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Nienstädt Vorschläge zu B65-Problem „makaber“
Schaumburg Nienstädt Nienstädt Vorschläge zu B65-Problem „makaber“
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12:58 11.03.2018
NIENSTÄDT

„Die Mehrheit unserer Bürger in Nienstädt hält die Umgehungsstraße B 65 für dringend erforderlich“, erklärt Widdel. Erst in der vergangenen Woche habe ein Vater aus dem Ort mitgeteilt, dass dessen Sohn bei der Überquerung der Straße dreimal nur mit Glück hinüber gekommen sei.

Obwohl die Ampel für Fußgänger auf Grün geschaltet gewesen sei, seien Autos weitergefahren. Für Reckmann ist es „inakzeptabel“, dass die Gründer der Aktionsgemeinschaft den Nienstädter Bürgern Lärm und Abgase von rund 20.000 Kraftfahrzeugen täglich „in direkter Nähe zumuten, selbst aber nur um den Besitz eines von Wohnbebauung fernliegenden Ackers“ kämpfen. Laut Widdel sind es in Spitzenzeiten sogar 30.000 Fahrzeuge.

Vor allem die Vorschläge der Aktionsgemeinschafts-Gründer dazu, wie die Anlieger der B 65 in Nienstädt mit dem Problem umgehen sollen, rufen bei Widdel und Reckmann Unverständnis hervor. „Makaber ist der Vorschlag, die Vielzahl von Eigentümern der Häuser an der B 65 in der Gemeinde Nienstädt sollten ihre Immobilie an den Bund verkaufen und wegziehen.

Wer so etwas vorschlägt, kann in dieser Sache nicht bis zum Ende nachgedacht haben“, schreibt die Fraktionsvorsitzende. Auch Widdel hält die Aussagen der vier Initiatoren der Aktionsgemeinschaft für „kontraproduktiv und ein egoistisches Denken“ speziell für die Dorfentwicklung. Da weiter steigendes Verkehrsaufkommen zu erwarten sei, setze er sich als Bürgermeister für ein „Dorfentwicklungsprogramm der Zukunft“ ein. Das bedeute: „Keine weitere Trennung des Dorfes durch die B 65.“ Die Chancen, die dies für die Ortsentwicklung bietet, sind auch der Nienstädter Fraktionsvorsitzenden ein Anliegen.

Wie Reckmann mitteilt, haben Landtagsabgeordneter Karsten Becker (SPD) und die SPD-Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers zugesagt, sich weiterhin mit Nachdruck für eine schnelle Realisierung der Umgehung einzusetzen. Im Bundesverkehrswegeplan sei diese Maßnahme als vordringlicher Bedarf eingestuft worden, also von höchster Priorität.

Als Kreistagsmitglied setzt Reckmann in ihrer Pressemeldung noch hinzu, dass ebenso der kritisierte B 65-Ausbau von Beckedorf bis Bad Nenndorf zu begrüßen sei. „Eine bessere Anbindung an die Autobahn wirkt sich insbesondere für den Raum Stadthagen positiv aus“, glaubt sie, „sie sollte jedoch einen realen Zeitgewinn ermöglichen.“
Das erste Treffen der Umgehungs-Kritiker beginnt am Mittwoch, 21. Februar 2018, um 19 Uhr auf dem Bruchhof in Stadthagen. Angesprochen sind alle Interessierten und solche, die sich an der Aktionsgemeinschaft beteiligen wollen. bab