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Bedarfsampel ja – Berliner Kissen nein

Gelldorf Bedarfsampel ja – Berliner Kissen nein

Wenn die Werksleitung von ITT Bornemann auf die Industriestraße blickt, die das Werksgelände teilt, hat sie nicht erst seit heute ein mulmiges Gefühl. Erst recht, wenn werkseigene Schwerlastfahrzeuge den Asphalt queren. Grund für die Bauchschmerzen von Geschäftsführer Gero von der Wense und seiner Führungsriege ist das Tempolimit von 100 Kilometern pro Stunde, welches dort gefahren werden darf. Anträge aus den Jahren 2005 und 2011 haben zwar dazu geführt, dass an der Straße ein Gefahrenzeichen mit dem Zusatz „Werksverkehr kreuzt“ aufgestellt wurde, doch das reicht dem Pumpenspezialisten nicht.

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„Werksverkehr kreuzt“: Ein Schild warnt Autofahrer auf der Industriestraße. Der Firma Bornemann ist das zu wenig; sie will „Berliner Kissen“ auf der Fahrbahn sehen. Ortsrat und Stadtentwickler favorisieren aber eine Bedarfsampel. tw

Gelldorf. Nachdem der Landkreis dem Bornemann-Begehren, das Tempo zu beschränken, nicht nachgekommen ist, hat das Unternehmen nun beantragt, Bremsschwellen, „Berliner Kissen“, auf dem Asphalt aufzubringen. Ein Pflastern mit diesen Formsteinen in einer Größe von 3,50 mal 3,50 Metern würde nach Berechnungen des Rathauses etwa 6000 Euro kosten; da je eine Fläche pro Fahrtrichtung angelegt werden müsste, ergäben sich Gesamtkosten von um die 12000 Euro.

 Doch zu „Berliner Kissen“ sagen weder der Ortsrat Gelldorf noch die Stadtentwickler ja; beide Gremien schlagen statt dessen das Aufstellen einer Bedarfs- respektive Dunkelampel vor, die allerdings von der Firma selbst bezahlt werden müsste. Ein Vorschlag, der ganz auf der Linie dessen liegt, was Ordnungsamt, Straßenverkehrsamt und Kreispolizeibehörde Bornemann bereits bei einem Ortstermin im Oktober 2011 als Selbsthilfe empfohlen hatten.

 Damit die Bornemann-Nachbarn Sattelmacher-Hartholz und Containerdienst Burkhard Kapp durch die Ampelanlage nicht ausgebremst werden, so die jüngste Anregung der Abgeordneten, soll der Pumpenspezialist die Schaltung respektive die Taktung mit ihnen abstimmen. „Der Nutzen einer solchen Ampel steht und fällt mit deren Feinsteuerung“, meint Volker Wehmeyer. Der Bauingenieur und Sachkundige mit Blick auf die Anlieger: „Sie darf keinesfalls ständig auf rot stehen.“

 „Rein theoretisch dürfte auf der Industriestraße tatsächlich Tempo 100 gefahren werden“, bestätigt Oliver Schäfer während der jüngsten Ausschusssitzung. Der Bürgermeister: „Praktisch sind’s aber nur um die 50 Sachen.“ Beides unterstreicht Fachbereichsleiter Bernhard Watermann und präzisiert: „Die Messungen haben ergeben, dass das Tempo dort im Schnitt bei 43 bis 45 liegt.“ Eine Nachfrage bei der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg habe darüber hinaus ergeben, dass es auf der Industriestraße mit Ausnahme von zwei Wildunfällen bislang keinerlei Crashs gegeben habe; sie sei „unauffällig“. Beschwerden von Autofahrern seien der Stadt bislang ebenfalls nicht bekannt geworden.

 Schäfer kann das Nein des Ortsrates Gelldorf zu Berliner Kissen und seine Empfehlung für eine Bedarfsampel daher „nachvollziehen“. Horst Sassenberg (CDU) hält den Fingerzeig des Ortsrates sogar für „weise“; sein Gelldorfer Fraktionskollege Dirk Rodenbeck drückt das im Ausschuss so aus: „,Berliner Kissen’ sind auf einer Straße, auf der Schwerlastverkehr rollt, deplatziert.“ tw

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