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B65-Anbindung in der Kritik

Gelldorfer wollen mitreden B65-Anbindung in der Kritik

Die bereits vor Jahren im Gespräch gewesene und im jetzt vorgestellten Bundesverkehrswegeplan 2030 als „vordringlicher Bedarf“ gekennzeichnete „Ortsumgehung Nienstädt/Sülbeck“ ist Thema bei einer Sitzung des Gelldorfer Ortsrates gewesen.

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In dem Bereich gegenüber der Gelldorfer Aral-Tankstelle, wo derzeit der Raps gelb blüht, soll die im Bundesverkehrswegeplan 2030 enthaltene „Ortsumgehung Nienstädt/Sülbeck“ auf Obernkirchener Gebiet an die Bundesstraße 65 angeschlossen werden.

Quelle: wk

Gelldorf. Sie soll auf nördlicher Seite an den beiden namensgebenden Ortschaften Nienstädt und Sülbeck entlangführen. Dabei drehte sich die aktuelle Diskussion um die Anschlusssituation an die Bundesstraße 65 (B65).

 Wie die dazu als Referentin eingeladene stellvertretende Leiterin der Hamelner Geschäftsstelle des Niedersächsischen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, Uta Weinert-Kohl, berichtete, gibt es dazu zwei Möglichkeiten: Bei der einen Variante (westlicher Knotenpunkt) knüpft die Umgehungsstraße ungefähr auf Höhe der „Aral“-Tankstelle v-förmig an die Bundesstraße an, indem der Verkehr über zwei Zubringer in westliche respektive östliche Richtung auf die Bundesstraße auf- beziehungsweise von dieser abgeleitet wird.

 Der „Alternativanschluss“ schneidet dagegen ein paar Hundert Meter weiter östlich den Bahnübergang der Eisenbahnstrecke Rinteln-Stadthagen und knüpft ein Stück weiter an den Sülbecker Weg an.

 In dem von Weinert-Kohl präsentierten Lageplan waren dieser „Alternativanschluss“ und die dazugehörige Legende allerdings mit einem großen roten „X“ durchgekreuzt, was so zu verstehen war, dass diese Variante offenbar nicht favorisiert wird.

 Bereits im Jahr 2001 habe sich die Ortschaft Gelldorf generell gegen eine Anbindung der Ortsumgehung auf Gelldorfer Gebiet ausgesprochen, erinnerte der Ortsbürgermeister Andreas Hofmann (Team Gelldorf). Angesichts dessen, dass diese nun trotzdem im Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgeführt ist, frage er sich jedoch, inwiefern die Meinung der Ortschaft Gelldorf überhaupt einbezogen worden sei.

 Ferner kritisierte er, dass die tankstellennahe Anbindung der Ortsumgehung an die Bundesstraße dazu führen würde, dass der bislang über die Bundesstraße rollende Verkehr dann zu einem großen Teil über die rund 5,5 Kilometer lange Ortsumgehung laufen und somit an der Tankstelle vorbeigeführt werden würde. Folglich würde die Tankstelle weniger stark frequentiert werden.

 „Diese Lösung ist sehr unglücklich für Gelldorf“, betonte Hofmann und fügte hinzu: „Ich verstehe zwar, dass es schwierig ist, eine andere Lösung zu finden, aber das ist ja nicht unser Problem.“

 Burkhard Molthahn (Team Gelldorf) ergänzte: „Plötzlich werden wir überrollt, indem der ,Alternativanschluss‘ gestrichen wird.“ Und Dirk Rodenbeck (Team Gelldorf) warf ein, dass der westliche Knotenpunkt auch deshalb nicht ideal wäre, da man aufgrund der damit einhergehenden Verkehrsführung „vermutlich noch eher an Obernkirchen vorbeifährt“.

 Die Streichung des „Alternativanschlusses“ sei für die weitere Planung doch „nicht das Maß der Dinge“, relativierte Weinert-Kohl. Denn es werde ja noch geschaut, welche Lösung letztlich die sinnvollste sei. Aktuell gehe es jedenfalls nur um die Einstufung in den Bedarfsplan, womit aber noch nicht festgelegt sei, wie die Anknüpfung des westlichen Knotenpunktes erfolgt.

 Dass die – voraussichtlich rund 23 Millionen Euro teure – „Ortsumgehung Nienstädt/Sülbeck“ in dem Bundesverkehrswegeplan 2030 enthalten ist, bedeute überdies nicht, dass in Kürze mit der Planung begonnen wird. Vielmehr müsse das Land Niedersachsen erst mal die Prioritäten hinsichtlich der tatsächlich zu realisierenden Projekte festlegen und danach die Planung freigeben. Und in diesem Rahmen werden dann auch umfangreiche Untersuchungen zum Verkehrsaufkommen in diesem Bereich durchgeführt, deren Ergebnisse in die Planung mit einfließen würden.

 Nach Abschluss der Debatte fasste der Ortsrat den offiziellen Beschluss, dass er in die weiteren Planungen zur Ortsumgehung „Nienstädt/Sülbeck“ eingebunden werden will. Zuvor hatte Andreas Jasper, Kämmerer der Stadt Obernkirchen, klargestellt, dass der Gelldorfer Ortsrat zwar „grundsätzlich ein Mitspracherecht“ habe, sich dies aber nicht darauf beziehe, wie der Anschluss der Ortsumgehung an die B65 erfolgt.

 Denn der westliche Knotenpunkt (also der ungefähr auf Höhe der „Aral“-Tankstelle platzierte, v-förmige Anschlusspunkt) liege komplett auf Obernkirchener Gebiet.

 Die Ortsumgehung ist auch Thema bei der Sitzung des Obernkirchener Bauausschusses am kommenden Montag. wk

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