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Seggebruch „Eine blühende Oase am Mittellandkanal“
Schaumburg Nienstädt Seggebruch „Eine blühende Oase am Mittellandkanal“
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10:08 14.08.2011
Martin Danilowski (links) erhält als Gründungsmitglied der Siedlung Baum eine Urkunde von Hartmut Kirchner und Herbert Stahlhut. Quelle: svb

Seggebruch (svb). „Die Aufsiedlung erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Ziel der Unterbringung vertriebener Landwirte“, erklärte Bürgermeister Herbert Stahlhut in seiner Festrede. Diese stammten gebürtig überwiegend aus Schlesien, Pommern, dem Sudetenland sowie aus Ost- und Westpreußen. Wegen der schlechten Bodenqualität sei die aktive Landwirtschaft aber bald aufgegeben worden.

Stahlhut bezeichnete die Siedlung Baum als einen „wunderschönen Flecken Erde“ und eine „blühende Oase am Mittellandkanal". Der Bürgermeister zollte den Siedlern seine Anerkennung und seinen Respekt, die es „ohne die heutigen modernen Maschinen und Hilfsmittel geschafft haben, sich eine Heimat mit Haus und Garten zu schaffen".

Martin Danilowski erhielt als letztes noch lebendes Gründungsmitglied der Siedlung eine Ehrenurkunde von Stahlhut und Hartmut Kirchner. Der 1940 geborene Kirchner habe seine Heimat Schlesien nur „flüchtig“ kennen gelernt, bevor er in der Siedlung Baum heimisch geworden ist. Er hatte mehrere Pinnwände mit Panorama-Fotos der Siedlung vorbereitet und zur Ansicht im Festzelt aufgestellt.

Auch den ersten Entwurf der Siedlungshäuser von 1949 sowie den Drainage-Plan von 1951, auf dem die alten Hausbesitzer vermerkt sind, hat er ausfindig gemacht und ausgestellt.

Zu den zehn neuen Hausbesitzern, die im Laufe der Jahre dazu gekommen sind, gehört der Feuerwehrchef und Ratsmitglied Michael Pusch. Pusch ist mit drei Jahren in die Siedlung gezogen und wohnt dort seit mittlerweile seit 45 Jahren. Er bescheinigt den Siedlern eine gute Dorfgemeinschaft sowie eine tolle Nachbarschaft. "Das zwischenmenschliche Zusammenleben stimmt“, sagte er.

Einer der Fest-Höhepunkte am Sonnabend war der Besuch von der „lustigen Putzfrau“. Diese stürmte mit Wischer und Eimer das Festzelt, um die Lachmuskeln der Gäste aufzupolieren. Mit derben Witzen, Gesangseinlagen sowie Schwänken aus ihrem Leben sorgte sie dafür, dass so manche Träne vor Lachen floss.

Kurzerhand schnappte sie sich „ihren lieben Herbert“ (Stahlhut), an dessen Seite sie ihren „Aufwisch“ beendete. Eng an ihn angeschmiegt trällerte sie zwei abschließende Lieder. Die vom Publikum geforderte Zugabe ließ nicht lange auf sich warten und so konnten die Siedler gut gelaunt in den musikalischen Abend starten.