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Bürgermeister unter Beschuss

Vehlen: „Ihr macht uns die Dorfgemeinschaftsanlage kaputt." Bürgermeister unter Beschuss

Bürgermeister Werner Harder (SPD) und der Vehlener Ortsrat haben derzeit im Dorf einen schweren Stand: „Ihr macht uns die Dorfgemeinschaftsanlage (DGA) kaputt."

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Einladendes Wandbild am DGA-Eingang: Das Gebäude soll zur Gänze Kindergarten werden. Doch die Idylle trügt; im Dorf rumort es.

Quelle: tw

Vehlen. Das sind noch die freundlichsten Worte, die sich die Bürgervertreter aktuell anhören müssen. Grund des Unmutes ist eine Grundsatzentscheidung zur Zukunft der stadteigenen DGA, die offenbar bereits einmütig getroffen worden ist und beim Ortsratstreffen am morgigen Donnerstag ab 19 Uhr in der DGA nur noch besiegelt werden soll; wobei zwei CDU-Mitglieder dem Vorentscheid angeblich mehr oder weniger entschuldigt ferngeblieben sind.

 Inhalt des Votums der Politiker, wie es sich für Donnerstag abzeichnet: Die Vehlener Vereine sollen die DGA verlassen, ihre Zukunft nach einem Umbau im Inneren „Kindergarten in Kirchen-Regie“ heißen.

Doch die Vereine stehen auf den Barrikaden: Sie wissen nicht, wohin sie sollen. Mitglieder, die namentlich nicht genannt werden wollen, werfen dem Ortsrat vor, sie nicht ausreichend zu informieren und stattdessen eine „Kabinettspolitik hinter verschlossenen Türen“ zu betreiben.

Fakt ist: Wie Harder auf Anfrage bestätigt, ist den beiden bisherigen Pächterinnen der Anlage von der Stadt zum 31. Dezember gekündigt worden. „Wir haben uns als Ortsrat zur Nutzung der DGAals Kita entschieden, weil wir in Vehlen auch wieder Familien mit Kindern haben wollen“, sagt der Ortsbürgermeister. Zudem gebe es für den Umbau des Komplexes vom Land Niedersachsen „erhebliche Zuschüsse“.

Laut Oliver Schäfer habe es sich dabei um eine „autonome Entscheidung des Ortsrates“ gehandelt. „Es gab keine Vorgaben aus dem Rathaus“, betont der Bergstadt-Bürgermeister. Derweil gebe es Gespräche mit dem Vehlener Ingenieur Volker Wehmeyer, der derzeit die frühere Diskothek „Herz As“ an der B65 saniert. Wehmeyer würde dem TV Vehlen, dem Traditionsverein Schweinekasse und der Feuerwehr wohl „einen Raum in dem Gebäude zu günstigeren Bedingungen zur Verfügung stellen“, meint Harder. Gedacht sei dabei nicht an den großen Saal, sondern an einen kleineren Clubraum im oberen Bereich des Gebäudeteils, der die Aufschrift „Gasthof Vehlen“ trägt. Selbst wenn ein Pächter den Komplex als Bistro übernehmen sollte, müsse sich daran nichts ändern. Das bestätigt Schäfer: „Volker Wehmeyer wird im ,Gasthof Vehlen‘ Versammlungsräume schaffen, die von den Vehlenern genutzt werden können. Sollten dabei Mehrkosten auf sie zukommen, hat der Ortsrat zugesagt, diese Kosten ausgleichen zu wollen.“ Auch die Kirche habe noch Platzmöglichkeiten, von denen die Vereine profitieren könnten, glaubt Harder; das treffe etwa auf den alten Konfirmandensaal zu.

Eine weitere Möglichkeit sieht der Ortsbürgermeister in einer Offerte der Stadt: Diese habe angeboten, die Freifläche vor und die Toiletten in der DGA für größere Events bereitzustellen. Auch Wehmeyer habe hinter dem „Herz As“ noch große Freiflächen, die sich zum Aufstellen eines Zeltes eignen würden. tw

 „Als Obernkirchener haben die Vehlener Vereine aber auch das Recht, die beiden Sporthallen in der Bergstadt zu nutzen“, so Harder – wohl wissend, dass der Weg zu „Wehmeyer“ über die viel befahrene B65 führen würde und derjenige zu den Sporthallen vergleichsweise weit wäre. Doch beides wiegt für den Ortsrat offenbar nicht so schwer, wie das Problem der fehlenden Kindergartenplätze. Die kommunalen Einrichtungen seien voll, es gebe Anfragen für 18 zusätzliche Kinder – fast eine komplette Gruppe. Harder: „Wenn diese Plätze so dringend gebraucht werden, dann können wir uns in Vehlen doch nicht als kinderfeindlich hinstellen.“

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