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Trainiert auf Trubel und Trara

Liekwegen / Kutschfahrten Trainiert auf Trubel und Trara

Sie hat das erste schwule Brautpaar in Rinteln kutschiert, den ehemaligen Ministerpräsidenten aus Nordrhein Westfalen mitgenommen und saß schon für die TV-Sendung „Schwiegertochter gesucht“ auf dem Kutschbock: Nicole Müssing aus Lindhorst fährt leidenschaftlich gern Kutsche.

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An viel Trara und Rumtata gewöhnt: Die beiden Barockpintos von Kutscherin Nicole Müssing sind auf Stresssituationen trainiert.

Quelle: kil

Liekwegen. Seit dem Kutschenunfall Anfang des Monats in Rinteln liegt es ihr besonders am Herzen, klarzustellen, dass es sich dabei nicht bloß um ein spaßiges Hobby, sondern um eine verantwortungsvolle Aufgabe handelt – ein Job, der Mensch und Pferd gleichermaßen fordert.

Die 47-jährige Liekwegerin fährt schon seit 16 Jahren Kutsche und hat sich damit einen Kindheitstraum erfüllt. Da sie die Fahrten auch gewerblich anbietet, hat sie einen Personenbeförderungsschein gemacht. Damit kann sie bei Hochzeiten, Geburtstagen, Messen und weiteren Anlässen für den tierischen Fahrservice sorgen. Alleine steigt sie dabei nie auf den Bock. Für gewöhnlich begleiten sie ihre Tochter oder ihr Mann. Bei größeren Veranstaltungen mit viel Trubel ist das Kutschteam sogar zu viert. „Einer muss immer bei den Pferden bleiben“, sagt sie. Auch, wenn ihre beiden Barockpintos perfekt geschult seien, blieben Pferde immer noch Fluchttiere. Um sie bestens für jegliche Belastung vorzubereiten, lässt sich Müssing so einiges einfallen. „Für eine Kutschfahrt beim Schützenfest habe ich mir extra Rumtata-Musik aus dem Internet geholt und sie den Pferden vorgespielt“, erzählt sie. Besonders laut und lebhaft sei es auch bei einer muslimischen Hochzeit zugegangen, die in großer Gesellschaft und mit vielen Gesängen und Tänzen gefeiert wurde – „auch das müssen die Pferde abkönnen“.

Neben der sogenannten Wagonette, einer Kutsche, bei der sich die Fahrgäste in einem geschlossenen Abteil gegenüber sitzen, ist die historische Viktoria-Mylord-Kutsche der große Schatz von Müssing. „Die ist über hundert Jahre alt und muss einer Gutsherrenfamilie gehört haben“, erzählt die Liekwegerin. Die genaue Herkunft konnte sie trotz Familienwappens bislang nicht herausfinden.

Das besondere an Hochzeitsfahrten: „Die positive Rückmeldung der Zuschauenden“, wenn Müssing in historischem Kostüm und der dunkelroten, festlich geschmückten Kutsche durch die Gegend fährt.

Kutschfahrten sind aber nur ein kleiner Teil von Müssings tierischer Leidenschaft. In ihrem Haushalt leben außer drei Pferden und zwei Ponys noch vier Hunde und vier Katzen. Ihre Tierliebe hat die 47-Jährige zum Beruf gemacht. So hat sie eine Reihe von tiergestützten Angeboten im Prpgramm – von Naturerlebnispädagogik bis zum tiergestützten Lernen für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen.

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