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Obernkirchen / Vortrag

Herkunft und der Bildungserfolg hängen zusammen


„Was heißt Bildungsgerechtigkeit für alle Kinder?“ – Antworten auf diese Frage hat die Professorin Uta Meier-Gräwe in ihrem Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde gegeben. Eingeladen zu der Veranstaltung in der Roten Schule, die zugleich der Abschluss einer Arbeitstagung von Erzieherinnen sowie Grund- und Förderschullehrern war, hatte das Lokale Bündnis für Familien in Obernkirchen.

Obernkirchen (wk). Ausgangspunkt für den Einstieg in die Materie war die Feststellung der Referentin, dass Schüler aus benachteiligten Herkunftsmilieus und unteren Einkommensschichten in Deutschland laut der Pisa-Studie „signifikant niedrigere Bildungschancen“ haben.

Die negativen Folgen des „engen Zusammenhangs von sozialer Herkunft und Bildungserfolg“ würden vor allem die Kinder von einheimischen Modernisierungsverlierern und Migrantenkindern der dritten und vierten Generation betreffen. Die Gründe dafür sah die Expertin hauptsächlich in einem „Mangel an passgenauen Angeboten der Frühförderung, der vorschulischen Bildung und Erziehung sowie einem institutionellen Defizit an durchlässigen Schul- und Ausbildungskarrieren, sodass die Begabtenpotenziale dieser Kinder kaum erschlossen werden“. Dazu kämen die „herkunftsabhängige Einschätzung des Leistungspotenzials von Kindern durch Lehrer und Eltern“ sowie die „schichtspezifisch ungleichen Entscheidungen über den Bildungsweg der Kinder bei gleichen Kompetenzen“.

„Je früher solche Kinder jedoch gefördert werden, desto wirkungsvoller sind diese Maßnahmen“, berichtete Meier-Gräwe, die an der Universität Gießen eine Professur für Wirtschaftslehre der Privathaushalts- und Familienwissenschaften inne hat, aus einer anderen Studie. Dabei könne man sogar eine Angleichung der Entwicklung von sozial benachteiligten Kindern und solchen, die aus begüterten Familienverhältnissen stammen, erreichen. Eine Verbesserung der derzeitigen Situation erfordere zwar große staatliche Investitionen, demgegenüber müsse man aber auch an die „verheerenden“ Kosten denken, die der Gesellschaft sonst drohen würden. Angefangen von Arbeitslosigkeit über die gesundheitlichen Folgen von Übergewicht (der Kinder und späteren Erwachsenen) und deren psychischen Erkrankungen bis hin zum Abrutschen in die Kriminalität.

Wichtig sei zudem das persönliche Gespräch, denn „Eltern berührt nichts so sehr wie die Fortschritte, die ihre Kinder machen“, betonte die Referentin. Allerdings müsse man sich dabei von der Vorstellung verabschieden, dass man auf diese Weise alle Kinder „mitkriegen“ könne.

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