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Wittkugel ist neuer Bürgermeister

Seggebruch Wittkugel ist neuer Bürgermeister

Jörn Wittkugel (SPD) wandelt auf den Pfaden seines Onkels: Nach dem Rücktritt von Herbert Stahlhut haben die Ratsmitglieder den bisherigen Stellvertreter einstimmig zum Bürgermeister gewählt. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.
Von 1974 bis 1994 war bereits der Onkel des 45-Jährigen, Fritz Wittkugel, Bürgermeister von Seggebruch.

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Herbert Stahlhut (rechts) übergibt das Amt des Bürgermeisters an Jörn Wittkugel, der ihm elf Jahre als Stellvertreter zur Seite stand.

Quelle: ber

Seggebruch. Herbert Stahlhut rückt auf eigenen Wunsch ins zweite Glied, weil er nach 33 Jahren „in den wohlverdienten Ratsruhestand“ gehen möchte. Bis zur Kommunalwahl bleibt Stahlhut den Seggebruchern aber als stellvertretender Bürgermeister erhalten. Auch unter Fritz Wittkugel war Stahlhut der zweite Mann.
Wittkugel übernimmt von Stahlhut eine Gemeinde, die sich im Wachstum befindet. 2014 hat Seggebruch 16 Einwohner hinzugewonnen, das Neubaugebiet „Im Cronsbruche“ noch nicht mit berechnet. „Die Vermarktung läuft sehr gut. Erst gestern haben wir ein weiteres Grundstück an der Nordseite verkauft“, berichtete Gemeindedirektor Ditmar Köritz, der für den Haushalt 2016 Erlöse aus dem Verkauf der Grundstücke in Höhe von 100.000 Euro eingeplant hat.
Allerdings hat der Aufschwung seinen Preis. Mehr als 300.000 Euro lässt sich die Gemeinde im kommenden Jahr die Kinderbetreuung kosten. Das sind mehr als ein Fünftel der geplanten Aufwendungen im Ergebnishaushalt 2016.
Vor allem die Tariferhöhung für die Erzieher wirkt sich finanziell aus. Der Seggebrucher Zuschussbetrag für den Kindergarten Bergkrug steigt auf 243.600 Euro, für die Krippe überweist die Gemeinde im kommenden Jahr 65.800 Euro. Insgesamt steigen die Kosten für die Kinderbetreuung im Vergleich zum Vorjahr um rund 30.000 Euro.
Um auch die Eltern etwas an der Kostensteigerung zu beteiligen, hat der Rat zum 1. Februar 2016 eine Erhöhung der Gebühren beschlossen. Pro Hort- und Krippenplatz steigt der Betrag um zehn Euro, für den Kindergarten sind fünf Euro mehr pro Kind fällig.
Für 2016 kalkuliert die Gemeinde im Ergebnishaushalt dennoch mit einem Minus in Höhe von 82.700 Euro. Nach Angaben von Köritz sind dafür maßgeblich die Abschreibungsbeträge, die die Gemeinde nach Einführung der doppischen Haushaltsführung ausweisen muss. Dies bedeute eine Nettobelastung in Höhe von rund 113.000 Euro.
Der Saldo aus der laufenden Verwaltungstätigkeit könne mit 33.700 Euro dagegen positiv ausgewiesen werden, so Köritz, der die Gemeinde mittelfristig gut aufgestellt sieht. In den kommenden Jahren sei jeweils mit einem leichten Überschuss im Ergebnishaushalt zu rechnen. Bis 2019 bewege sich der Finanzmittelbestand auf rund 584.000 Euro. „Finanzieller Spielraum für weitere Investitionsmaßnahmen ist somit gegeben“, erklärt Köritz.
Wittkugel ist ebenfalls zuversichtlich. „Wir haben ein funktionierendes System“, erklärt der 45-Jährige. Zumal die Möglichkeit bestehe, dass Neubaugebiet „Im Cronsbruche“ nochmal um 30 Grundstücke zu erweitern. „Wir sind die einzige Gemeinde im Bergkrug, die noch Bauplätze im Zentrum anbieten kann.“ Wichtig sei für die Vermarktung, eine gute Infrastruktur für junge Familien anzubieten. Hier sei Seggebruch mit seiner Ganztagsbetreuung für Kinder aller Altersgruppen ebenfalls gut aufgestellt. Auch wenn die Gemeinde dies teuer bezahlt. ber

Zur Person

Jörn Wittkugel ist 45 Jahre alt und lebt seit seiner Geburt im Haus der Familie in Echtdorf. Der Elektromeister Industrie arbeitet für die Kraftwerksgesellschaft Uniper. Als designierter Betriebsratschef des Kraftwerks Petershagen widmet sich Wittkugel, der auch im Verdi-Bundesvorstand vertreten ist, künftig voll und ganz der Arbeitnehmervertretung. Für sein Hobby Modellflug bleibt dem 45-Jährigen dagegen kaum noch Zeit. ber

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