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Vorerst keine Ganztagsschule

Samtgemeinderat Vorerst keine Ganztagsschule

Die Nienstädter Grundschule wird in absehbarer Zeit nicht in eine Ganztagsschule umgewandelt. Der eigens dafür ins Leben gerufene Arbeitskreis ist zu dem Schluss gekommen, dass ein Ganztagsbetrieb keine nennenswerten Einsparungen für die Samtgemeinde bringen würde.

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Die Grundschule Nienstädt wird in absehbarer Zeit nicht in eine Ganztagsschule umgewandelt. Die Nachmittagsbetreuung erfolgt weiterhin über den sehr gefragten Hort.

Quelle: kil

Samtgemeinde Nienstädt. Das bestätigt Eberhard Koch, Vorsitzender des Schulausschusses und SPD-Fraktionsvorsitzender im Samtgemeinderat. „Der Arbeitskreis hat sich zweimal getroffen. Dabei haben wir vor allem verschiedene Modelle durchgerechnet.“ Unterm Strich mit dem Ergebnis, dass das Konzept der Ganztagsschule vorerst nicht in Frage kommt, sagt Koch.

Der Anstoß zur Gründung eines Arbeitskreises kam aus dem Schulausschuss. Dort wurde im vergangenen Dezember über den stetig steigenden Bedarf an Hortplätzen und die damit verbundenen Kosten für die Samtgemeinde diskutiert. Unter anderem Stefan Fitzner (CDU) mahnte damals an, dass die Hortkosten „aus dem Ruder“ liefen und man intensiv über eine Ganztagsschule nachdenken sollte.

Daraufhin fand sich ein Arbeitskreis zusammen, in dem Vertreter aus den Fraktionen im Samtgemeinderat, aus der Schulleitung, der Samtgemeindeverwaltung und dem Schulelternrat vertreten waren. Koch zufolge waren sich am Ende alle einig, das Thema Ganztagsschule zunächst wieder zu den Akten zu legen.

Ganztagsschule wäre nicht günstiger

Der Hort kostet die Samtgemeinde Nienstädt jährlich mehr als 270 000 Euro. Eine Ganztagsschule, so das Ergebnis des Arbeitskreises, wäre nicht unbedingt günstiger. Denn der Unterricht würde – je nach Modell – auch nur bis 15.30 oder 16 Uhr dauern. Eine zusätzliche Betreuung bis 17.30 Uhr, wie sie aktuell durch den Hort gewährleistet wird, wäre folglich auch weiterhin nötig, erklärt Koch.

Zudem müsste die Samtgemeinde bauliche Erweiterungen leisten und zum Beispiel eine Mensa einrichten. Die derzeitigen Horträume könnten dafür nur teilweise genutzt werden.

Neben dem Kostenfaktor haben auch die Lehrer der Grundschule deutlich gemacht, dass sie einen Ganztagsbetrieb ablehnen. Mit den Stunden, die der Schule als Ganztagsbetrieb zur Verfügung stehen würden, könnte sie kein vernünftiges Angebot in den Nachmittagsstunden anbieten, schildert Koch die Gespräche aus dem Arbeitskreis.

Personaldecke würde nicht ausreichen

Das bestätigt auch Schulleiter Helmut Quander auf Nachfrage der SN. Das Kollegium sei der Auffassung, dass die Personaldecke nicht ausreichen würde, um ein vergleichbar qualitatives Angebot zu leisten, wie es im Hort bereits besteht.

Auch viele Eltern favorisieren offenbar die Hort-Alternative und wollen gar keine Ganztagsschule, weiß Koch. „Die Eltern sind sehr zufrieden mit dem Hort.“ Und Thomas Oertel, Vorsitzender des Schulelternrates und Mitglied im Arbeitskreis, bestätigt das (siehe Kasten).

Aktuell bietet die Samtgemeinde 137 Hortplätze, verteilt auf die Standorte Nienstädt und Seggebruch, an. Das Problem, dem steigenden Bedarf an Hortplätzen gerecht zu werden, bleibt auch künftig eine Herausforderung, weiß Koch, der aber noch keine konkreten Lösungen für dieses Problem kennt. Vielleicht müsse die Samtgemeinde anbauen oder Container aufstellen, wirft er als Idee in den Raum. Auch über Kriterien, die Regeln, welche Kinder einen vordringlichen Bedarf bekommen sollten, hätten die Politiker schon nachgedacht. Bislang sei es aber noch immer „gerade so“ gelungen, alle Kinder unterzubringen.  kil

Eltern wollen Hort behalten

Entgegen dem allgemeinen Trend an vielen anderen Schulen ist der Wunsch nach einer Ganztagsschule bei den Nienstädter Eltern nicht so stark vorhanden. Zumindest ist das die Einschätzung des Schulelternratsvorsitzenden Thomas Oertel. Er hat den rund 30 Elternsprechern von beiden Schulstandorten Nienstädt und Seggebruch das Modell Ganztagsschule nach den Rahmenbedingungen des Landes Niedersachsen vorgestellt. Das Ergebnis: „Die Eltern haben dabei Bauchschmerzen“, sagt Oertel mit Blick auf die Verteilung der Unterrichtsstunden und der Finanzen.

"Der Hort ist klasse"

Sorge bereite den Eltern vor allem, dass die Nachmittagsbetreuung von pädagogischen Mitarbeitern geleistet werden würde, die möglicherweise weniger qualifiziert wären, als die ausgebildeten Erzieher im Hort. Was die Hortbetreuung angeht, seien sich die Eltern einig: „Der Hort ist klasse.“ Darum sieht der Elternrat auch keinen dringenden Bedarf, die bestehenden Strukturen zum jetzigen Zeitpunkt zu ändern. Die Hortbetreuung betrachtet Oertel als „Luxuslösung. Es läuft“.

Oertel ist allerdings bewusst, dass die Befragung der Elternsprecher nicht unbedingt repräsentativ für die gesamte Elternschaft der Schule sein muss. kil

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