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Nienstädt Pfaffenzoff im Gotteshaus
Schaumburg Nienstädt Nienstädt Pfaffenzoff im Gotteshaus
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00:21 04.11.2015
Jörg-Heiner Möller (von links), Jürgen Stein, Rüdiger Seifert, Nils Dettmann und Artur Sadowski am Piano (verdeckt) sind „Pfaffenzoff“. Quelle: sk
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Sülbeck

Das kommt davon, wenn der Bruder Pastor ist: Dr. Jörg-Heiner Möller, beruflich Chefarzt, macht seit Jahren Jazz mit Freunden. Dann kam vor einem Jahr die Anregung, mal das Thema Reformation zu thematisieren. Die Band ging es an. Zu bekannten Melodien dichteten die Musiker lockere Texte über Martin Luther, dessen Werden und Entscheidungen, über Wittenberg, über Jan Hus und vieles mehr.

 Das bekamen die Gäste in der Kirche zu hören. Möller als Moderator stimmte unter anderem auf das Haarmann-Lied ein. In den zwanziger Jahren habe es in Hannover den Serienmörder Fritz Haarmann gegeben. „Jetzt bin ich gespannt, wie du die Kurve zu Luther kriegst“, kam ein Kommentar von links, von Sänger Nils Dettmann. Nun, es ging nicht um Haarmann sondern um die Melodie: „Warte, warte nur ein Weilchen, dann kommt Haarmann auch zu Dir. Mit dem kleinen Hackebeilchen...“ Das kennt fast jeder. Martialisch drohte es auch für Luther zu werden. Auf dem Reichstag zu Worms widerruft er sein Bekenntnis gegen den Papst nicht. Luther gerät in die Acht, wird für vogelfrei erklärt. „Warte, warte nur ein Weilchen, dann kommt die Reichsacht auch zu Dir...“, sangen die „Pfaffenzoff“-Jazzer.

 Und dann gab es den Buchdrucker-Blues mit angekündigtem Waschbrett-Allegro-Furioso. Ohne Gutenbergs Buchdruckerkunst hätten sich Luthers Thesen und seine Bibelübersetzung nicht im Volk verbreiten können: „Oh, Guti, Guti, Gutenberg, wir danken dir für dieses Werk“. Zum Schluss und vor den Zugaben erklang ein Liebeslied nach dem Johnny-Cash-Song „Sixteen tons“. Aus 16 Tonnen werden 16 Nonnen. Das geht auch. Viel Applaus belohnte die Musiker. sk

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