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Vom Schlittenberg zum alten Konsum

SN-Ortsspaziergang Vom Schlittenberg zum alten Konsum

Heute geht es mit Helmut Koller durch Meinefeld und Wackerfeld. Der 74-Jährige ist Gründer der Siedlergemeinschaft und ein waschechter Meinefelder.

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Selfie am Ortseingang: Beim Ortsspaziergang führt Helmut Koller SN-Redakteurin Kirsten Elschner durch mehr oder weniger bekannte Ecken von Meinefeld.

Quelle: kil

NIENSTÄDT. Die Wurzeln der Nienstädter Ortsteile Meinefeld und Wackerfeld gehen auf das „Gut Meinfeld“ zurück, das erstmalig im 12. Jahrhundert Erwähnung fand. Doch dazu kommen wir später, zunächst beginnt unser Ortsspaziergang am Wackerfelder Weg Nummer 9. Dort wohnt Helmut Koller und dort befindet sich auch die Anlage des örtlichen Rassegeflügelzuchtvereins, einem von zwei Vereinen im Dorf, der 1990 gegründet wurde. Ein öffentlicher Rasenweg führt durch die 14 Parzellen mit allerlei Geflügel und bunten Vögeln. Neugierig lugen zwei Mädchen durch den Maschendrahtzaun, um die kleinen Federtiere zu bestaunen. Hinter der Zuchtanlage liegt der Schlittenberg. „Da rodeln die Kinder im Winter“, erzählt Koller. Der Berg sei in den Siebzigern aus dem Aushub für die Kanalisation aufgeschüttet worden.

Daneben liegen Spielplatz und Bolzplatz, die gut von den Kindern und Jugendlichen aus dem Ort angenommen werden. Der Platz gehört schon zu Meinfeld, während die Zuchtanlage noch auf Wackerfelder Gebiet steht. Die Siedlergemeinschaft pflegt den Rasen und hat sich am anderen Ende des Platzes eine Hütte aufgebaut. Dort finden jede Menge Feiern im Jahr verteilt statt. Die Gemeinschaft ist der älteste Verein Meinefelds und besteht seit 1975. Koller meint: „Die Dorfgemeinschaft funktioniert noch sehr gut.“

Früher mit dem Fahrrad zur Arbeit

Ein kleiner Schlenker nach rechts und wir überqueren den Kalten Bach – früher Schierbach. Vor uns liegt das alte „Gut Meinefeld“, das bis in die Sechziger eine Geflügelfarm war, erzählt der 74-Jährige. Meinefeld war damals eine Bergmannssiedlung und die Bewohner versorgten sich größtenteils selbst. Noch heute hat die Geflügelzucht eine große Bedeutung im Ort – allerdings nicht mehr zur Nahrungsversorgung sondern als Hobby der Züchter. Versteckt hinter Bäumen erspähen wir mehrere Gebäude, die zum Gut gehören. „Heute sind sie in Privatbesitz eines Meerbeckers“, weiß Koller. Die Straße ist eine Sackgasse, wir gehen zurück. „Dieser Weg hier führt zum Georgschacht“, zeigt Koller auf einen Feldweg. „Den sind die Bergmänner früher mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren.“

Wir erreichen die Kreisstraße. Rechts lassen wir die alte Gastwirtschaft Prange liegen, die schon längst nicht mehr geöffnet hat. Kneipen oder Restaurants gibt es heute nicht mehr. Dafür aber ein Nagelstudio, ein Fotostudio und diverse Handwerksbetriebe. Wir biegen in die Völkerstraße ein, dort gibt es noch eine alte Heißmangel. Etwas weiter steht ein unscheinbares Backsteinhaus. „Das war früher der Konsum-Markt“, erinnert sich Koller. Lebensmittel kann man heute nicht mehr im Ort kaufen. Aber: Einige Meter weiter hält neben uns der Bäckerwagen an. „Wir werden von allen Wagen angefahren, die Fleisch, Wurst und Backwaren verkaufen“, sagt Koller zufrieden.

Politiker als Namensgeber

Weiter geradeaus führt ein Fußweg durch die Wohnsiedlung. Kaum Leerstände gibt es hier. „Der Ort hat sich stark verjüngt, rund ein Drittel der Häuser sind heute in jüngerer Hand.“ Die meisten Häuser sind noch aus den Sechzigern, viele wurden aufwendig renoviert. Ein Neubaugebiet gibt es nicht, „aber vereinzelte Bauplätze“. Links biegen wir in die Wiesenstraße ein. „Da hat Getränke Damke damals angefangen“, weist Koller auf ein weißes Haus, das heute ein normales Wohnhaus ist. Weiter geht es auf der Seebohmstraße. „Die Straßen im alten Teil des Dorfes wurden vor allem nach Politikern benannt,“ weiß Koller. Rechts entdecken wir den „N-Bahnkeller Schaumburg“ – eine Adresse für Modelleisenbahnfans.

Langsam schlängeln wir uns wieder heraus aus dem Wohngebiet, bis wir wieder an der Kreisstraße sind. Neben der Siedlerhütte liegen zwei Bouleplätze brach. „Das zieht hier irgendwie nicht“, meint Koller. Nur noch wenige Meter und wir erreichen wieder unseren Startpunkt, den Wackerfelder Weg der zu den eher abgelegenen Häusern Wackerfelds und schließlich ins Industriegebiet führt. kil

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