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Protest gegen trassenfernen Ausbau

Bigtab-Schild in der Pickerecke Protest gegen trassenfernen Ausbau

Seit Jahrzehnten schon versuchen die Anwohner der Pickerecke in Seggebruch, stärkere Lärmschutzmaßnahmen zu bekommen. Jetzt ist das Thema wieder aktuell.

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In der Pickerecke heißt es ab sofort „Die Bahn biegt hier nicht ab!“.

Quelle: jp

SEGGEBRUCH. Denn die sieben Häuser der kleinen Siedlung liegen nur etwa zwölf Meter von den Bahngleisen entfernt. Durch den geplanten Trassenausbau der Bahn wird dieses Thema für die Bewohner jetzt aktueller denn je. Um ein klares Zeichen zu setzen, haben Vertreter der Bürgerinitiative gegen den trassenfernen Ausbau der Bahn in Schaumburg, Minden, Porta (Bigtab) nun ein Großplakat an der Straße In der Pickerecke aufgestellt – mittlerweile das achte entlang der Bahnlinie.

„Wir wollen die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, was da eigentlich geplant ist“, erklärte Thomas Knickmeier, Mitglied der Initiative und betroffener Anwohner, nach der Aktion.

Bigtab fürchtet eine riesige Brückenkonstruktion

Verhindern möchten die Aktivisten den im Raum stehenden trassenfernen Ausbau der Bahn an der Pickerecke. Denn genau dort würde die neue ICE-Trasse nach der ersten Version des Bundesverkehrswegeplans 2030 von der alten Trasse abzweigen und dafür – nach Überzeugung der Bigtab – die Errichtung einer gigantischen Brückenkonstruktion erforderlich machen, hieß es bei der Aufstellung des Plakates.

„Die Bahn biegt hier nicht ab!“, lautet die kurz hinter der Überführung der Straße Zur Brücke aufgestellte Botschaft der Initiative. Und das meint diese wörtlich: Denn komme es zu einem Ausbau der Bahn, solle dieser in Schaumburg ausschließlich trassennah erfolgen, die Züge somit in Seggebruch auch in Zukunft die jetzige Strecke fahren, fordert Bigtab.

Dass das für die direkten Anwohner der Strecke auch kein Zuckerschlecken wird, geben die Bigtab-Mitglieder unumwunden zu. Das sei jedoch immer noch besser als das, was den Anwohnern bei einem trassenfernen Ausbau bevorstehe. Ein weiteres Argument: Der von Anliegern der Pickerecke dringend gewünschte Lärmschutz würde nur dann realisiert, wenn die Strecke trassennah ausgebaut werde. Erst kürzlich hatte der Gemeinderat abgelehnt, an dieser Stelle selbst tätig zu werden (wir berichteten). Man wolle zunächst die Pläne der Deutschen Bahn abwarten. Knickmeier kann das nachvollziehen.

Unverständnis über Kritik der Nienstädter SPD

Für erhebliche Wellen in der Bigtab sorgt auch die Pressemitteilung des SPD-Ortsvereins Nienstädt (wir berichteten). In der Erklärung üben der Vorsitzende Eberhard Koch und sein Stellvertreter Alfred Reckmann Kritik am CDU-Bundestagsabgeordneten Maik Beermann, der im September ein Gespräch mehrerer Bürgerinitiativen im Bundesverkehrsministerium mit dem für die Bahnplanung zuständigen Staatssekretär Enak Ferlemann vermittelt hatte.

Konkret werfen die Sozialdemokraten dem Parlamentarier vor, „ein Doppelspiel auf Kosten des Schaumburger Landes“ zu treiben. Beermann unterstütze in Wahrheit nicht die von den heimischen Kommunen formulierte Forderung, den Ausbau des Streckenabschnitts Lindhorst-Porta im Schienenwegeausbaugesetz ausschließlich trassennah festzuschreiben, so der Vorwurf der beiden Kommunalpolitiker.

Beermann solle Worte und Taten in Übereinstimmung bringen und bereits jetzt für die Festschreibung des trassennahen Ausbaus eintreten. Weiter: „Eine Bürgerbeteiligung sowie eine Beteiligung der Kommunen im Vorfeld einer Entscheidung ist ein Witz, wenn ein Bundestagsabgeordneter vor Ort den Eindruck von Unterstützung vermittelt, im Bundestag jedoch auf eine Festschreibung des Bürgerwillens verzichten will, obwohl übereinstimmende Voten abgegeben wurden.“

Knickmeier war auch beim Ferlemann-Gespräch dabei und findet die Reckmann-Angriffe gegen Beermann „kontraproduktiv und völlig überflüssig“. Der CDU-Bundestagsabgeordnete selbst reagierte auf Facebook gelassen: „Entweder wollen sie wegen einer anderen Sache ablenken und verbreiten deswegen Unwahrheiten. Vielleicht ist aus deren Sicht aber auch schon Wahlkampf – der für mich definitiv noch nicht begonnen hat.“   jp, kil

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