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B65: „Da fahren die wie die Verrückten“

Gelldorf / Ortsrat B65: „Da fahren die wie die Verrückten“

Gleich zweimal hat sich der Ortsrat Gelldorf bei seiner jüngsten Sitzung mit dem Thema „Raser“ beschäftigten müssen. Planmäßig auf der Tagesordnung standen dabei die Überlegungen, mit welchen Maßnahmen eine Beruhigung des Verkehrs im Wohngebiet „Wiesenstraße/Im Vogelbusch/Melkerweg“ erreicht werden kann.

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Dass sich viele Autofahrer auf der B65 in Gelldorf nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten, hat ein Anwohner gegenüber dem Ortsrat beklagt.

Quelle: wk

Gelldorf (wk/rnk). Vor einigen Monaten hatte das Gremium dazu bereits eine Bürgerversammlung abgehalten, um Anwohnern, die insbesondere um die Sicherheit von auf der Straße spielenden Kindern besorgt sind, Gehör zu verschaffen. Ortsbürgermeister Andreas Hofmann hatte daraufhin versprochen, mit der zuständigen Stelle beim Landkreis Schaumburg abzuklären, welche der von den Bürgern angeregten Vorschläge umgesetzt werden können (wir berichteten).

 Jetzt informierte Hofmann den Ortsrat darüber, dass die Aufstellung von „Tempo 30“-Verkehrsschildern „wahrscheinlich“ schon eingeleitet sei und die dafür in Frage kommenden Standorte bei einer demnächst anstehenden offiziellen Begehung des Wohngebietes festgelegt werden. Zu der angedachten Anlage eines Pflanzbeetes mit einem sogenannten „Kugelbaum“ an der Einmündung des Melkerweges in die Straße Im Vogelbusch plus zweier weiterer Bäume im weiteren Verlauf dieses geraden Straßenteilstückes sagte er indes, dass Baumpflanzungen hier nicht möglich seien, da Gas- und Wasserleitungen in der Erde verlegt sind. Wolle man an diesen Stellen dennoch Bäume haben, müsse man diese alternativ „oberirdisch“ – sprich: in großen Pflanzkübeln – aufstellen.

 Demgegenüber könne man in diesem Bereich „sehr wohl“ zwei zusätzliche Straßenlampen an die ebenfalls vorhandenen Stromleitungen anschließen. Zu diesem Punkt seien aber noch Gespräche mit der Stadt Obernkirchen erforderlich, da von solch einer Baumaßnahme auch deren Finanzhaushalt berührt werden würde.

 Hofmanns Ausführungen nahm der Stadtkämmerer Andreas Jasper zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass das Thema Verkehrsberuhigung dem Zuständigkeitsbereich des Ausschusses für Stadtentwicklung zuzuordnen sei, der die zur Diskussion stehenden Maßnahmen für Anfang 2013 auf der Tagesordnung stehen habe. Danach werde sich der städtische Verwaltungsausschuss mit diesem Thema befassen.

 Bei der sich an die Ortsratssitzung anschließenden Einwohnerfragestunde machte dann ein Gelldorfer Bürger seinem Ärger über jene Autofahrer Luft, die auf der durch den Ort führenden Bundesstraße 65 schneller als die dort maximal erlaubten 50 Stundenkilometer unterwegs sind: Vor allem morgens in der Zeit von 6 bis 8 Uhr werde die B65 zur „Rennstrecke“, schimpfte er. „Da fahren die wie die Verrückten. Das ist wirklich eine Katastrophe.“ Mit der Polizeidirektion in Nienburg habe er deswegen auch schon Kontakt aufgenommen. Allerdings habe er das Gefühl, dass die Polizei nicht tätig werde, solange kein schwerer Unfall passiert. „Ich gebe Dir recht, es gibt richtige Raser“, meinte Hofmann. Schon vor Jahren habe man daher versucht, stationäre Blitzer zur Verkehrskontrolle aufstellen zu lassen. Dies sei vom Landkreis Schaumburg jedoch mit dem Hinweis abgelehnt worden, dass es sich bei der B65 in Gelldorf nicht um einen Unfallschwerpunkt handele. Stattdessen sei die Polizei aber regelmäßig mit mobilen Geschwindigkeitsmessgeräten vor Ort, womit die Möglichkeiten aber „ausgeschöpft“ seien.

 Schriftlich hat sich bei der Stadtverwaltung das Straßenverkehrsamt des Landkreises jetzt zum Geschwindigkeitsniveau auf der B65 zwischen den Einmündungen von Schachtstraße und Heinrich-Kütemeier-Straße geäußert: Dort ist seit dem Jahre 2010 die Höchstgeschwindigkeit von 70 auf 50 Stundenkilometer reduziert worden. Leider hat sich nach Ansicht des Straßenverkehrsamtes diese Geschwindigkeitsreduzierung bei den Verkehrsteilnehmern nicht gefestigt. Am 6. Juli wurden in drei Stunden 93 Raser festgestellt. In der Zeit vom 25. Oktober bis 1. November hat die Landesstraßenbauverwaltung durch Auflegung von Messplatten festgestellt, dass die V-85-Werte immer noch über 70 Stundenkilometer lagen, teilweise sogar deutlich darüber liegen. Der V-Wert gibt an, mit welcher Geschwindigkeit 85 Prozent aller Fahrer gemessen wurden. Der Landkreis hat die Polizeiinspektion Nienburg-Schaumburg deshalb erneut gebeten, den fließenden Verkehr weiterhin mobil zu überwachen und Präsenz vor Ort zu zeigen.

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