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Nienstädt Nienstädt investiert kräftig
Schaumburg Nienstädt Nienstädt Nienstädt investiert kräftig
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15:30 11.02.2018
Die Gemeinde Nienstädt kommt trotz Fördermittel nicht ohne Kredite aus. Quelle: dpa
NIENSTÄDT

Nienstädt hat nämlich einige große Projekte auf der Agenda. Ohne Kredite kann die Gemeinde das alles nicht stemmen, sodass der Schuldenstand zum Jahresende auf rund 2,1 Millionen ansteigt. Die größten Investitionen sind der Erwerb neuer Gewerbeflächen und die Erweiterung der Kita in Liekwegen.

300.000 Euro hat die Gemeinde für die Erweiterung der Krippe in Liekwegen eingestellt. Wie berichtet plant die Gemeinde einen Anbau an die bestehende Kita. 2019 sollen die restlichen Mittel dafür – 185.000 Euro – gestellt werden. Zuweisungen vom Land erhält die Kommune dafür ebenfalls: 100.000 Euro in diesem und 80.000 Euro im nächsten Jahr.

Grunderwerb für 1,2 Millionen Euro

Den größten Brocken bildet der Grunderwerb. Wie berichtet, versucht die Gemeinde seit Jahren, neue Flächen im Gewerbegebiet Schnatwinkel zu kaufen. Bislang hatten die Verhandlungen jedoch nicht zum Ziel geführt. Anders ist es jetzt: Für rund 1,2 Millionen Euro – finanziert über ein Darlehen – kann Nienstädt sein Gewerbegebiet erweitern.

Damit einher geht der Ausbau der Straßen Schnatwinkel/Industriestraße für 680.000 Euro im Jahr 2018 und 83000 Euro in 2019. Fördermittel stehen in Höhe von insgesamt rund 508.000 Euro zur Verfügung. Weitere 20.000 Euro sind für die Regenentwässerung im Baugebiet Kleefeld/Schnatwinkel vorgesehen.

Darüber hinaus kauft die Gemeinde den Tennisplatz in Sülbeck für rund 78.000 Euro, da der Erbpachtvertrag ausläuft. Weitere 15.000 Euro stellt Nienstädt für die Ausstattung der Spielplätze bereit. Dies ist für die Anlagen Ahornweg, Kirchweg, In der Sülte und den Bolzplatz in Meinfeld bestimmt. Bei der Gestaltung sollen auch die Eltern einbezogen werden, erklärte Gemeindedirektorin Sandra Wiechmann.

Noch viele Wünsche offen

Der Saldo aus laufender Verwaltungstätigkeit von etwa 125.000 Euro reicht für die Investitionen nicht aus. Auch die Überschüsse der Vorjahre von mehr als 570.000 Euro verhindern eine Kreditaufnahme nicht. Der Ergebnishaushalt weist einen Fehlbetrag von rund 120000 Euro aus. Dieser kann durch Überschüsse der Vorjahre ausgeglichen werden. Die Aufwendungen für Umlagen an Landkreis und Samtgemeinde sind um fast 250.000 Euro gesteigen. „Der finanzielle Spielraum ist nicht wirklich größer geworden“, erläutert Wiechmann.

Christiane Reckmann (SPD) sprach von einem „recht soliden Haushalt“, auch wenn dieser „zweifellos Wünsche offenlässt“. Zum Beispiel bei den Vereinen. Das mahnte auch Petra Ritter (CDU) an: So sei der TuS Sülbeck leider wieder nicht angemessen berücksichtigt worden.

Karl-Heinz Krämer (CDU) bezeichnete den Haushalt als „strammes Paket“, das ohne Fördermittel wohl kaum zu finanzieren sei. Zudem wünscht er sich, dass es eine Art Prioritätenliste für den Ausbau von Gemeindestraßen gibt. Thomas Künzel (Grüne) wünscht sich mit Blick auf den geplanten Ausbau von Schnatwinkel/Industriestraße, dass die Prioritäten nicht nur danach gehen, ob es für eine Straße Fördermittel gibt oder nicht. kil