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Der Chef übergibt ein Top-Haus

Fast alles in Gelldorf in Eigenleistung gemacht Der Chef übergibt ein Top-Haus

„Ein bisschen blutet mir das Herz, weil mir diese Bude nahe geht.“ Mit diesen Worten hat sich Werner Schumann aus seinem Amt Chef des Trägervereins Dorfgemeinschaftshaus Gelldorf, verabschiedet. Sechs Jahre hat Schumann den Verein angeführt – und dabei viel bewirkt.

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 „Haltet das Dorfgemeinschaftshaus (Foto) in Ehren“, wünscht sich der scheidende Chef des Trägervereins.

Quelle: mig

Gelldorf. Wer Werner Schumann kennenlernen will, muss nur einen Blick in den Schaukasten des Dorfgemeinschaftshauses Gelldorf tun. Da hängt die lustig gemeinte Zeichnung eines „idealen Ehrenamtlichen“, wobei sich schnell zeigt, dass einige der dort aufgeführten Eigenschaften auch auf den scheidenden Vorsitzenden zutreffen. „Ein offenes Ohr“ sollte er haben, liest man – und natürlich: „Knieschoner zum Aufräumen des Clubsraums.“ Ob Schumann Knieschoner besitzt, ist nicht bekannt, aber eigentlich müsste die Liste um weiteres – auch schweres – Handwerkszeug ergänzt werden. Denn Schumann hat nicht nur sechs Jahre lang die Geschicke des Trägervereins gelenkt; er hat auch kräftig mit angepackt. „Wir haben hier fast alles in Eigenleistung gemacht“, zieht er an seinem letzten Tag als Chef Bilanz. Das reicht vom Einzug einer Drainage, über den Rückbau der Boule-Bahn bis hin zur Sanierung des Dachs („mit unheimlich viel Manpower“), um nur einige Punkte zu nennen. Schumann ging immer vorneweg – in seiner Ägide hat der Verein viel bewegt.

 Und das nicht nur draußen, sondern auch drinnen, wie sein letzter Bericht deutlich gezeigt hat. Die Mitglieder strichen den Schießraum, und sie schliffen das Parkett ab. Und um weitere Kratzer zu verhindern, rüsteten sie sämtliche Stühle mit Gleitern aus. „Wir wollen ja, dass es so schön bleibt“, mahnt Schumann zur Vorsicht. Immerhin, das Dach sollte jetzt erst einmal für lange Zeit halten: Die unlängst anstehende Sanierung – das Dach war erneut reparaturbedürftig – hat die Firma Kammann übernommen, die Aluminiumbeschichtung soll eine Garantie von 20 Jahren haben, wie Schumann anmerkte. Bei diesen nicht unerheblichen Kosten habe man das Streichen des Unterhaltsraumes, des Vorraums und der Toilette erst einmal verschieben müssen. „Zwei Jahre werdet Ihr das wohl noch aushalten – oder Ihr streicht es selbst, da könnt Ihr dann auch mit der Unterstützung der Stadt rechnen.“

 Sechs Jahre war Schumann Vorsitzender, seine Bilanz fällt insgesamt positiv aus: Sein Ziel, „ein voll intaktes Dorfgemeinschaftshaus zu übergeben“, habe er zwar nicht erreicht, insgesamt sei das Haus aber in einem „Top-Zustand“. „Haltet das Haus in Ehren.“ Seinem Team dankte der scheidende Vorsitzende mit warmen Worten: „Ohne Euch hätte das alles nicht so klappen können.“ Hier zeige sich, dass man mehr schaffe, wenn ein harmonischer und vernünftiger Ton herrsche.

 Kaum fünf Minuten dauerte die Wahl des Vorsitzenden des Trägervereins. Lars Kammann heißt der Neue – die Versammlung folgte einem Vorschlag von Schumann und votierte einstimmig.

 Ein weiteres wichtiges „Amt“, das des „Schlüsselverwalters“, ging an Erhardt Köpke, der in der Nähe ein Geschäft betreibt. „Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn Leute ins Haus wollen und auf den Schlüssel warten müssen“, sagte Schumann. Diese könnten sich jetzt an Köpke wenden.

 Unter Verschiedenes wurde es noch einmal spannend. „Was tun, wenn ein auswärtiger Verein ins Dorfgemeinschaftshaus will?“, lautete die Frage. Oder anders: Soll das Haus nur für Gelldorfer Vereine zur Verfügung stehen? Wie die meisten Anwesenden riet Schumann, „sich nicht gegen ein derartiges Ansinnen zu sperren“. Das Haus würde so besser genutzt, es gebe ohnehin einen Tag, an dem das möglich sei. „Warum sollten wir das Haus leer stehen lassen und im Winter für nichts heizen?“

 Allerdings müsste der Verein – wie die anderen Vereine auch – ein Nutzungsentgelt zahlen und sich an gewisse Vorschriften halten. mig

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