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Plan ist „längst überholt“

Nabu-Aktionstag in Nienstädt Plan ist „längst überholt“

Viele Argumente gegen den Bau der Nienstädter Umgehung sind beim Aktionstag des Nabu auf dem Hof Gottschalk auf den Tisch gekommen. Der Nabu-Beirat begrüßte rund 30 Gäste, um über „die Folgen der aus unserer Sicht übertriebenen Verkehrsprojekte“ zu informieren.

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Thomas Knickmeier (von links), Dietmar Heinisch und Eva von Löbbecke machen ihre Position zu den Verkehrsprojekten deutlich.

Quelle: kil

NIENSTÄDT. Ein Nienstädter, an dessen Haus die Umgehung vorbeigehen würde, erntete viel Applaus. Als die Umgehung damals geplant wurde, seien die Voraussetzungen ganz andere gewesen, sagte er. Seinerzeit habe es auf der B 65 kaum Ampeln oder Abbiegerspuren und deshalb mehr Unfälle gegeben. „Das hat sich durch den Ausbau erheblich entschärft.“ Die Forderung nach der Umgehung sei „politische Nostalgie“, Stoff für den Wahlkampf und „längst überholt“. Den Beirat fragte er: Welche Konsequenz hat der Aktionstag für Folgeaktionen, etwa eine Bürgerinitiative? Deventer antwortete, dass die unterschiedlichen Akteure jetzt auf jeden Fall regelmäßig und enger zusammenarbeiten wollen. Und Tack ergänzte: Schon „ständiger Widerstand“ verzögere das Projekt.

Hinrich Gottschalk sprach für die Landwirte: „Jeden Tag werden 90 Hektar Fläche in Deutschland versiegelt.“ Die Umgehung verschlinge 30 Hektar. Der Preis für landwirtschaftliche Flächen sei durch die Knappheit ohnehin hoch.

Eva von Löbbecke (Nabu Nienstädt) sagte: Dass sich der Nabu für den Erhalt von Landwirtschaftsflächen einsetzt, sei ungewöhnlich. In diesem Fall gehe es eben nicht nur um Flora und Fauna, sondern auch um den Erhalt von Boden, „der Lebensgrundlage für uns Menschen“.

Wolfhard Müller (Förderverein Bückeburger Niederung) warnte vor einem trassenfernen Neubau der Bahnstrecke, „dem Schreckgespenst“. Ein Ausbau sei hingegen halb so günstig (vier Millionen Euro) und viel flächenschonender. Eine mögliche Variante würde die artenreiche und feuchte Bückeburger Niederung streifen. Sein Appell an den Landkreis: das Naturschutzgebiet müsse dort unbedingt erweitert werden, sonst sieht er schwarz für die Niederung.

Dietmar Heinisch (Bigtab) betonte, dass von dem Bahntrassenausbau sowieso nur der Fernverkehr profitiere und dass die Bigtab nicht generell gegen den Ausbau, sondern nur gegen einen trassenfernen Neubau sei. „Der Boden lässt sich nämlich nicht vervielfältigen.“ Außerdem würde es bei einem trassenfernen Bau keinen Lärmschutz mehr an der bestehenden Strecke geben.

Thomas Knickmeier (Landschaftsschutz Schaumburg) betrachtete das große Ganze und sprach von einer „Bedrohung für die Dörfer“. Das neue Klinikum, die Bahntrasse, die geplanten Umgehungsstraßen, die Neubaugebiete – all diese Maßnahmen zerstörten langfristig den ländlichen Raum.  kil

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