das, wofür wir gekämpft haben“

Die neue Beitragsfreiheit in den Kindergärten stellt die Vertreter der Kommunen im NSGB nicht zufrieden. Dabei stört nicht die Beitragsfreiheit an sich, sondern „die vermeintlich faire Kostenerstattung“, kritisiert Kösters. „Das ist nicht das, wofür wir gekämpft haben.“ Der Anteil, den die Kommunen jetzt zahlen müssten, sei einfach zu hoch. Da die Gelder noch nicht geflossen sind, sagt Kösters, seien die finanziellen Auswirkungen für die Kommunen auch noch nicht vollständig absehbar. Wenn dies so ist, werde der Verband einen neuen Vorstoß in Richtung Landesregierung wagen. Weiterhin beklagt sie, dass der Ansturm auf die Ganztagsbetreuung nun noch mehr gestiegen sei. An Fachkräften mangele es jedoch weiterhin. „In Hannover ist man doch oft zu weit entfernt von den täglichen Problemen der Kommunen“, so Kösters. Die verstärkte Nachfrage nach Ganztagsplätzen seit der Beitragsfreiheit sei in der Samtgemeinde Nienstädt noch nicht so sehr zu spüren. Es gebe aktuell zwei Ganztags- und drei Halbtagsgruppen. Die Ganztagsbetreuung sei im Gegensatz zur Halbtagsbetreuung voll belegt. Langfristig sei es sicher sinnvoll, über eine Ausweitung der Nachmittagsbetreuung nachzudenken.

Von Kirsten Elschner