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Mehr Leben auf der Straße

Dorfentwicklung Mehr Leben auf der Straße

Der Antrag zum Dorfentwicklungsprogramm 2018 für die drei Bergkruggemeinden ist bereits von den Räten beschlossen worden. Insgesamt gaben die meisten Bürger in den Fragebögen der Wohnqualität die Note 2 oder 3. Bis zum nächsten Schritt wird es noch eine Weile dauern.

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Symbolbild

Quelle: Archiv

Seggebruch/Hespe/Helpsen. Zeit, um sich einmal die Wünsche und Kritik, die die Bürger zum Ausdruck bringen konnten, genauer anzusehen. Samtgemeindebürgermeister Ditmar Köritz: „Ich finde es spannend, wie unterschiedlich manche Bürger ein und dieselbe Sache beurteilt haben.“ Während einige beispielsweise den vorbildlichen Zustand von Rad- und Fußwegen loben, bemängeln andere nicht gepflegte Radwege. Andere kritisieren, dass der Edeka nicht in die Grüne Mitte gehöre, beklagen aber zugleich fehlende Einkaufsmöglichkeiten. Ebenso schwankt das Bild zwischen guten bis schlechten Parkmöglichkeiten am Bahnhof Kirchhorsten.

Das Leben auf der Straße fehlt

Amüsant: In Hespe wurde von Bürgern bemängelt, dass es „keine Schaufenster für einen Abendbummel“ gebe. Es sei ein „langweiliges Straßendorf“, sagen andere. Außerdem gebe es keine Arbeitsplätze im Ort und nur wenig Freizeitangebote für Kinder, Jugendliche und Senioren außerhalb von Kirche und Vereinen. Aus allen Dörfern heißt es, die Gemeinschaft werde zu wenig gefördert, es fehle ein Treffpunkt für alle, eine Begegnungsstätte für Senioren und leider gebe es „kein Leben auf der Straße“. Was den Bewohnern aller drei Gemeinden fehlt, ist eine Eisdiele. Auch die örtliche Gastronomie hat nicht nur Lob erhalten.

Den Echtorfern wiederum fehlt eine Boulebahn und die Seggebrucher kritisieren, dass die BMX-Bahn hinter dem Schulzentrum in einem besseren Zustand sein könnte, außerdem fühlen sie sich durch die nächtlichen Hubschrauberflüge aus Achum belästigt.

Ebenfalls beklagt wird die Reglementierung von Osterfeuern und die Abschaffung der Brenntage. Köritz: Darauf habe leider nur der Landkreis Einfluss.

Ein großes Thema ist die Grüne Mitte in Helpsen. Hier ist die Nutzung als Park gewünscht, die Gestaltung des Geländes zu einem Dorfgemeinschaftsplatz, der auch außerhalb von Veranstaltungen reizvoll ist. Angeregt worden sei auch, die 1.-Mai-Feier in der Grünen Mitte wieder einzuführen, sagt Köritz, der sich das allerdings eher nicht vorstellen kann. Die Party sei vor Jahren abgeschafft worden, da es wiederholt zu Gewalt und Eskalation gekommen sei. Und die Sitzbänke habe die Gemeinde damals abgebaut, weil diese bloß die sogenannte Trinkerszene angelockt hätten. Wenn man dort wieder etwas aufbauen will, müsse man auch mit möglichen negativen Folgen rechnen, gibt Köritz zu Bedenken.

Lob für Kitas, Schule, Hort und Vereinsleben

Es gab aber auch Lob: So finden die Anwohner die Nähe zum Wald und Kanal, die gute Betreuung in Kitas, Schule und Hort sowie das gute Vereinsleben erfreulich. Positiv und wohl mit einem Seitenhieb in Richtung Samtgemeinde Niedernwöhren wurde als vorbildlich gegenüber anderen Gemeinden auch die nächtliche Straßenbeleuchtung erwähnt.

Während die Dreiteilung der Orte kritisiert wurde, kam von anderer Seite sogar die Idee, einen gemeinsamen Ortsnamen zu finden.

Köritz hat zudem die Erkenntnis gewonnen: „Viele kennen den Anrufbus offenbar noch gar nicht“, denn öffentliche Transportmittel seien oft als Mangel benannt worden.

Die Bürger haben in Zukunft reichlich Gelegenheit, ihre Ideen weiterhin einzubringen. Denn Mitwirken ist nicht nur gewünscht, sondern bei der Dorfentwicklung unbedingt in Form von Arbeitsgruppen erforderlich. Vieles sei möglich, andere Dinge unrealistisch, sagt Köritz. „Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass wir ein Schwimmbad bauen.“ kil

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