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Zwischen Industrie und Deponie

Nienstädt Zwischen Industrie und Deponie

Wo im Moment nicht mehr als ein paar Pfützen zu sehen sind, soll sich schon Ende August auf einer Fläche von 500 Quadratmetern eine neue Fahrzeughalle bei der Kauffeldt Transport und Logistik GmbH am Schnatwinkel erheben. 250000 Euro will das Familienunternehmen in den Bau stecken.

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Stefan (links) und Wilhelm Kauffeldt empfangen Fahrer Boris Klimov zurück von seiner Tour aus Hamburg.

Quelle: geb

NIENSTÄDT.. „Wir haben unseren Fuhrpark erweitert und schaffen mit der neuen Halle drei Innen- und zwei Außenplätze für unsere Lkw“, erklärt Co-Geschäftsführer Stefan Kauffeldt. So wie auch das Hauptgebäude der Firma wird das Hallendach mit Photovoltaik-Panelen ausgestattet, um Solarstrom an den Energie-Versorger E.on verkaufen zu können.

In dem 2003 von Wilhelm Kauffeldt gegründeten Unternehmen sind aktuell 52 Mitarbeiter beschäftigt. Nach den bescheidenen Anfängen mit einer handvoll Laster an der Obernkirchener Glashütte steuern die Kauffeldt-Fahrer nun 26 silberne Mercedes-Lastwagen quer durch Deutschland, um Glasbruch, Metallschrott und Asche zwischen Industrie und Deponie zu verteilen. Subunternehmer mitgezählt, erhöht sich die Flotte auf knapp 50 Lkw. Über eine Kooperation mit der Firma Heitmann reicht Kauffeldts Netz bis nach Antwerpen – von dort wird per Schiff Glasbruch an den Mindener Hafen geliefert.

Mit neuster Technik durch Deutschland

Die Glashütte Ardagh in Obernkirchen wird 365 Tage im Jahr beliefert. Mit Sondergenehmigungen dürfen die Kauffeldt-Laster auch an den Tagen fahren, an denen die anderen Wagen still stehen. In der Nähe des Bodensees geht es mit dem Lkw sogar unter Tage. Über eine Strecke von drei Kilometern führt der Weg die Transporter in die Tiefe des früheren Salzbergwerks Haigerloch, wo sich 1,5 Kilometer unter der Erde eine Deponie befindet. Hochmodern und spezialisiert geht es dabei zu, denn der Transport gefährlicher kennzeichnungspflichtiger Abfälle erfordert eine besondere Ausstattung und gut geschulte Kräfte. „Für die Fahrt in das Bergwerk muss der Lkw einwandfrei und der ganze Motorraum wie bei der Formel-1 durch eine Löschanlage gesichert sein“, erklärt Kauffeldt. Die Fahrer nehmen ihre Aufträge per festinstalliertem Tablet-PC entgegen, von der Nienstädter Zentrale aus wird jederzeit der Standort erfasst. Alle drei Jahre wird ein Fahrzeug ersetzt.

Durch die Spezialisierung erspart sich das Unternehmen den harten Preiskampf im Transportgewerbe. Das Verhältnis zu den Fahrern, von denen viele bereits seit Jahren im Unternehmen beschäftigt sind, sei familiär. „Jeden Freitag treffen wir uns zum gemeinsamen Grillen an der Grillhütte auf unserem Gelände“, erzählt Kauffeldt. Die neue Halle wird bald direkt daneben stehen. geb

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