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Sehen und gesehen werden

SN-Aktion "Toter Winkel" Sehen und gesehen werden

Was ist eigentlich der tote Winkel? „Das ist die Stelle, an der man vom Lkw-Fahrer nicht gesehen werden kann.“ Das hat die Nienstädter Grundschülerin Lätizia Vater Donnerstag bei der  Aktion „Raus aus dem toten Winkel “gelernt.

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Die Grundschulkinder werden über die Gefahren des "Toten Winkels" aufgeklärt.

Quelle: rg

Seggebruch/Nienstädt. Diese haben die Schaumburger Nachrichten nach dem tödlichen Unfall eines siebenjährigen Mädchens in Stadthagen kurzfristig initiiert. Zusammen mit der Spedition Molthahn aus Nienstädt, der Firma Ruhe Reisen, der Kreisverkehrswacht und dem Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) sollen die Schüler vor allem für das Aufeinandertreffen von Fußgängern oder Radfahrern mit Bussen und Lastwagen sensibilisiert und geschult werden.

Sichtfenster

Die Sicht des Fahrers ist begrenzt: Das erfahren die Kinder durch die Sichtfenster aus Pappe und beim Probesitzen im Lkw. Adolf Deterding sensibiliserte die Jungen und Mädchen auch beim Thema Schulbusse. Er versammelte sich dafür mit den Kindern hinter einem Bus, um ihnen mögliche Gefahren aufzuzeigen. Foto: kil

Das Pilotprojekt ist Donnerstag undMittwoch  an der Grundschule in Nienstädt und der Außenstelle in Seggebruch gestartet. Die Bilanz der Beteiligten fiel positiv aus: „Für viele Kinder ist das heute ein echtes Aha-Erlebnis gewesen“, sagte Matthias Molthahn, Geschäftsführer der Nienstädter Spedition.

Um den Schülern die Gefahr des toten Winkels möglichst praxisnah zu vermitteln, ging es nach einem kurzen Film direkt auf den Schulhof, wo Bus und Lastwagen auf die Kinder warteten.

Beschränkte Sicht von Lkw-Fahrern

Ferdinand Vyskocil von der Kreisverkehrswacht erklärte den Schülern, warum ein Lkw-Fahrer auch bei sechs Verkehrsspiegeln nicht immer alles sehen kann, was um ihn herum passiert. „90 Prozent aller Fahrer sind alleine unterwegs, haben also keinen Beifahrer, der mal eben zur Seite schauen kann.“ Um die beschränkte Sicht deutlich zu machen, durften die Kinder selbst einmal auf den Fahrersitz klettern – für viele schon ein Highlight für sich.

„Da haben wir gesehen, dass man den toten Winkel wirklich nicht sehen kann“, sagte Schüler Nick Hambach überrascht, nachdem er gelernt hatte, dass es insgesamt vier tote Winkel gibt. „Und die sind nun mal schlecht wegzukriegen“, erklärte Vyskocil.

Darum sollten die Kinder im Verkehr möglichst viel Abstand zu einem Lastwagen halten und die toten Winkel meiden. „Zur Sicherheit soll man den Lkw lieber vorfahren lassen“, schilderten die Kinder ihr neu erlangtes Wissen.

Um den toten Winkel möglichst deutlich darzustellen, hatten die Organisatoren ein rotes Dreieck auf den Boden gelegt, auf dem sich die Schüler versammeln konnten.
Verkehrstrainer Jochen Dieckmann (Transportbotschafter) berichtete: „Die Kinder sitzen heute selbst im Lkw und sehen plötzlich, dass die ganze Schulklasse wie weggezaubert ist.“ Das ist dann der gefährliche tote Winkel.

Die Schüler rechtzeitig auf die Gefahren im Verkehr hinzuweisen, hält auch Harald Gast vom GVN für sehr wichtig. „Prävention ist das A und O“, sagt er. „Wenn man dadurch nur einen Unfall verhindert, hat man schon gewonnen.“

Gelungener Aufbau der Aktion

Schulleiter Helmut Quander fand den Aufbau der Aktion sehr gelungen: Erst ein kurzer Film, dann die Praxiserfahrung im Fahrzeug, und anschließend bekommen die Kinder noch eine Pappe mit eingeschnittenem Sichtfenstern mit nach Hause, durch die sie nachempfinden können, was ein Lkw-Fahrer alles sieht und was nicht. kil

Kinderstimmen

Noel

„Man sollte lieber ganz weit entfernt vom LKW sein und den LKW vorfahren lassen.“

Eva

Ich habe erfahren, dass es vier tote Winkel gibt und dass das sehr gefährlich ist.“

Luis

„Wenn ihr den Fahrer seht, könnte er auch euch sehen.“

Alexia

„Ich finde es interessant, dass man im toten Winkel wirklich nicht alles sehen kann.“

Justin

 

„Ich habe gelernt, dass ich jetzt noch viel stärker auf den Verkehr achten muss.“

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