Vehlen (rnk). Dieses Spiel legte den Grundstein zu zahlreichen Klassikern wie „Monkey Island“, „Giana Sisters“ und „Lotus“, die nur eines wollten: Spielfreude vermitteln. Heute ist das ein bisschen anders, heute gehe es in erster Linie um eine bombastische Grafik, sagt Botterbrodt aus Helpsen.
Doch seit einiger Zeit gibt es im Landkreis eine Gruppe von Retro-Fans, die sich treffen, um sich an den guten alten Spielen und den dazugehörigen Computern und Konsolen zu erfreuen. Botterbrodt gehört dazu. In einschlägigen Foren tauschen sie sich aus und verabreden sich zu Retro-Treffen.
Dabei handelt es sich, kurz gesagt, um ein Treffen von Gleichgesinnten in den Bereichen Homecomputer, Konsolen und Telespiele der vergangenen Jahrzehnte. Auf den Treffen steht eben jene Hardware im Mittelpunkt, die es heute nicht mehr im Laden zu kaufen gibt. Es wird gespielt, gefachsimpelt, repariert, gequatscht, gegessen und getrunken – alles wird in lockerer Atmosphäre ganz ohne Hektik und Stress, dafür aber mit umso mehr Spaß abgewickelt.
Jeder ist gerne dort gesehen, egal welchen Alters und egal mit welcher Hardware. Und hin und wieder sind auch richtig seltene Exponate zu sehen, die man eigentlich nur von Fotos her kennt.
Ein erstes Treffen dieser Art fand im Oktober in Wiedensahl statt, jetzt steht ein weiteres an: Am Sonntag, 23. Januar, wollen sich die Nostalgiker von 10 bis 18 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Vehlen treffen.
Dort werden alte Heimcomputer und Konsolen auf Herz und Nieren getestet und die Spieleklassiker der achtziger und neunziger Jahre noch einmal gespielt. Wie man auf so eine Idee kommt, wird in einem Internet-Forum so erklärt: „Man sitzt alleine und tauscht sich über das „Forum 64“ aus. Dann kommt einem die Idee, dass man sich ja auch mal persönlich treffen kann. Kurz darauf sitzen Haarlose, Dickbäuche und Kurzsichtige zusammen und trinken Bier. Dann treffen sie sich nochmal und bringen Computer mit.“
Alte Computer wie Commodore Amiga, C64, C128, Atari ST und Konsolen von Nintendo und Sega: Was einst als fortschrittlich galt, hat unter Computerfachleuten heute den Stellenwert von Dinosauriern. Die Nostalgiker arbeiten mit Computer-Dinos, die mit maximal einem Megabyte Arbeitsspeicher auskommen. Heutzutage ist bei PCs das viertausendfache gängig.
Solche Retro-Nostalgiker finden sich nahezu überall entlang der Autobahn. Regelmäßige Treffen gibt es zum Beispiel auch in Dortmund, Paderborn und Hannover. Daher werden auch für das Treffen im Januar Gäste von auswärts erwartet. Dorthin können natürlich auch jüngere Spieler kommen, um ihre Lieblingsspiele mit den Klassikern vergleichen, die nicht selten den Ursprung auch zu aktuellen Hits bildeten. Zugleich können die jüngeren Semester mal einen Blick riskieren, mit was ihre alten Herren sich in ihrer Jugend so die Zeit vertrieben haben.
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