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Obernkirchen Ortsteile Camper ja, Hunde oder Esel nein
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Ortsteile Camper ja, Hunde oder Esel nein
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00:16 22.09.2013
„Campingplatz Berghütte – links bitte“: Das Schild kann bleiben. Quelle: tw
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Krainhagen

Damit erteilte das Gremium um Ortsbürgermeister Thomas Mittmann (SPD) den beiden alternativen Konzepten „Hundefreilaufgelände und „Tiergestützte Heilpädagogik mit Eseln“ eine – einstimmige – von beiden Fraktionen getragene Absage.

 Ähnlich wie beim Treffen des Ortsparlaments am 21. August an gleicher Stelle stieß die Nachnutzung des Campingplatzes auch diesmal auf großes Zuhörerinteresse; 15 Bürgerinnen und Bürger hatten sich eingefunden. Wer indes eine abermals lange – und kontroverse – Diskussion über das Für und Wider der Konzepte erwartet hatte, staunte. Denn der Ortsrat hatte binnen kaum fünf Minuten nur noch die Entscheidung selbst zu verkünden; gefallen war die bereits lange zuvor. Die Politiker von SPD und CDU hatten sie bei separaten Treffen mit den – möglichen – Pächtern, aber auch den Anwohnern akribisch vorbereitet.

 „Wir haben uns die jetzige Entscheidung nicht leicht gemacht“, erklärte Mittmann. Schlussendlich habe sich der Ortsrat von nachvollziehbaren Interessen der Anwohner überzeugen lassen – und die wollten weder Esel noch Hunde. Dabei habe die Abneigung gegen tierischen „Lärm“ und Gestank ebenso eine Rolle gespielt wie die Furcht, dass Kleinkinder durch den Zaun ins Esel- respektive Hundegehege greifen könnten und womöglich gebissen würden; außerdem könnten die schon jetzt knappen Parkplätze vor dem Lokal womöglich nicht ausreichen.

 Der in Gründung begriffene Verein „Hundefreunde Schaumburg“, der ein Nein nach eigenen Worten bereits als Ausfluss der August-Sitzung „geahnt hatte“, nahm den Korb des Ortsrates sportlich. Eine Sprecherin bedankte sich bei Bergstadt-Bürgermeister Oliver Schäfer wie auch beim Mittmann-Gremium ausdrücklich dafür, dass sie sich „viel Zeit für die Abwägung genommen“ hätten und dem Verein entgegengekommen seien. Der Zusammenschluss habe bereits ein anderes Gelände in Aussicht, außerhalb Obernkirchens, aber innerhalb des Landkreises Schaumburg. „Dem künftigen Betreiber eines Campingplatzes“, so die Sprecherin, „wünschen wir viel Erfolg“.

 Allerdings: Wenn im Rathaus im Vorfeld des Votums erklärt worden sei, dass in Sachen Nachnutzung fast „alles möglich“ sei – dann sei das wohl offensichtlich doch nicht so gemeint gewesen. Wäre eine Nachnutzung des Campingplatzes durch Tiere dagegen von vorneherein ausgeschlossen worden, hätten sich beide Seiten viel Zeit sparen können. So weit die Sprecherin.

 Gegenüber der Presse machten Schäfer und Mittmann noch einmal die Gründe deutlich, die für ein Nein des Ortsrates zu einem Freilaufgelände und für ein Ja zu einem Campingplatz geführt hatten: „Es gab nicht einen einzigen der etwa 30 Anwohner, der sich für ,Hunde’ hinter der Berghütte ausgesprochen hat.“

 Was nun die – neuerliche – Nutzung des Geländes als Campingplatz betrifft, so wolle der künftige Pächter und Betreiber die Wiese zwischen April und Oktober nutzen; Winter-Camping soll es nicht geben. Wobei „der Betreiber“ eigentlich ein Betreiberpaar ist; es soll sich dabei um eingefleischte Camper aus dem Auetal handeln, die „Krainhagen“ zunächst im Nebenerwerb managen und dabei mit „Berghütte“-Gastronom Thilo Hübner kooperieren wollen. Der Pachtvertrag soll erst einmal über fünf Jahre laufen; die Pflege des Geländes sollen die Pächter selbst übernehmen.

 Geplant sind etwa 25 Stellplätze, die jeweils etwa 100 Quadratmeter haben und damit größer als zuvor sein sollen. „Zielgruppe“, so Mittmann, „sind Menschen, die das Schaumburger Land entdecken wollen und dabei ein Faible für kleine Campingplätze haben“. Die nämlich seien inzwischen ein regelrechter Trend, dem vor allem Niederländer frönten, haben die Fraktionsspitzen in Erfahrung gebracht. tw

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