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Nienstädter Eltern in Sorge

Umgehung soll Schulweg sicher machen Nienstädter Eltern in Sorge

Schnell kommen die Lichtkegel der Scheinwerfer näher, der Motor des an der Ampel wartenden Autos dröhnt immer lauter und zeigt deutlich die Ungeduld des Mannes am Steuer, die Fahrzeugschlange an der Kreuzung von Hannoverscher Straße (B 65) und Bahnhofstraße wird länger und länger.

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Verkehrsunfall in Nienstädt

Nienstädt. Für viele Jungen und Mädchen sind diese Bilder zum Alltag geworden – und damit auch die Gefahren für die Grundschüler in Nienstädt.

Für Catrin Tomhave ist diese Situation mehr als nur beunruhigend, sie ärgert sich auch darüber, dass die Behörden trotz zahlreicher Hinweise aus der Elternschaft noch nichts für die Entschärfung der Kreuzung unternommen haben. „In Zusammenarbeit mit der Schulleitung wurden diverse Straßenbegehungen mit der Polizei und Vertretern von zuständigen Behörden durchgeführt, die jedoch keine Erleichterungen für die freiwilligen Helfer und somit für die Kinder zur Folge hatten“, ärgert sich die Mutter.

Catrin Tomhave und andere Eltern sichern Chaos-Kreuzung

Tomhave und andere Mütter und Väter haben deshalb untereinander einen Verkehrslotsen-Dienst organisiert. Die Nienstädterin hat dabei die Koordinierung übernommen. „Alle Eltern sind berufstätig und haben ihre Arbeitszeiten auf diesen ,Nebenjob‘ abgestimmt“, schildert die Mutter eine der Herausforderungen. Sie selbst engagiert sich mittlerweile seit vier Jahren auf diese Weise ehrenamtlich für die Sicherheit der Grundschüler.

Die Eltern wünschen sich eine völlige Trennung der Grünphasen für Autofahrer und Fußgänger. In der Vergangenheit habe es „immer wieder heikle Situationen“ gegeben, „in denen die Kinder gefährlichen Momenten ausgesetzt sind“, schildert die Mutter. Selbst eine verzögerte Grünphase für die Rechtsabbieger habe nicht zu einer Besserung beigetragen, kritisiert Tomhave.

Weitere Sicherheit könnte die dauerhafte Aktivierung des Blitzers an der Bundesstraße bringen, umreißt Tomhave einen weiteren Verbesserungsvorschlag. Sie und ihre Bekannten hätten immer wieder beobachtet, dass Autofahrer zu schnell unterwegs sind, wenn die Anlage nicht aktiv ist.
Bei der Kreisverwaltung sind die Wünsche der Eltern indessen bekannt. „Es hat bereits Gespräche gegeben“, versichert Sprecherin Anja Gewald. Resultat dieser Kontakte sei unter anderem, dass speziell nach den Ferien der Blitzer an der Bundesstraße mit einer Kamera bestückt werde. „Wir haben im Landkreis 19 Messstellen, die Zahl der Kameras ist allerdings geringer“, so Gewald weiter. Daher sei die Anlage in Nienstädt nicht dauerhaft besetzt, schränkt die Kreissprecherin ein. Eine Anschaffung weiterer Kameras sei jedoch nicht geplant.

Christiane Reckmann fordert Umgehungsstraße

In den politischen Gremien sind die Sicherheitsprobleme an der viel befahrenen Bundesstraße indessen ebenfalls bekannt. „Notwendig ist unbedingt die Realisierung der geplanten Umgehungsstraße“, fordert SPD-Fraktionschefin Christiane Reckmann. 16.000 Autos pro Tag seien zu viel. Diese Menge zeige die Dringlichkeit einer Entlastungsstraße deutlich auf, argumentiert Reckmann. Auch die Verstöße gegen das Tempolimit – dort sind 50 Stundenkilometer erlaubt – müssten gestoppt werden.

Nienstädts Bürgermeister Gerhard Widdel will vor dem Hintergrund des tragischen Todes einer Siebenjährigen aus Stadthagen auf dem Weg zur Schule zeitnah zu einem runden Tisch einladen. An diesem Treffen sollen Eltern, die Schule, Polizei, die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sowie die Fraktionschefs aller Parteien teilnehmen. „Geplant ist, dass wir uns die gefährlichen Stellen auf den Schulwegen anschauen“, umreißt Widdel das Konzept.

Die Chancen, dass die brenzligen Stellen an der Bundesstraße 65 entschärft werden können, sieht der Nienstädter Bürgermeister allerdings nicht besonders hoch an. „Einerseits fällt dies nicht in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinde, andererseits müssen auch bestimmte gesetzliche Vorgaben eingehalten werden“, so Widdel.

bes

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