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200 Quadratmeter müssen reichen

Alternative für das "Schlafhaus" 200 Quadratmeter müssen reichen

Wie viele Plätze soll die Stadt Obernkirchen in der von ihr geplanten Notunterkunft für Obdachlose vorhalten, die sie als Ersatz für das zu veräußernde „Schlafhaus“ von einem Investor bauen lassen und anschließend für mindestens 25 Jahre von diesem anmieten will? Über diese Frage ist bei der jüngsten Sitzung des Stadtrates eifrig debattiert worden.

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Sofern erforderlich, ist die Stadt Obernkirchen in der Lage, einem Investor ein Grundstück an der Straße Am Ziegeleiweg anzubieten, auf dem dieser die benötigte Obdachlosenunterkunft errichten kann.

Quelle: wk

OBERNKIRCHEN. Vorgeschlagen hatte die Verwaltung die Errichtung eines „zweigeschossigen Schlichtbaus in Massivbauweise“ – auf einem noch nicht näher bestimmten Grundstück. Vorgesehen sind acht Wohnplätzen für Einzelpersonen, wobei jeder Person zehn bis zwölf Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung stehen sollten und jeweils eine gemeinsame Nasszelle für zwei Wohnplätze geplant sei.

Im Obergeschoss des angedachten Objektes sollten dagegen drei bis vier Wohneinheiten für Familien vorhanden sein. Dies allerdings mit der Option, jeweils zwei dieser zwischen 40 und 50 Quadratmeter (zuzüglich Bad) messenden Wohneinheiten bei Bedarf zu einer größeren Wohnung miteinander zu verbinden.

Die Gesamtwohnfläche der neuen Notunterkunft sollte, so die Verwaltung, bei alledem 320 Quadratmeter nicht überschreiten. An weiteren Eckdaten nannte die Stadt unter anderem getrennte Eingänge für das Ober- und Untergeschoss sowie einen Abstellraum für Fahrräder, Kinderwagen und Mülltonnen.

Gegeben sein müsse ferner, bezogen auf die Lage des Grundstückes, die Nähe zu einer Haltestelle des öffentlichen Personennahverkehrs sowie zu Geschäften und Supermärkten. Beide Einrichtungen sollten „in angemessener Zeit (zehn Minuten)“ fußläufig zu erreichen sein.

Ratsmitglied sind sich uneinig

Soweit die Überlegungen der Verwaltung, zu denen Bürgermeister Oliver Schäfer noch anmerkte, dass es das Ziel sei, „ein wirtschaftlich zu betreibendes Gebäude“ zu haben, das der Verpflichtung der Stadt Obernkirchen zur Unterbringung von Obdachlosen genüge.

Was in diesem Fall indes genügt, darüber gab es unterschiedliche Ansichten: So regte Jörg Hake, der Vorsitzende des SPD-Stadtverbands, an, hinsichtlich des mit einem Investor zu schließenden Vertrages über die Durchführung eines Bauauftrages alternativ auch Angebote für eine Obdachlosenunterkunft mit nur sechs Wohnplätzen für Einzelpersonen und zwei Wohneinheiten für Familien einzuholen.

Thomas Stübke von den Obernkirchener Grünen war dies allerdings auch noch zu viel des Guten. Er plädierte dafür, die Anzahl der Wohnplätze für Einzelpersonen auf nur noch vier Wohnplätze zu reduzieren und für Familien zwei Wohneinheiten einzuplanen. Unterm Strich hielt er bezüglich der neuen Obdachlosenunterkunft eine Gesamtwohnfläche in Höhe von lediglich 200 Quadratmetern für völlig ausreichend.

Seine Sicht der Dinge begründete Stübke damit, dass das künftige Notquartier so dimensioniert sein müsse, dass es „vernünftig belegt“ werde und nicht beispielsweise nur zu einem Viertel der vorhandenen Plätze. Darüber hinaus forderte er in diesem Bereich eine „interkommunale Zusammenarbeit“ mit den umliegenden Städten und Gemeinden, um etwaige Bedarfsspitzen bei der Unterbringung von Obdachlosen abfangen zu können.

Günstig soll es sein

„Eine kleinere, schlankere, kostengünstige Variante war schon immer unser Wunsch“, sprach sich auch Dirk Rodenbeck (CDU) für eine von der Größe her deutlich reduziertes Gebäude aus. Zudem mahnte er an, dass die Stadt versuchen müsse, von denjenigen Personen, die in der Notunterkunft unterkommen, auch entsprechende Mietzahlungen zu kassieren. In der Vergangenheit – sprich: beim an der Stoevesandtstraße 21 gelegenen „Schlafhaus“ – sei dies seines Wissens nach jedoch nicht gemacht worden.

Außerdem dürfe es in der neuen Obdachlosenunterkunft kein dauerhaftes Wohnen mehr geben, wie dies in dem bisherigen Notquartier bereits seit Jahren geduldet werde, ergänzte Horst Sassenberg, der Fraktionsvorsitzende der Obernkirchener CDU. Schließlich gebe es ein Sozialamt, das sich darum kümmern müsse, dass obdachlos gewordene Menschen in regulären Wohnungen unterkommen.

Gesamtfläche soll 200 Quadratmeter nicht überschreiten

Am Ende der Debatte einigte sich der Stadtrat auf folgenden „Kompromiss“: Das benötigte Gebäude soll gerade so groß bemessen sein, dass im Obergeschoss zwei jeweils 40 bis 50 Quadratmeter große Wohneinheiten für Familien eingerichtet werden können. Ausgehend davon sollen im Erdgeschoss so viele Wohnplätze für Einzelpersonen geschaffen werden, wie dies nach den Abmessungen der Immobilie möglich ist – das bedeutet: zwischen vier und sechs Einzelwohnplätze. Die Gesamtfläche des Objektes soll dabei jedoch nicht mehr als 200 Quadratmeter betragen. Allerdings soll das Grundstück so hergerichtet werden, dass das Gebäude bei Bedarf um einen Anbau oder durch Aufstellen eines Wohncontainers erweitert werden kann.

Falls der Investor nicht über ein für dieses Bauvorhaben geeignetes Grundstück verfügt, kann ihm die Stadt dafür im Rahmen eines Erbbaurechtes ein im Gewerbegebiet Röserheide gelegenes, stadteigenes Grundstück (entweder an der Straße Am Ziegeleiweg oder an der ähnlich heißenden Straße Ziegeleiweg) zur Verfügung stellen.

Mehrheitlich beschloss der Rat, dass die Verwaltung prüft, inwieweit bei der Unterbringung von Obdachlosen eine interkommunale Zusammenarbeit möglich ist. wk

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