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Ganztagsschule für Nienstädt?

Hort ist gefragt Ganztagsschule für Nienstädt?

Die Hortbetreuung wächst der Samtgemeinde langsam über den Kopf. Der Bedarf einer Nachmittagsbetreuung steigt und steigt, sodass im Schulausschuss auch die Option einer Ganztagsschule diskutiert worden ist.

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Der Bedarf an Nachmittagsbetreuung für Grundschulkinder steigt stetig.

Quelle: Symbolfoto dpa

Samtgemeinde Nienstädt. Da dies ohnehin nicht von heute auf morgen umzusetzen ist, empfahl der Ausschuss, die Hortplätze in Nienstädt und Seggebruch zum neuen Schuljahr erneut aufzustocken. „Dass der Bedarf so gewaltig steigen würde, hatten wir nicht erwartet“, sagte Ausschussvorsitzender Eberhard Koch (SPD).

 Mit 109 Plätzen bei insgesamt 370 Schülern ist der Hort der größte im Kreis. Nach Vorschlag der Verwaltung sollen die Plätze auf 137 aufgestockt werden.

 Der Bericht der Hortleiterinnen Anett Panten (Nienstädt) und Bettina Müller (Seggebruch) zeigte: Der Hort platzt bald aus allen Nähten. Einige stehen schon auf der Warteliste und es werden noch mehr. In Nienstädt sind alle 72 Plätze belegt. Panten: „Es ist jetzt schon eine logistische Leistung, alle Kinder satt zu kriegen.“ Erst im April wurden die 50 Plätze um 22 erweitert. Zum Sommer wird ein Bedarf von 82 erwartet. Darum soll die kleine Zwölfergruppe auf 20 Kinder anwachsen.

 Ähnlich ist es in Seggebruch: Mit 37 Schülern ist der Hort voll. Mit weiteren 16 bis 18 Anfragen ist zum neuen Schuljahr zu rechnen. Darum ist dort eine weitere Gruppe geplant. Da der neue erste Jahrgang vermutlich dreizügig ist, reicht der Platz in der Seggebrucher Schule nicht aus, sodass eine der Klassen nach Nienstädt fahren müsste.

 Das hält Schulleiter Helmut Quander für „keine gute Lösung“. Er war dagegen. Die Schule habe schon viele Zugeständnisse für den Hort gemacht, sagte er kritisch. Um eine weitere Klasse am Standort unterzubringen, müsste der Musikraum „geopfert“ werden. „Das geht nicht.“ Außerdem sei die Nienstädter Schule – etwa bei den neuen Medien – besser ausgestattet, sodass die eine Klasse aus Seggebruch gegenüber der beiden anderen bevorzugt wäre. Er sei sowieso für eine ganz andere Lösung, die er schon 2009 angeregt hatte: beide Standorte zu einem in Nienstädt zusammenführen. Das sei damals in den Fraktionen abgelehnt worden. Die Hortbetreuung könnte dann komplett in Seggebruch laufen. „Das hat pädagogische, organisatorische und finanzielle Vorteile“, so Quander. Als Alternative machte er den Vorschlag, einen Klassenraum in Seggebruch ab mittags für den Hort frei zu räumen. Tische und Stühle müssten dann stets umgeräumt werden – „das wird schwierig“, sagte Müller. Dennoch nahm der Ausschuss in seine Beschlussempfehlung auf, eine Doppelbelegung durch Hort und Schule zu prüfen.

 Daniela Scheibe (SPD) stieß sich an Quanders Ausdruck, einen Raum zu „opfern“: „Wir opfern doch nicht das eine für das andere“, es gehe schließlich um dieselben Kinder. Und Stefan Fitzner (CDU) mahnte: „Die Hortkosten laufen echt aus dem Ruder“, darum solle man „intensiv über eine Ganztagsschule nachdenken“. Koch gab an, dass darüber vor zwei, drei Jahren schon diskutiert, aber keine Kostenentlastung für die Samtgemeinde gesehen worden sei. Im Ausschuss herrschte der Tenor, dass es angebracht sei, vor dem Hintergrund des steigenden Betreuungsbedarfes noch einmal neu darüber nachzudenken.

Hortgebühren sollen steigen

Der Schulausschuss hat sich schwergetan, sieht aber keine Alternative: Die Gebühren für die Hortbetreuung in Nienstädt und Seggebruch sollen zum 1. Februar 2016 erhöht werden – um zehn Euro. Dafür stimmte das Gremium bei einer Gegenstimme.
Eigentlich war eine Erhöhung um fünf Euro geplant, sagte Sandra Wiechmann, Allgemeine Vertreterin des Samtgemeindebürgermeisters. Da sei noch nicht klar gewesen, wie stark die Personalkosten tatsächlich steigen werden: von 395 000 auf 465 000 Euro.

Die fünftägige Betreuung bis 17.30 Uhr soll für das erste Kind 155 Euro monatlich kosten, für das zweite 130 Euro. Ein Platz bis 15.30 Uhr in Nienstädt kostet 130 für das erste und 110 Euro für das zweite Kind. In Seggebruch und Helpsen fallen bis 14.30 Uhr 115, beziehungsweise 95 Euro an. Wer sein Kind nur drei Tage in den Hort schickt, zahlt jeweils rund 30 Euro weniger. Die Mittagessen-Pauschale von etwa 40 Euro kommt noch hinzu.

Der Zuschuss der Samtgemeinde ist von 224 000 Euro in 2014 auf 251 000 Euro in 2015 gestiegen. Die Horterweiterung würde weitere rund 34 000 Euro mehr bedeuten.

Anett Panten, Hortleiterin in Nienstädt, äußerte Bedenken: Die Erhöhung treffe besonders alleinerziehende Mütter, die ohnehin an der Grenze der finanziellen Belastbarkeit seien. Daniela Scheibe (SPD) machte den Zwiespalt vieler Ausschussmitglieder deutlich: Keiner möchte die Eltern noch stärker belasten, aber der Haushalt sei begrenzt. „Wir haben alle freiwilligen Posten unter die Lupe genommen“ und einige Projekte, die lange unterstützt wurden, gestrichen. kil

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