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Prophetenbach ist längst versiegt

Auf den Spuren des Nienstädter Baches Prophetenbach ist längst versiegt

In einer Meldung der Bückeburger Polizei war jüngst von einem Elektromobil zu lesen, das in den Prophetenbach gestürzt sein soll. Daraufhin meldeten sich mehrere Leser, die noch nie von einem solchen Bach gehört hatten. Die SN hörten sich daraufhin um und wurden fündig. Den Bach hat es mal gegeben, allerdings ist er schon seit Jahrzehnten versiegt.

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Am Waldrand, in der Nähe des Aussichtspunktes Birkenhöhe, ist noch ein Überbleibsel des Prophetenbaches zu finden.

Quelle: kil

NIENSTÄDT/LIEKWEGEN. Der Ursprung liegt im Bergbau und der damit einhergehenden Wasserversorgung.

Der Nienstädter Werner Schöttelndreier (86) weiß als ehemaliger Bergmann Bescheid über die Bäche in der Gemeinde. Der Prophetenbach führte sogar mal über sein Grundstück und seine Frau kann sich noch daran erinnern, als Kind in dem Bach gespielt zu haben.

Die Wurzeln des Prophetenbaches liegen im Jahr 1865. Der namensgebende Prophetenstollen wurde etwa 600 Meter östlich des Schierbachstollens zur Abfangung der Prophetenquelle angesetzt. Der Stollen hatte eine Länge von 200 Metern, 80 Meter wurden 1866 ausgemauert, weiß Schöttelndreier. Heute dient der Stollen als Kleintier- und Fledermaus-Quartier.

Aus der Quelle entsprang der Prophetenbach. Er läuft an der westlichen Abbaufront des Brandshofer Steinbruches entlang, verläuft diagonal nach Westen zur Flur „Der Sternberg“ in Nienstädt, ist dort Grenzbach zwischen Schaumburg-Lippe und der Grafschaft Schaumburg-Hessen-Kassel gewesen, floss weiter die Leuchtenburgstraße hinab zur Wendthäger Straße und mündete schließlich auf dem Hof Nummer 1 in den Schierbach. Dieser ist übrigens der einzige natürliche Bach. Die übrigen – der Propheten- und der Schusterbach – wurden durch Bergwerkstollen angelegt.

Ein kleines Becken als Erinnerung

Dem Schierbach- und dem Prophetenstollen sind seit 1910 und 1911 Wasserwerke zur Versorgung der Bevölkerung vorgelagert, die noch heute vorhanden sind. Wegen zu hoher Nitratwerte dürfen diese seit einigen Jahren aber nicht mehr genutzt werden.

Heute ist vom Prophetenbach nur noch ein kleines Becken am Waldrand in der Nähe des Aussichtspunktes Birkenhöhe übrig (siehe Bild). Die Quelle ist schon in den Vierzigern versiegt. Das Wasser verliert sich nun im untertägigen Kohleabbaugebiet. Auch alle anderen Wasserläufe sind nur noch bei anhaltender Regenzeit oder zur Schneeschmelze wasserführend.

Entlang der Nienstädter Bahnhofsstraße verläuft der Schierbach. Am alten Bahnhof in Nienstädt wurde 1870 ein weiterer Schacht getauft, dessen kaltes Grubenwasser in den Schierbach gepumpt wurde. Von dort an wird der Bach deshalb Kalter Bach genannt.

Schöttelndreier hat auch eine Idee, wie der Name Prophetenbach in die Zeitung kommen konnte. Im Grundbuchamt wird der Schierbach an der Bahnhofstraße nämlich als Prophetenbach ausgewiesen – offenbar ein Irrtum. kil

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