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Bürgermeister macht Brandschützern Mut

Sanierung Feuerwehrgerätehaus Bürgermeister macht Brandschützern Mut

Ein paar Monate Geduld und Schweiß müssen die Aktiven der Ortsfeuerwehr Vehlen noch aufbringen, bevor sie ihren Dienst endlich in – Zitat von Ortsbürgermeister Werner Harder – „menschenwürdigen Unterkünften“ verrichten können.

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Haben den Plan: Ortsbrandmeister Christoph Schuster (links) und Ortsbürgermeister Werner Harder mit der Bauzeichnung für das Gerätehaus.

Quelle: tw

Vehlen. Vehlen. Gemünzt war diese drastische Formulierung, die der SPD-Politiker bei den Brandschützern losgelassen hat, auf den bisherigen Zustand des alten Gerätehauses, das seit Frühjahr 2014 saniert wird – unter anderem wegen baulicher Mängel. „Das, was Euch hier bislang geboten wurde, war unter aller Kanone“, so Harder.

Laut Ortsbrandmeister Christoph Schuster erledigen die aktiven Brandbekämpfer und einige Mitglieder der Altersabteilung den größten Teil des Innenausbaues des Unterrichtsraumes in Eigenleistung, während die noch anstehende Schaffung eines neuen Sanitärbereiches sowie die Erweiterung der Fahrzeughalle von Firmen durchgeführt wird. Dabei läuft der normale Feuerwehrdienst weiter – wenn auch unter erschwerten Bedingungen.

Wie Vize-Ortsbrandmeister Daniel Möller berichtete, sind von den Vehlener Brandschützern im Rahmen der Sanierung allein im Jahr 2014 bereits 430 Stunden an Eigenleistung erbracht worden – zusätzlich zu den 140 normalen Dienststunden plus der Zeit, die für Einsätze draufgegangen ist. Sitzungen und Dienstabende finden, da der Unterrichtsraum entkernt ist, nur noch in der Fahrzeughalle statt. Ein 16-stündiger Erste-Hilfe-Lehrgang, an dem acht Mitglieder der Ortsfeuerwehr teilgenommen hatten, war dagegen in den alten Konfirmanden-Saal der Kirchengemeinde verlagert war.

Seitens der Ortsfeuerwehr habe man berechtigterweise erwarten können, dass der Umbau des Feuerwehrgerätehauses schnell vonstatten geht, räumte Obernkirchens Bürgermeister Oliver Schäfer ein. Jedoch habe man bei diesem Vorhaben die Erfahrung machen müssen, dass auch die niedersächsische Feuerwehr-Unfallkasse ein Auge auf solche Projekte werfe. Deren Forderungen hinsichtlich der Bauausführung hätten zur Folge gehabt, dass mehr Zeit für die Planung des – inklusive Eigenleistung der Ortsfeuerwehr – mehr als 300000 Euro teuren Gesamtvorhabens verstrichen sei.

Zwar würden wegen der unerwarteten Auflagen höhere Kosten auf die Stadt zukommen, andererseits könne man aber einen Förderzuschuss in Höhe von 80000 Euro aus dem Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen für das Projekt verwenden, ergänzte der Verwaltungschef. Zudem wies er darauf hin, dass die Ausschreibungen für die an Firmen zu vergebenden Aufträge mittlerweile raus seien.

Die Einschränkungen infolge der Sanierung des Feuerwehrgerätehauses sind jedoch nur ein Problem, mit dem die 254 Mitglieder (davon 27 Aktive) zählende Ortsfeuerwehr Vehlen leben muss. Was ebenfalls schwer wiegt, sind fehlende Ausrüstungsteile: „Die seit Jahren beantragten Ausrüstungsgegenstände, wie neue digitale Meldeempfänger und Ersatz-Lungenautomaten wurden immer noch nicht beschafft“, monierte Möller bei der im Dorfgemeinschaftshaus abgehaltenen Versammlung. „Sehr bedenklich“ sei zudem, dass die Ortsfeuerwehr Vehlen, als einzige Freiwillige Feuerwehr im Stadtgebiet noch keine Totmannwarner für Atemschutzgeräteträger besitze. „Nachvollziehbar ist dies nicht“, sagte er.

Und dies vor dem Hintergrund, dass Lösch- und Rettungseinsätze unter Atemschutz nicht nur reine Theorie sind, wie ein von Christoph Schuster geschilderter Fall verdeutlichte, bei dem die Brandschützer in Vehlen zu einem „Kellerbrand mit starker Verqualmung“ gerufen worden waren: „Als wir ankamen, drang uns dichter Rauch aus dem Keller entgegen“, so der Ortsbrandmeister. „Da der Hausbesitzer das Haus verlassen hatte, konnten wir sofort mit einem Innenangriff unter Atemschutz beginnen. Dieses sollte sich jedoch ändern, denn der Hausbesitzer hörte weder auf die Feuerwehr noch auf die Polizei und verschwand wieder im Haus. Die Taktik musste geändert werden: Menschenrettung hieß nun der Einsatzbefehl!“

Mit vereinten Kräften der Ortsfeuerwehr Vehlen und der Feuerwehr Obernkirchen habe man den „störrischen Hausbesitzer“ schließlich dazu bewegen können, sein Haus zu verlassen. Er sei dann sofort dem Notarzt übergeben worden, der ihn wegen Verdachtes auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus habe einweisen lassen.

„Hier möchte ich noch einmal betonen, dass bereits drei bis vier Atemzüge von Rauchgasen zu Bewusstlosigkeit und Tod führen können“, sagte Schuster und ergänzte: „Hätte der Hausbesitzer sofort die Feuerwehr alarmiert, anstatt selber das Feuer löschen zu wollen, wäre auch der Schaden nicht so hoch gewesen.“ wk

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