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„Das ist der Kick, da warten wir drauf“

Grünkohlessen beim Bürgerrott „Das ist der Kick, da warten wir drauf“

Unter erschwerten Bedingungen hat das Bürgerrott Krainhagen sein „Grünkohlessen“ in der Krainhäger Berghütte durchgezogen. Kurz vor Beginn hatte Bastian Schneider, Leiter des Rotts, nämlich die schlechte Nachricht erhalten, dass sich drei der aus dem (familiären) Anhang der Schützenbrüder rekrutierten ehrenamtlichen „Kellnerinnen“ erkältungsbedingt krank gemeldet hatten.

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Im Eiltempo tragen die Service-Mädels das deftige Wintergericht auf, damit die hungrige Herrengesellschaft mit dem Schmausen beginnen kann.

Quelle: wk

Krainhagen. Würden die verbliebenen Servicekräfte ausreichen, den für die mehr als 110 feierlustigen Herren zubereiteten Winterschmaus in gewohnter Eile aufzutischen? Das war die Frage, die sich Schneider und seinem Organisationsteam plötzlich gestellt hatte.

 Für eine ausgefallene Bedienung habe man zwar auf die Schnelle noch Ersatz finden können, für zwei Mädels indes nicht, berichtete der Chef des Bürgerrotts. Die Intervalle, in denen Essen und Getränke nachgereicht wurden, waren dadurch ein bisschen länger als sonst, dem Genuss und der Geselligkeit tat dies indes keinen Abbruch.

 „Obwohl zwei Servicekräfte fehlten, lief es recht gut“, resümierte denn auch Schneider. Nicht ohne darauf hinzuweisen, dass man, wenn es mit der Bedienung nicht geklappt hätte, zur Not halt ein paar Herren aus den eigenen Reihen abkommandiert hätte, um den Laden am Laufen zu halten.

 So aber, mit ausschließlich weiblichen Servicekräften, sei es für die feiernden Herren natürlich „sehr viel schöner“ gewesen, betonte der Rottleiter gut gelaunt. Denn dadurch habe man „etwas fürs Auge“ gehabt – und „ein bisschen verwöhnt werden“ wolle man an diesem Abend ja auch.

 „Wir verwöhnen die gerne, weil sie sich alle gut benehmen“, kommentierte Maria Schmidtke, eines der ehrenamtlichen Service-Mädels, Schneiders Sicht der Dinge. Und scherzend setzte die 33-Jährige nach: „Wir müssen den Männern ja auch was lassen im Zuge der Emanzipation.“

 Nach dem Festschmaus ging’s ans „Glückrad-Spiel“, das schon seit Langem ein unverzichtbarer Programmpunkt beim Grünkohlessen des Bürgerrotts Krainhagen ist. Gegen Bezahlung von einem Euro durften die Gäste das – am Rand mit Zahlen von 1 bis 75 versehene – Glücksrad dreimal drehen. Dies in der Hoffnung, bei Addition der auf diese Weise erdrehten – sprich: von einem Pfeil angezeigten – Zahlen eine möglichst hohe Summe zu erreichen. Je nach Ranking gab es unterschiedliche Sachpreise zu gewinnen.

 Mehr noch als um die Preise selbst ging es bei alledem aber um die Freude am eigenen Tun und um die spaßig gemeinten Frotzeleien, mit denen die „Glücksrad“-Spieler mitunter die Ergebnisse anderer Teilnehmer verrissen. „Nach dem Grünkohlessen kommt das Glücksrad – das ist immer so“, bestätigte Andreas Güttlein aus Heeßen. „Und das ist der Kick, da warten wir drauf.“

 Bleibt die Frage, wie das von Thilo Hübner, dem Wirt des Lokals, und dessen Küchencrew zubereitete Essen geschmeckt hatte: „Der Grünkohl war hervorragend, so wie er sein muss. Und es war reichlich davon da“, lobte Friedrich Struckmeier (Bückeburg). Dass es auch den anderen Herren gemundet habe, habe man daran sehen können, dass „sehr viel gegessen“ und „sehr viel nachgereicht“ worden sei.

 Mittels Losverfahren wurden schließlich der neue Krainhäger „Grünkohl-Bürgermeister“ (Thomas Büthe) und dessen „Beisitzer“ (Karl Heinz Zlenko, Thomas Hillig) bestimmt. Ein Gremium, das 2016 „für Qualität und Menge des Grünkohls“ verantwortlich ist, so Schneider. wk

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